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DTM 2021 mit GT3-Autos: Stehende Starts vor dem Aus

Die DTM wird sich unter dem GT-Pro-Reglement wohl von stehenden Starts verabschieden. Berger: ein bisschen schneller, schärfer, interessanter.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Nur langsam kommen neue Details zum GT-Pro-Reglement an die Öffentlichkeit, mit dem die DTM 2021 nach dem Ende der Class-1-Ära an den Start gehen möchte. Eine relevante Änderung mit den GT3-Autos im Vergleich zum aktuellen Ablauf: Die Rennserie wird sich höchstwahrscheinlich vom stehenden Start verabschieden und stattdessen zu einer fliegenden Startprozedur wechseln.

"Beim Start glaube ich eher, dass es einen fliegenden Start geben wird", sagte DTM-Chef Gerhard Berger in Zolder zu Sat.1. "Auch, wenn wir den stehenden Start sehr stark prüfen, weil er der DTM sehr nahe ist. Aber es gibt auch die eine oder andere Idee für einen fliegenden Start, die uns sehr gefällt und die es den Teams leichter macht, ihre Autos einzustellen."

Die ursprünglich für den Kundensport konstruierten GT3-Rennwagen wurden grundsätzlich für fliegende Starts ausgelegt, da diese Variante die einfachere für Amateur-Fahrer und obendrein weniger kostenaufwendig ist. Aber die DTM wäre nicht die DTM, wenn es ein bisschen anders zugehen darf unter dem sogenannten GT-Pro-Reglement. Berger, ohne Details zu nennen: "Wir werden keinen gewohnten fliegenden Start machen."

Rollende Starts im ADAC GT Masters

Unter anderem in der künftigen deutschen Konkurrenzserie ADAC GT Masters wird fliegend gestartet. Die Startaufstellung erfolgt in 2x2 Startreihen (Rolling-Start), wobei der Abstand zwischen den Startreihen nicht mehr als drei Fahrzeuglängen betragen darf. Ein ähnliches Prozedere gibt es schon jetzt in der DTM beim Indy-Restart, bei dem die Autos nach einer Safety-Car-Phase das Rennen in Zweierreihen wieder aufnehmen. Wegen der spektakulären Bilder des engen Feldes fiel Bergers Wahl einst auf diese Variante.

Die deutschen Hersteller Audi und BMW, die ab 2021 zwar nicht mehr in der ITR vertreten sind, aber weiterhin GT3-Autos an Kundenteams ausliefern, würden am liebsten auf technische Änderungen verzichten. Dazu zählen unter anderem großflächige Anpassungen, um weiterhin einen stehenden Start in der DTM zu ermöglichen.

Neue GT3-Autos: Wie sieht die Zukunft der DTM aus?: (11:58 Min.)

BMW: Vorsicht vor Fehlern der Class-1-DTM

"Es gibt ein paar Dinge, bei denen man aufpassen muss, nicht die gleichen Fehler zu machen wie in der Class-1-DTM", warnte BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt. "Wenn man sich anschaut, wie viele Ressourcen in eine Konfiguration mit stehendem Start einfließen. Wenn man das möchte, muss man sicherstellen, nur die Kupplung anzupassen. Aber du fängst nicht an, die Elektronik und so weiter zu entwickeln. Dann wird es ein Durcheinander."

In den aktuellen DTM-Turboautos fehlt zwar die Vorspannung vergangener Jahre für einen 'Auto-Start', doch elektronische Helfer für die Einstellung der Drehzahlen, der Kupplungsposition und dem Gaspedal gibt es weiterhin. Marquardt: "Stehende Starts sind ein gutes Spektakel, aber dafür braucht es klare und strikte Grenzen, um sagen zu können: Das ist ein Start rein durch den Fahrer und ohne jede Hilfe."

Berger: Vielleicht ein bisschen schneller, schärfer, interessanter

Die GT3-Autos in der Neuen DTM dürften sich, wie mehrfach berichtet, nur in wenigen Bereichen von den Konfigurationen anderer GT3-Plattformen verändern. Berger bestätigte jüngst: "Man muss schauen, ob man vielleicht ein bisschen Gewicht rausnehmen und mit dem Air-Restriktor ein bisschen nach oben gehen kann für ein bisschen mehr Leistung. Wir wollen die Autos vielleicht noch ein bisschen schneller, schärfer und interessanter machen. Das wird sehr im Rahmen bleiben."

Berger war sich des Kostenaufwandes bewusst, den größere Änderungen an der 2006 von der FIA ins Leben gerufenen Kategorie verursachen. "Wir wollen weder den Teams noch den Herstellern irgendwelche Extra-Kosten verursachen", versicherte der frühere Formel-1-Fahrer in Zolder.

BMW-Geld für neuen M4 GT3

BMW wird sein Entwicklungsbudget ohnehin in den neuen M4 GT3 investieren, der im September 2021 homologiert wird und mit dem Kunden ab 2022 Rennen bestreiten sollen. Auf Audi-Seiten sagt Motorsportchef Dieter Gass: "Wenn es leichte Modifikationen gibt, schauen wir uns das an. Es liegt aber in unserem Interesse, die Autos so sehr wie möglich an den existierenden Autos zu halten."


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