Erstes Podium 2025, erster Sieg: Ayhancan Güven gewinnt den zweiten Saisonlauf der DTM in Oschersleben und wird erster türkischer DTM-Sieger in der über 40-jährigen Geschichte der Serie. Am Samstag kam der Manthey-Pilot noch auf Platz sieben ins Ziel, im zweiten Rennen am Sonntag gelang der Leistungssprung von Startposition vier an die Spitze. Mit P3 machte Teamkollege Thomas Preining das Siegerpodest für Manthey-Porsche perfekt.
"Wir haben das Rennen mit dem ersten Stopp gewonnen", analysierte Güven. Ein extrem später Reifenwechsel kurz vor der Schließung des Boxenstopp-Fensters brachte Güven vom dritten Platz in Front. "Im Auto war es, als würden wir mit dem Feuer spielen", spielte Güven auf zu überrundende Autos an. In Oschersleben kommen die weiter hinten platzierten Piloten nach dem Boxenstopp auf Höhe des Führenden heraus. Lucas Auer, der Erstplatzierte am Samstag, beschwerte sich bereits darüber, dass diese Fahrer nicht regelkonform Platz gemacht hätten.
"Ich habe sie am Boxeneingang eingefangen. Ich war hinter den Überrundeten und musste dann in die Box. Es war die perfekte Anweisung vom Team", dankte Güven seinem Team, das das Risiko des späten Stopps einging und damit die siegbringende Entscheidung traf. "Wenn du sie an der falschen Stelle triffst, ist dein Rennen vorbei."
Für die Sonntags-Rennen hat die DTM in diesem Jahr einen neuen zweiten Pflicht-Reifenwechsel eingeführt. Der zweite Wechsel zwischen der 39. und 45. Rennminute brachte Güven nicht mehr in Schwierigkeiten. In den letzten Minuten holte zwar Pole-Setter Jules Gounon nochmals auf, kam jedoch nicht näher als 2,7 Sekunden an Güven heran. Güven nach seinem Erfolg: "Mir ist es egal, ob ich mit 20 oder 2 Sekunden gewinne."
Manthey beweist auch bei Thomas Preining goldenes Händchen

Anders als bei Güven hat der zweite Reifenwechsel bei Teamkollege Thomas Preining noch einiges am Resultat geändert. Von P7 gestartet, fuhr Preining zwischenzeitlich auf P5 im Paket mit Gounon und Jordan Pepper vor sich, Marco Wittmann war beim Heimspiel der Schubert-Mannschaft hinter ihm. "Wenn wir alle in der gleichen Runde reinkommen, bleiben wir alle auf der gleichen Position", war sich Preining sicher.
Deshalb entschied sich Manthey, den Österreicher eine Runde vor Gounon und Co. in die Box zu rufen. "Wir haben uns Schadensbegrenzung als Ziel gesetzt. Also kein Risiko und Punkte einfahren. Am Ende hat sich das geändert in viel Risiko und ein Podium", schmunzelte Preining. Wie bei Güven bewies Manthey auch bei ihm goldenes Händchen.
"Um weiter nach vorne zu kommen, mussten wir etwas Verrücktes machen", erklärte der DTM-Champion von 2023. Mit den bereits nach einer Runde angewärmten Reifen schloss Preining auf den frisch gestoppten GRT-Lamborghini von Pepper auf und zog problemlos vorbei. Der DTM-Champion von 2023 profitierte zusätzlich vom vermasselten zweiten Boxenstopp bei Rene Rast, der dank eines späten Boxenstopps – analog zu Güven - zwischenzeitlich Rang zwei belegt hatte.
Mit den wärmeren Reifen kam Preining ebenso an Gounon heran, doch sowohl die Power des Winward-Mercedes als auch der verwinkelte Kurs in Oschersleben ließen ihm keinen Platz für ein Überholmanöver. Ein Wehrmutstropfen ist das allerdings nicht: 2024 war das beste Oschersleben-Resultat für Manthey Preinings zehnter Platz. Entsprechend stolz war er über die Team-Performance: "Wir können sehr zufrieden sein, wie wir nach dem Winter zurückgekommen sind."



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