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DTM Lausitzring - BMW lebt! Aufatmen nach dem Spa-Debakel

BMW präsentiert sich zum Auftakt des zweiten DTM-Wochenendes viel konkurrenzfähiger - erstes Podium sorgt für Hoffnung. Einjährige Sieglos-Serie hält an.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Nach dem Spa-Debakel beim Saisonauftakt keimt bei BMW und der DTM wieder Hoffnung auf: zum Auftakt des zweiten Rennwochenendes auf dem Lausitzring präsentierte sich der Autobauer aus München in wesentlich besserer Verfassung. Nachwuchstalent Sheldon van der Linde bescherte BMW mit Platz zwei den ersten Podestplatz in der noch jungen Saison.

Die Schrecken von Spa, als BMW der Konkurrenz von Audi mit bis zu einer Sekunde Rückstand hinterhergurkte, scheinen erst einmal verschwunden. Neben van der Linde erreichten mit Marco Wittmann und Timo Glock zwei weitere M4-Fahrer die Top-5, nur für den ersten Sieg nach mehr als einem Jahr reichte es noch nicht.

"Wir waren auch überrascht, es lief besser als erwartet", atmete der zweifache DTM-Champion Wittmann auf. "Wir hatten nicht erwartet, hier so nah an den Audis dran zu sein, nachdem es in Spa so frustrierend lief." Es gehe wieder in Richtung 'Back to normal', sagte Wittmann und meinte damit das Kräfteverhältnis, das in der DTM mit nur zwei verbliebenen Herstellern eine ganz tragende Rolle spielt.

Die Ardennen-Klatsche habe unterschiedliche Gründe gehabt, argumentierten die BMW-Werksfahrer rückblickend. Zum einen der Reifendruck, der in Spa aus Sicherheitsgründen mit 1,45 bar höher lag als die üblichen 1,3 bar und mit dem Audi besser umzugehen wusste. "Das war vielleicht ein großer Faktor", stimmte Glock zu hatte das Gefühl, die Reifen in der Lausitz besser managen zu können.

Obwohl der Lausitzring in der Vergangenheit nicht zu den Paradestrecken von BMW zählte - den einzigen Sieg seit 2012 erzielte Bruno Spengler in seiner Meister-Saison - taten sich die Münchner wesentlich leichter als auf dem für DTM-Verhältnisse ungewöhnlichen Spa-Layout.

DTM 2020 Lausitzring: Samstagsrennen als Zusammenfassung: (02:44 Min.)

"Unser Auto mag langsame Kurven", sagte Philipp Eng, der mit Platz neun im Samstagsrennen haderte und vermutete, dass ein Dämpfer in seinem M4 nicht richtig funktionierte. "Wir können die Reifen hier besser nutzen und sie über die Distanz bringen."

Spa mag eine Ausnahme gewesen sein, doch eines fehlt BMW weiterhin: ein Sieg. Audi ist seit dem 11. August 2019, also ziemlich genau einem Jahr, ungeschlagen in der DTM. Der bis dato letzte BMW-Sieg datiert auf den 10. August 2019, als Wittmann in Brands Hatch gewann. Auch nach dem ersten von zwei Rennen in der Lausitz bleiben Zweifel, ob BMW aus eigener Kraft siegfähig ist.

"Ich habe kein magisches Rezept", sagte der 21-jährige van der Linde, der sich aktuell zum stärksten BMW-Fahrer gemausert hat. "Wir müssen aber nicht die Welt verändern, um mit unseren Autos nach vorne zu kommen. Mit einer Mega-Runde könnte es möglich sein, im Qualifying vorne zu stehen. Wir haben gezeigt, wozu wir in der Lage sind. Unsere Zeit wird kommen!"


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