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DTM

DTM Lausitzring: Audi-Pilot Müller gewinnt 3. Rennen in Folge

Nico Müller setzt seine Siegesserie in der DTM-Saison 2020 auf dem Lausitzring fort. BMW meldet sich mit Sheldon van der Linde auf dem Podium zurück.
von Robert Seiwert
DTM 2020 Lausitzring: Samstagsrennen als Zusammenfassung: (02:44 Min.)

Nico Müller setzt seine Siegesserie in der DTM-Saison 2020 fort. Beim Samstagsrennen auf dem Lausitzring gewann der Audi-Pilot mit großem Vorsprung vor BMW-Youngster Sheldon van der Linde und seinem Abt-Teamkollegen Robin Frijns. Damit errang Müller den dritten Sieg im dritten Rennen.

Beim Saisonauftakt in Spa-Francorchamps vor zwei Wochen gewann der Schweizer das erste Rennen und erbte mit zweiwöchiger Verspätung auch den Sieg im Sonntagsrennen, nachdem Rene Rast wegen unerlaubten Gebrauchs des Push-to-Pass-Systems nachträglich an diesem Freitag eine Zeitstrafe kassierte.

Müller übernahm kurz nach dem Start die Führung von Pole-Setter Frijns und fuhr seinen siebten Sieg in der DTM ein. Damit bleibt Audi seit mehr als einem Jahr ungeschlagen in der Tourenwagenserie und holte den dritten Lausitz-Sieg in Folge.

Ein Achtungserfolg für BMW: der von Platz vier gestartete Sheldon van der Linde überquerte die Ziellinie dank einer gut gewählten Boxenstopp-Strategie als Zweiter und bescherte den Münchnern dadurch den ersten Podestplatz in der DTM-Saison 2020. Für den 21-Jährigen war es der erste Podiumserfolg in seinem zweiten Jahr.

BMW präsentierte sich nach dem Spa-Debakel besser aussortiert: Hinter Frijns (9. Podestplatz im 41. DTM-Rennen) folgte mit Timo Glock und Marco Wittmann ein BMW-Duo auf den Plätzen vier und fünf. Ferdinand Habsburg erzielte mit Platz sechs im Kunden-Audi von WRT sein bestes Ergebnis im zweiten DTM-Jahr, nachdem der Österreicher das Rennen von P12 aufgenommen hatte.

Der zweifache Champion fuhr seinen siebten Startplatz nach zahlreichen Duellen und mehrfachen Positionswechseln über den Zielstrich. Der 33-Jährige, der wie Müller und Frijns zuletzt das Formel-E-Saisonfinale in Berlin bestritten hatte, holte sein schlechtestes Ergebnis seit dem Ausfall im ersten Lausitz-Rennen 2019.

Jamie Green, Philipp Eng und Mike Rockenfeller komplettierten die Punkteränge. Damit fuhren sechs Audi- und vier BMW-Werksfahrer auf die vorderen zehn Plätze. Das zweite Rennen auf dem Sprintkurs des Lausitzrings folgt am Sonntag um 13:30 Uhr (live bei Sat.1 und im kostenlosen Livestream auf der DTM-Webseite).

"Einfach nur geil", jubelte Müller. "Es war hart heute, Sheldon hat mich ganz schön unter Druck gesetzt." Verärgert war er über BMW-Fahrer Jonathan Aberdein, von dem er sich während der Slow Zone aufgehalten fühlte. Der Vorfall wurde nach Rennende untersucht. Müller: "Ich weiß nicht, ob Jonathan da die Knöpfe verwechselt hat."

Freude auch beim Podest-Debütanten van der Linde: "Einfach geil! Spa war schwierig, aber jetzt haben wir zurückgeschlagen. Am Ende hatte ich mehr DRS als Nico. Das war meine Chance, aber Nico hat einfach keinen Fehler gemacht."

DTM-Meisterschaft 2020 nach 3/18 Rennen

Position Fahrer Hersteller Punkte
1 Nico Müller Audi 80
2 Robin Frijns Audi 43
3 Rene Rast Audi 35
4 Jamie Green Audi 34
5 Sheldon van der Linde BMW 26

DTM Lausitzring: So lief das Rennen am Samstag

Die Startaufstellung: Robin Frijns erzielte seine zweite Pole Position in der DTM, Nico Müller machte die Doppel-Pole für Audi und das Team Abt Sportsline perfekt. Mit Loic Duval standen drei Audi RS 5 auf den vorderen Plätzen, doch BMW schien den Rückstand ein wenig verringert zu haben. Sheldon van der Linde war erneut der bestplatzierte M4-Fahrer und landete mit zwei Zehntelsekunden Rückstand auf der vierten Position. Mit Timo Glock und Marco Wittmann hatte der Südafrikaner zwei BMW-Markenkollegen direkt hinter sich. Rene Rast strauchelte und kam nicht über den siebten Startplatz hinaus. DTM-Rookie Robert Kubica im Kunden-BMW hatte als einziger Fahrer mehr als eine Sekunde Rückstand auf die Spitze und bildete das Schlusslicht.

