Rene Rast (Schubert-BMW) hat sich im DTM-Qualifying am Freitagabend die Pole Position für das Rennen am Sonntagnachmittag gesichert. Klingt komisch, ist aber so. Möglich macht es der veränderte Zeitplan beim Rennwochenende in Zandvoort. Weil am Sonntag parallel zur DTM der offizielle Testtag für die 24 Stunden von Le Mans in Frankreich steigt und zwei Fahrer (Jack Aitken, Jules Gounon) im doppelten Einsatz sind, wurde Platz geschaffen im Zeitplan.
Bedeutet konkret: Die Startzeit für das Sonntagsrennen wurde von 13:30 auf 16:30 Uhr verschoben und das Qualifying 2 auf den Freitagabend vorverlegt, damit die Fahrer ausreichend Zeit haben, um am Sonntagmorgen per Privatflieger aus Le Mans nach Zandvoort zurückzukehren. So hatte es die DTM schon 2024 gehalten, als sechs Fahrer zwischen den Niederlanden und Frankreich hin- und herpendelten.
DTM-Qualifying: Rene Rast in eigener Liga
Abseits dieser leichten Wirrungen ließ sich der dreifache DTM-Champion Rast nicht vom Ziel abbringen: Pole Position für das zweite Rennen an diesem Wochenende auf dem Formel-1-Kurs. Der BMW-Pilot setzte sich im 20-minütigen Qualifying gegen seine 23 Konkurrenten durch. In den Schlussminuten eroberte Rast die Bestzeit im Qualifying, das sich wegen des bekannten 'Heat-Soak'-Prozederes (10 Minuten in Box warten, ungeheizte Reifen mittels Bremsen aufwärmen) einmal mehr zu stressigen Zeitenjagd entwickelte.
Rast benötigte 1:32.750 Minuten für seine beste Runde auf trockener Strecke. Der erwartete Regen blieb mit Ausnahme weniger Tropfen aus. Rast fuhr mit seiner ersten und gleichzeitig schnellsten Runde in einer eigenen Liga: Sein Vorsprung auf den Zweitplatzierten Qualifying-Spezialisten Jack Aitken (Emil-Frey-Ferrari) betrug 0,275 Sekunden!
Zuletzt auf dem Lausitzring setzte sich Aitken im packenden Sonntagsrennen knapp gegen Rast durch. "Hoffentlich geht es diesmal genauso aus, aber ich bin mir nicht sicher", grübelte der britische Ferrari-Pilot. "Die BMW sind schnell auf den Geraden. Wir müssen schauen, ob wir sie über die Strategie knacken können." Aitken muss sich womöglich auch nach hinten orientieren, denn auf Platz drei lauert Marco Wittmann im zweiten Schubert-BMW. Der Vorjahressieger bestreitet am Sonntag sein 200. DTM-Rennen.
Rast jetzt erfolgreichster Qualifying-Pilot der DTM-Geschichte
Für Rast bedeutet die Zandvoort-Pole einen weiteren Meilenstein in seiner beeindruckenden DTM-Vita: Der 38-Jährige errang seine 26. Pole Position und hat damit in dieser Kategorie den Rekordmeister Bernd Schneider von der Spitze verdrängt. Sein Schubert-Team war gut vorbereitet und packte sogleich spezielle Pole-T-Shirts aus. "Die schleppen die seit fast einem Jahr mit sich rum", grinste Rast, der seine erste Pole seit September 2023 (Spielberg) holte.
Hinter Rast, Aitken und Wittmann fuhr DTM-Vollzeit-Debütant Jules Gounon (Winward-Mercedes) auf den vierten Startplatz. Der Franzose landete zum sechsten Mal in den Top-8 der Startaufstellung. Auf den Positionen fünf und sechs folgten der frühere DTM-Champion Thomas Preining (Manthey-Porsche) und Shooting-Star Ben Dörr (Dörr-McLaren). Ayhancan Güven (Manthey-Porsche), Jordan Pepper (GRT-Lamborghini), der 17-jährige Tom Kalender (Landgraf-Mercedes) und Thierry Vermeulen (Emil-Frey-Ferrari) komplettierten die Top-10.
Qualifying-Klatsche für Abt-Lamborghini - Feller disqualifiziert
Der aktuelle Spitzenreiter Lucas Auer (Landgraf-Mercedes) kam nicht über Platz elf hinaus. Eine neuerliche Klatsche kassierte das Team Abt Sportsline, das seine erste DTM-Saison mit dem Lamborghini Huracan GT3 Evo2 bestreitet: Der amtierende Champion Mirko Bortolotti rollte in den Schlussminuten auf der Strecke mit gerissenem Keilriemen aus - Startplatz 16. Sein Teamkollege Nicki Thiim landete gar auf P23 und damit in der letzten Reihe.
Hinter Thiim stehen nur Rookie Nicolas Baert (Comtoyou-Aston-Martin) und Ricardo Feller (Land-Audi), der vom Qualifying disqualifiziert wurde. Sein Team Land-Motorsport hatte gegen die Parc-Ferme-Regelung verstoßen.
Der Ablauf am Samstag bleibt im Gegensatz zum Sonntag unverändert. Das Qualifying beginnt morgen um 09:50 Uhr. Der Start zum anschließenden fünften Rennen der Saison erfolgt zur üblichen Zeit um 13:30 Uhr (live im Free-TV auf ProSieben).



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