Jordan Pepper (GRT-Lamborghini) hat seine erste Pole Position in der DTM erzielt. Der deutschsprachige Südafrikaner setzte sich im regnerischen Qualifying auf dem Formel-1-Kurs in Zandvoort durch. Ebenso war es die erste Saison-Pole für den Lamborghini Huracan GT3 Evo2. Pepper bestreitet sein Vollzeit-Debüt in der DTM, hatte aber keinerlei Anpassungsschwierigkeiten: Der 28-Jährige startet bereits zum dritten Mal aus der ersten Startreihe.
Peppers Pole ist keine Überraschung: GRT-Teamchef Gottfried Grasser gilt als Regen-Fuchs und hat es schon in der Vergangenheit hervorragend geschafft, die richtigen Reifendrücke bei nassen Verhältnissen zu finden. Das zeigt auch das Gesamtergebnis: Luca Engstler, der zweite GRT-Pilot, belegte den dritten Startplatz. "Die Jungs haben uns zwei Raketen hingestellt", jubelte Engstler über sein bestes Saison-Ergebnis.
Pole-Setter Pepper bleibt ohne Strafe
Pepper stand nach dem Qualifying unter Beobachtung der Rennleitung wegen eines möglichen Blockierens gegen den Ferrari von Jack Aitken. Die beiden kamen sich kurz nach dem Beginn ordentlich ins Gehege. Urteil der Rennleitung nach Ansicht der Bilder: keine Strafe. Aitken musste selbst nach dem Sessionende bei der Rennleitung antanzen, weil er genau wie Emil-Frey-Teamkollege Thierry Vermeulen gegen die Parc-Ferme-Regelung verstoßen haben könnte. Beide Ferrari-Fahrer blieben allerdings straffrei.
Zwischen die beiden GRT-Lamborghini drängelte sich Maro Engel (Winward-Mercedes) auf den zweiten Platz. Ein starkes Comeback des AMG-Piloten, der im vorgezogenen, trockenen Qualifying 2 am Freitagabend mit P12 sein mit Abstand schwächstes Ergebnis erzielt hatte. "Ich habe mich nicht über den Regen beschwert, als ich heute Morgen aus dem Fenster geschaut habe", sagte Engel mit Blick auf die Verhältnisse am heutigen Renn-Samstag (Start um 13:30 Uhr, live im Free-TV auf ProSieben).
Pepper (Startplatz 8 am Freitag) übernahm im 20-minütigen Qualifying frühzeitig die Spitzenposition. Der Lamborghini-Werksfahrer benötigte 1:42.194 Minuten für seine beste Runde. Winward-Mercedes-Fahrer Engel startete einen späten Angriff bei gleichbleibenden Streckenbedingungen und kam bis auf 8 Tausendstelsekunden an den goldenen GRT-Lambo heran. Das ist DTM 'at ist best': Engstler auf P3 lag nur 1 Tausendstel dahinter!
Feller in Zandvoort: Erst Disqualifikation, dann Top-4
Ricardo Feller (Land-Audi) eroberte mit einer Zehntelsekunde Rückstand den vierten Startplatz. Ein weiteres Top-Ergebnis des Schweizers im Qualifying, nachdem er schon am Lausitzring die erste Reihe gebucht hatte. Zandvoort zählt zu den Lieblingsstrecken von Feller, der 2023 im Abt-Audi auf dem Dünenkurs siegte. Ein Schönheitsfleck: Im Qualifying am Freitagabend wurde der 25-Jährige wegen eines Parc-Ferme-Verstoßes disqualifiziert.
Porsche-Power auf den folgenden Startpositionen: Die Manthey-Fahrer Ayhancan Güven, Morris Schuring und Thomas Preining belegten die Plätze fünf, sieben und acht. Der wendige Porsche 911 GT3 R gilt als starkes Auto im Regen, für den großen Wurf reichte es allerdings nicht. "Wir haben uns entschieden, die komplette Session draußen zu bleiben", erklärte Ex-DTM-Champion Preining. "Ich hatte aber nie ausreichend Grip."
Zwischen das Manthey-Trio quetschte sich der aktuelle Tabellenführer Lucas Auer (Landgraf-Mercedes) auf den sechsten Startplatz. Mit Jules Gounon (Winward) und dem 17-jährigen Tom Kalender (Landgraf) auf den Rängen neun und zehn fuhren alle vier Mercedes-AMG GT3 in die Top-10 der Startaufstellung.
Rene Rast: Pole am Freitag, chancenlos am Samstag
Der amtierende DTM-Champion Mirko Bortolotti (Abt-Lamborghini) war mit P11 zumindest besser als im Freitags-Qualifying (P16), liegt zusammen mit dem ambitionierten Abt-Team aber weiter weit hinter den eigenen Ansprüchen. Teamkollege Nicki Thiim (P21 am Freitag) landete auf Platz 16.
Nichts zu holen gab es für das BMW-Team Schubert: Rene Rast auf P18, P20 für Teamkollege Marco Wittmann, der heute sein 199. DTM-Rennen bestreitet. Licht und Schatten beim einzigen BMW-Team im Starterfeld, nachdem Rast am Freitag die Pole Position im Trockenen erzielt hatte. Damit knackte der dreifache Meister den Quali-Rekord von Bernd Schneider und liegt mit 26 Poles nun alleinig in Führung. "Wir waren im Regen noch nie stark. Wenn es regnet, haben wir keine Chance", lautete Rasts Fazit.
Die BMW M4 GT3 Evo erhielten über Nacht einen Nachteil in der Balance of Performance: 10 Kilogramm mehr ins Auto und ein um 1 Grad stärker angestellter Heckflügel, um den Topspeed etwas einzubremsen. Die Ferrari 296 GT3 und die Ford Mustang GT3 mussten 5 Kilo einladen, wobei die Mustang einen um 1 Millimeter größeren Restriktor erhalten haben.



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