Das Wetter: Rund 27 Grad Außentemperatur herrschten zum Rennstart in der traditionell heißen Lausitz. Bedenken hatten die Teams aufgrund der Wettervorhersage: bis zu 35 Prozent Regenwahrscheinlichkeit brachten zusätzliche Würze ins Spiel. Bei trockenen Bedingungen und flankiert von 16 Grid Girls fanden die letzten Vorbereitungen für das Rennen statt, das ohne Zuschauer und Medienvertreter vor Ort ausgetragen wurde.

Der Start: Spannende Startphase! Sheldon van der Linde drängelte sich in Kurve 1 vorbei an Loic Duval auf den ersten Platz. In Kurve 2 kam Rene Rast von der Strecke ab, rumpelte durch die Wiese und ordnete sich als Sechster wieder im Feld ein. Wenig später übernahm Nico Müller die Führung von Pole-Setter Robin Frijns, während sich im hinteren Feld Audi-WRT-Rookie Fabio Scherer nach einem Kontakt drehte. In der dritten Runde überholte Jamie Green seinen Rosberg-Teamkollegen Rast für Platz fünf, während Timo Glock von P5 bis auch die achte Position zurückfiel.

Die Boxenstopps: Timo Glock absolvierte seinen Pflicht-Reifenwechsel auf einen neuen Satz Hankook-Reifen als erster Fahrer aus dem vorderen Feld in Runde 13. Einen Umlauf zuvor hatte der BMW-Pilot Rene Rast überholt und dadurch die siebte Position übernommen. In Runde 14 bog Sheldon van der Linde für seinen Pflicht-Stopp in die Boxengasse ab.

Audi reagierte und berief den Zweitplatzierten Robin Frijns zum Reifenwechsel rein. Nach der Ausfahrt musste sich der Pole-Setter mit kalten Reifen im direkten Duell van der Linde geschlagen geben.

Nach Marco Wittmann und Ferdinand Habsburg (beide Runde 16) absolvierte Rene Rast im 18. Umlauf seinen Reifenwechsel. Nico Müller kam in Führung liegend in Runde 19 rein und ordnete sich auf P4 ein hinter Jamie Green, Mike Rockenfeller und Philipp Eng, die noch mit ihren Startreifen fuhren.

Die Zwischenfälle: In Runde 8 verlor BMW-Pilot Jonathan Aberdein auf der Gegengeraden die Kontrolle über sein Auto und drehte sich. Der Südafrikaner hatte zunächst Schwierigkeiten, wieder durchzustarten und fiel vom 13. Platz bis ans Ende des Feldes zurück. Einen Umlauf später legte er als zweiter Fahrer nach Lucas Auer seinen Pflicht-Boxenstopp ein.

In Runde 9 schoss Fabio Scherer seinen Vordermann Robert Kubica vor der ersten Kurve von der Strecke. Der Schweizer konnte die Fahrt auf Platz 13 fortsetzen, kassierte aber eine Durchfahrtsstrafe. Kubica fuhr auf dem drittletzten Platz vor Auer und Aberdein weiter.

Marco Wittmann kassierte eine Verwarnung wegen mehrfachen Spurwechsels. Zuvor in Runde 16 hatte sich der BMW-Pilot einen frischen Reifensatz abgeholt, kam auf seiner Outlap aber kurzzeitig von der Strecke ab und versuchte vor Robin Frijns fahrend, seine Reifen per Schwenkfahrt vom Dreck zu befreien.

Im letzten Renndrittel leitete die Rennleitung eine Untersuchung gegen Mike Rockenfeller ein, die nach dem Zieleinlauf behandelt werden sollte. Beim Audi-Piloten soll es zu Unregelmäßigkeiten während der Slow-Zone-Phase gekommen sein.

Die Ausfälle: In Runde 25 markierte Loic Duval den ersten Ausfall des Rennens. Der Audi-Pilot verlor den Vortrieb, schaffte es aber noch, seinen Wagen von der Strecke zu pilotieren. Die Rennleitung rief - nach langer Zeit einmal wieder - eine Slow Zone aus, damit der Audi unter sicheren Umständen abgeschleppt werden konnte.


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