Das Stadtrennen auf dem Norisring ist und bleibt das große Saisonhighlight im Rennkalender der DTM. Zum 81. Int. ADAC Speedweekend in Nürnberg (05.-07. Juli 2024) werden einmal mehr rund 100.000 Zuschauer erwartet - eine Hausnummer, die man in Deutschland mit einer Großveranstaltung erst einmal erreichen muss.

Der Norisring zählt seit der ersten DTM-Saison im Jahr 1984 zum festen Bestandteil des Rennkalenders, und das soll auch in Zukunft so bleiben. "Der Norisring gehört für mich zur DTM", sagte ADAC-Motorsportchef Thomas Voss vergangenes Jahr zu Motorsport-Magazin.com. Diesmal kommt dem Stadtrennen eine besondere Bedeutung bei: Der ADAC als DTM-Promoter schmeißt am Dutzendteich eine große Party zum 40-jährigen Geburtstag der DTM.

Highlight im DTM-Kalender: der Nürnberger Norisring, Foto: DTM
Highlight im DTM-Kalender: der Nürnberger Norisring, Foto: DTM

DTM am Norisring: 10.000 Arbeitsstunden für ein Rennwochenende

Der 2,162 Kilometer lange Traditionskurs zieht jährlich die Zuschauermassen - und 2023 auch ein paar verwirrte 'Klima-Aktivisten' - in seinen Bann. Um solch ein Rennwochenende zu organisieren, ist jedoch einiges an Arbeit nötig. Insgesamt rund 10.000 Arbeitsstunden leisten die 600 ehrenamtlichen Helfer (darunter rund 200 Mitglieder des Motorsport Club Nürnberg e. V.) unter der Leitung von Wolfgang Schlosser (Vorstandsvorsitzender), Jürgen Schielein (2. Vorsitzender), Florian Weickmann (3. Vorsitzender) sowie Finanzvorstand Peter Brandmann.

Der MCN rechnet vor: 5 Kilometer Dreifach-Schutzplanken, 5 Kilometer Sicherheitsfangzaun, ca. 1 Kilometer mobile Beton-Leitplanken und mehr als 110 sogenannte Sixpacks (6x6 Reifen als Stapel gebündelt) müssen auf- und nach dem Rennwochenende wieder abgebaut werden. Hinzu kommen je rund 3 Kilometer Wasser- und Abwasserleitungen sowie mehr als 5 Kilometer Stromkabel. Außerdem werden Sitzplatztribünen für 25.000 Plätze sowie rund um das Veranstaltungsgelände etwa 12 Kilometer Bauzaungitter aufgestellt.

Wenige Kurven, viel Action: Stadtrennen am Norisring, Foto: DTM
Wenige Kurven, viel Action: Stadtrennen am Norisring, Foto: DTM

Aufwand am Norisring drei- bis viermal größer als auf anderen DTM-Strecken

Der Erfolg des einzigen Stadtrennens im DTM-Rennkalender steht außer Zweifel, ist aber nicht ganz billig. Bis zu 1,4 Millionen Euro soll die Austragung kosten. Die Organisation ist drei- bis viermal aufwendiger im Vergleich zu einem Event auf einer permanenten Rennstrecke. Allein für den Aufbau der temporären Tribünen werden mehrere hunderttausende Euro veranschlagt.

Der Personalaufwand ist beträchtlich, wenngleich zahlreiche ehrenamtliche Helfer unterstützen. Für einen möglichst reibungslosen Ablauf aller Rennen am Wochenende schult der MCN zudem regelmäßig Mitglieder, die dann als Streckenposten mit offizieller DMSB-Lizenz im Einsatz sind.

Zahlreiche Maßnahmen sind umgesetzt worden, um auch die Nachhaltigkeit und den Klimaschutz verstärkt in den Fokus zu rücken. Dazu zählen unter anderem Fahrkarten für öffentliche Verkehrsmittel im Eintrittspreis, der Einsatz von Elektrostaplern während der Aufbauphase, ein Umweltbeauftragter zur Kontrolle der Richtlinien, Mülltrennung oder auch ein im Genehmigungsbescheid der Stadt Nürnberg verankerter Lärmschutz. Außerdem werden Gewerke aus der Region für den Aufbau bevorzugt, wenn es die Kosten zulassen.

Marco Wittmann mit dem BMW M4 GT3 von Project 1 beim DTM-Rennen auf dem Norisring 2023
Marco Wittmann ist der Fan-Liebling auf dem Norisring, Foto: BMW AG

Marco Wittmann reist mit Rückenwind zum DTM-Heimspiel

Ganz besonders auf den Norisring freut sich Marco Wittmann. Der gebürtige Fürther bestreitet sein Heimspiel und ist sich der Unterstützung der Fans auf der Steintribüne sicher. Wittmann reist mit breiter Brust nach Nürnberg: Beim letzten DTM-Rennwochenende in Zandvoort siegte der Schubert-BMW-Pilot sensationell vom 14. Startplatz und feierte seinen ersten Sieg seit dem Hockenheim-Finale 2022.

Das Ziel für den Norisring ist klar gesetzt: den Aufwärtstrend in seinem grünen BMW M4 GT3 bestätigen und vorne angreifen. Wie sich ein Sieg in seinem DTM-Wohnzimmer anfühlt, weiß Wittmann ganz genau: "Mein Erfolg am Norisring 2018 war für mich mit Abstand der emotionalste Sieg, den ich in meiner Karriere je erlebt habe. Mit den ganzen Fans auf den Tribünen und der Familie zu feiern, war etwas ganz Besonderes. Es wäre natürlich ein Traum, wenn das oder zumindest der Sprung aufs Podium dieses Jahr klappen würde."