Die DTM macht sich startklar für die Saison 2022. Am Dienstag und Mittwoch dieser Woche stehen auf dem Hockenheimring die offiziellen Testfahrten vor dem Auftakt in Portimao (29.04-01.05.) auf dem Programm. Zum ersten Mal treffen die 29 Fahrer von 14 Teams mit GT3-Autos von Audi, BMW, Mercedes-AMG, Porsche, Lamborghini und Ferrari aufeinander.

Die ITR-Testfahrten sind von Montag, 04. April bis Donnerstag, 07. April datiert. Die DTM selbst testet am Dienstag und Mittwoch jeweils von 09:00-12:00 und von 14:00-18:00 Uhr auf der Strecke. Die restlichen Tage sind für die Rahmenrennserien DTM Trophy, DTM Classic sowie BMW M2 Cup vorgesehen. Bemerkenswert: Genau zeitgleich zur DTM bestreitet das ADAC GT Masters seine offiziellen Testfahrten in Oschersleben.

Live-Timing zu DTM-Testfahrten

Zuschauer können die Testfahrten an allen vier Tagen kostenlos auf den Tribünen und im Fahrerlager verfolgen. Es gilt die 3G-Regel auf dem Hockenheimring.

Wer die Reise ins badische Motodrom auslässt, kann alternativ das Live-Timing (und eine ausführliche Berichterstattung von Motorsport-Magazin.com direkt aus der Boxengasse) verfolgen. Die DTM wechselt zur Saison 2022 die Zeitnahme und setzt erstmals auf die Dienste von Alkamel, bekannt als Zeitnehmer aus Serien wie der Formel E oder Rennen wie den 24 Stunden von Le Mans.

Loeb startet im AF-Corse-Ferrari

Am Dienstag stehen zahlreiche Medien-Termine mit Pressekonferenzen und Hintergrundgesprächen mit Verantwortlichen auf dem Plan. Zudem überreicht DTM-Boss Gerhard Berger persönlich vor Ort einen Scheck für die Stiftung Wings for Life.

Ein absoluter Hingucker: Sebastien Loeb startet zum ersten Mal in der DTM. Der neunfache Rallye-Weltmeister springt beim Ferrari-Team AF Corse für Stammfahrer Nick Cassidy ein und gibt beim Saisonauftakt Ende April in Portimao sein DTM-Debüt. Loeb nutzt die Testfahrten auf dem Hockenheim, um sich auf den blau-weißen Ferrari 488 GT3 einzuschießen.

Der Franzose saß schon vergangene Woche bei einem privaten Test des Teams in Spa-Francorchamps am Steuer. Ob Loeb nach dem Portimao-Wochenende weitere DTM-Rennen 2022 bestreitet, haben AF Corse und Partner Red Bull noch nicht verraten. Cassidy fehlt fix auf dem Norisring und möglicherweise auch in Spa wegen seiner Engagements in der Formel E und WEC.

"Jetzt geht es an die Arbeit", sagt Loeb. "Ich werde bei solchen Rennen gegen Spezialisten antreten müssen, und mein letztes richtiges GT3-Rennen ist schon lange her. Mein Ziel wird es sein, meinen Rhythmus so gut wie möglich zu finden, und ich werde versuchen, meine Erfahrung zu nutzen, um dem Team gutes Feedback zu den Einstellungen des Autos zu geben. Ich weiß, dass es schwierig sein wird, aber die Autos machen wirklich Spaß zu fahren."

BoP-Test in Hockenheim geplant

Die gemeinsamen Testfahrten auf dem Hockenheimring, wo dieses Jahr wieder das DTM-Finale steigt, sind nicht nur wichtig für die Teams, sondern auch für die Regelmacher. Nach Informationen von Motorsport-Magazin.com ist für Dienstagnachmittag und Mittwochvormittag eine spezielle BoP-Testsession vorgesehen.

Am Dienstag müssen die Fahrer aller Teams daran teilnehmen und jeweils mindestens acht Runden fahren - zwei davon als schnelle Push-Laps. Das gleiche Programm erwartet am Mittwoch jeweils einen Fahrer pro Team. Die Daten sollen in die Erstellung der Balance of Performance durch DTM-Dienstleister AVL einfließen. Die Vorgaben für die 20-minütigen Runs: Start mit neuen und ungeheizten Reifen, 30 Kilo Sprit im Tank und die Klimaanlage muss ausgeschaltet sein. Letzteres soll einer möglichen Manipulation der realen Performance vorbeugen.

Rallye-Ikone Sebastien Loeb startet im AF-Corse-Ferrari -
Rallye-Ikone Sebastien Loeb startet im AF-Corse-Ferrari -Foto: Red Bull

Hälfte des DTM-Starterfeldes besteht aus 'Rookies'

Die Rundenzeiten bei DTM-Testfahrten sind seit jeher mit Vorsicht zu genießen, schließlich will niemand schon vor dem ersten Rennen seine Karten auf den Tisch legen. Für die Teams und Fahrer bieten die Tests aber eine willkommene Gelegenheit, um sich mit den Bedingungen vertraut zu machen. Neben zahlreichen etablierten GT3-Piloten gehen dieses Jahr 15 Fahrer an den Start, die ihre erste DTM-Saison bestreiten.

Dazu zählen Mirko Bortolotti, Clemens Schmid, Rolf Ineichen, Alessio Deledda (alle GRT-Lamborghini), Laurens Vanthoor, Dennis Olsen (beide SSR-Porsche), Thomas Preining (Bernhard-Porsche), Felipe Fraga, Nick Cassidy (beide AF-Corse-Ferrari), Nicki Thiim (T3-Lamborghini), Luca Stolz (HRT-Mercedes), Mikael Grenier (GruppeM-Mercedes), David Schumacher (Winward-Mercedes), Ricardo Feller (Abt-Audi) und Marius Zug (Attempto-Audi).

Im Gegensatz zu alten Hersteller-Zeiten sind die Testfahrten allerdings nicht mehr so stark beschränkt wie früher. Faktisch können die Teams mit wenigen Auflagen vor dem Saisonstart und während des Jahres auf beliebigen Rennstrecken so oft testen, wie es das Budget hergibt. Zahleiche Strecken im DTM-Rennkalender 2022 war in den vergangenen Wochen beliebte Tummelplätze für Teams aller Marken.

Regen bei Hockenheim-Test vorhergesagt

Für Hockenheim sollte Reifenlieferant Michelin einige Sätze Regenreifen einpacken. Laut Wetter-Vorhersage soll es am Dienstag über den Tag verteilt regnen. Die Temperaturen liegen nach aktuellem Stand am Dienstag bei maximal 8 Grad, mittwochs steigt das Thermometer auf bis zu 14 Grad mit einer 35-prozentigen Regenwahrscheinlichkeit.

Zahlreiche DTM-Piloten sind direkt aus Imola nach Hockenheim gereist, wo am Wochenende der Saisonauftakt der GT World Challenge in Imola über die Bühne ging. Kelvin van der Linde in Diensten von WRT gewann das Rennen zusammen mit seinen WRT-Teamkollegen Dries Vanthoor und Charles Weerts. Die DTM-Fahrer Maro Engel und Luca Stolz - in der GTWC gemeinsam für GetSpeed im Einsatz - erzielten den dritten Podestplatz beim Seriendebüt von MotoGP-Ikone Valentino Rossi.