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DTM

DTM Electric mit 1200 PS schon 2022 als Meisterschafts-Element?

Was bedeutet die Zahl 22 auf dem Demoauto der neuen DTM Electric? Es könnte zur Neuauflage einer beliebten Disziplin aus alten Formel-1-Zeiten kommen.
von Robert Seiwert
So funktioniert die DTM Electric: Mit 1.200 PS in die Zukunft!: (07:18 Min.)

Im Jahr 2023 könnte die DTM Electric als eine von fünf Säulen neben der GT3-DTM, DTM Trophy, DTM Classics und DTM eSports ihr Renndebüt auf der ITR-Plattform geben. Beim Show Run des 1.200 PS starken Demofahrzeuges auf dem Hockenheimring wunderten sich nicht wenige Beobachter: Warum ist auf dem Wagen die Zahl '22' abgebildet?

Nach Informationen von Motorsport-Magazin.com verfolgen DTM und Technologie-Partner Schaeffler den Plan, schon ab der Saison 2022 mit der DTM Electric sportlich relevante Einsätze im Rahmen der DTM zu absolvieren. Was genau dahinter steckt, ist noch nicht bekannt.

"Wir wollen die Zeit nicht versäumen, uns technologisch weiterzuentwickeln", sagte DTM-Chef Gerhard Berger. "Die DTM Electric wird auf alle Fälle eine Parallelserie, vielleicht gibt es auch eine Verzahnung. Die Zeit hat begonnen, sich mit dieser Technologie auseinanderzusetzen."

Wie diese "Verzahnung" konkret aussieht, darüber kann aktuell nur spekuliert werden. Möglich wäre etwa das Revival einer beliebten Disziplin aus früheren Formel-1-Zeiten. In den Jahren 1979 und 1980 gastierte die spektakuläre BMW M1 Procar-Serie im Rahmenprogramm der F1. Sie wurde als Auftaktrennen vor den meisten europäischen Formel 1-Grand Prix ausgetragen. Hier traten die fünf schnellsten Formel-1-Fahrer aus den Trainings gegen zahlreiche Sportwagen- und Privatpiloten an.

Eine ähnliche Idee könnte künftig die DTM, die ab 2021 mit einem GT3-Reglement startet, umsetzen. Nach Trainings oder Qualifyings könnten die schnellsten DTM-Fahrer einer Session ein zusätzliches Rennen oder eine schnelle Runde mit einem einheitlichen DTM-Electric-Boliden austragen - als Show-Veranstaltung oder sogar um zusätzliche Meisterschaftspunkte.

Die technologische Weiterentwicklung des Demoautos aus Hockenheim ist bereits im Gange. Ein echter Racing-Prototyp für den Einsatz im Motorsport könnte Ende 2021 bereitstehen. Ob in Zukunft weiter ein Allradantrieb mit vier Einzelmotoren auf Formel-E-Basis zum Einsatz kommt, muss noch geklärt werden. Auch, ob sich zusätzliche Hersteller in einem technischen Wettbewerb einbringen. Mit der DTM Electric könnten Autobauer auf die ITR-Plattform zurückkehren.

Die Idee nach Vorbild der BMW M1 Procar-Serie könnte Anklang finden bei Gerhard Berger. 2019 feierten die ikonischen Sportwagen aus München beim Norisring-Lauf ein Revival. Berger selbst kaufte einen der 470 PS starken Boliden und saß 2016 bei einem Show-Rennen im Rahmen des Grand Prix auf dem Red Bull Ring am Steuer.

Gerhard Berger 2016 mit dem BMW M1 Procar in Spielberg - Foto: Red Bull Content Pool

Mit der Einführung der DTM Electric erhofft sich Berger den berühmten Ritt auf der Kanonenkugel, den er schon 2017 bei seinem Amtsantritt ins Spiel gebracht hatte. Die vierstelligen PS-Zahlen sollen beim neuen Elektro-Renner erhalten bleiben. Ab 2023 sind Rennen mit einer Dauer von gut 45 Minuten vorstellbar.

Simulationen mit dem E-Rennwagen auf dem Hockenheimring ergaben einen Topspeed von 340 km/h auf der Parabolika. "Das Ganze muss mächtig bleiben, Emotionen haben und Rad-an-Rad-Gefechte ermöglichen", kündigte Michael Resl, Director Competition & Technology der DTM, an. "Für den Fan muss die DTM Electric genauso spannend - wenn nicht sogar spannender - sein wie traditioneller Motorsport. Diese Kernmerkmale haben wir uns auf die Fahnen geschrieben."


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