DTM

DTM-Hammer: Audi steigt nach Saison 2020 aus!

Beben in der DTM: Audi gibt seinen Rückzug aus der Tourenwagenserie nach der Saison 2020 bekannt. Fokus liegt künftig auf der Formel E.
von Robert Seiwert
Audi-Ausstieg: Das Ende der DTM?: (23:15 Min.)

Das ist der Hammer: Audi beendet sein Engagement in der DTM nach der Saison 2020! Das gab der Autobauer aus Ingolstadt am Montagnachmittag in einer Pressemitteilug bekannt.

Dies hat der Audi-Vorstand auch vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Herausforderungen infolge der Corona-Pandemie beschlossen und der ITR an diesem Montag mitgeteilt. Damit stehen Formel E und Kundensport künftig im Mittelpunkt der Motorsport-Aktivitäten von Audi.

Die Saison 2020 - wie auch immer sie verlaufen wird - ist damit Audis Abschiedstournee in der DTM. "Wir hoffen, dass sich die aktuell schwierige Situation schnell bessern wird und wir in diesem Jahr noch einige DTM-Rennen fahren können", sagt Audi-Entwicklungsvorstand Hans-Joachim Rothenpieler. "Das hätten die Fans verdient, die ITR, unsere Fahrer und auch unsere Teams und Partner, die nun ausreichend Vorlauf haben, um sich für die Zeit nach 2020 neu aufzustellen. Erfolgreicher Motorsport ist ein wichtiger Teil der Audi-DNA und wird dies auch bleiben."

Audi war seit 1990 ein enorm wichtiger Bestandteil der über 30-jährigen DTM-Geschichte. Die Ingolstädter gewannen 23 Meistertitel sowie 114 Siegen, 345 Podiumsplatzierungen, 106 Pole Positions und 112 schnellsten Runden. 2019 gelang Audi die erfolgreichste Saison in der DTM mit dem Gewinn aller drei Wertungen.

"Audi hat die DTM geprägt und die DTM hat Audi geprägt. Das demonstriert, welche Power im Motorsport liegt - technologisch und emotional", sagt Markus Duesmann, Vorsitzender des Vorstandes der Audi AG. "Mit dieser Energie werden wir unseren Wandel zum Anbieter sportlicher, nachhaltiger Elektromobilität vorantreiben. Wir fokussieren uns deshalb auch auf der Rennstrecke und fahren konsequent um den Vorsprung von morgen. Die Formel E bietet dafür eine sehr attraktive Plattform. Ergänzend prüfen wir für die Zukunft weitere progressive Motorsport-Formate."

Das sagt Gerhard Berger zum Audi-Beben

DTM-Boss Gerhard Berger reagierte mit einer gewissen Portion Schärfe auf Audis Ankündigung, in der DTM den Stecker zu ziehen. Der Österreicher hätte sich offenbar über eine frühere, interne Ankündigung gewünscht. So hatte es zuletzt Mercedes-Benz nach dem Ausstieg Ende 2018 gehalten.

"Heute ist ein schwieriger Tag für den Motorsport in Deutschland und Europa. Ich bedaure die Entscheidung von Audi, sich 2021 aus der DTM zurückzuziehen, außerordentlich. Sie ist zu respektieren, auch wenn die Kurzfristigkeit, mit der diese Entscheidung mitgeteilt wurde, mich, unseren Partner BMW und alle weiteren Teams vor besondere Herausforderungen stellt. Hier hätten wir uns - gerade in Corona-Zeiten - ein Vorgehen im Sinne unserer gemeinsamen Gesellschaft gewünscht."

Audi-Aus: Wie geht es mit der DTM weiter?

Wie es nach dem Audi-Aus ab 2021 mit der DTM weitergehen wird, ließ Berger offen. Von einer sicheren Zukunft wollte er nicht sprechen. Nach 2020 ist mit BMW nur noch ein Hersteller in der Tourenwagenserie engagiert. Zudem sollen in diesem Jahr die Privatteams von WRT und ART mit Robert Kubica antreten.

Berger: "Nun ist die Situation zusätzlich verschärft, und die Zukunft der DTM wird sehr stark davon abhängen, wie die Partner und Sponsoren auf diese Entscheidung reagieren. Umso mehr erwarte ich mir jetzt von Audi eine ordnungsgemäße, verantwortungsvolle und partnerschaftliche Abwicklung des geplanten Ausstiegs. Bis dahin gilt mein ganzes Engagement der Rennsaison 2020. Wir möchten so schnell wie möglich Planungssicherheit für die Teams, die hunderttausende Fans, die Sponsoren und alle Mitarbeiter schaffen, deren Arbeitsplätze an der DTM hängen."

Robert Kubica Interview: DTM auf gleichem Level wie Formel 1: (33:08 Min.)

Die DTM hatte zur Saison 2019 mit großem Anlauf eine neue Generation Rennautos eingeführt. Erstmals kamen Fahrzeuge mit Turbo-Motoren unter dem ausgearbeiteten Class-1-Reglement zum Einsatz. Die mehr als zweijährige Entwicklung verschlang viele Millionen Euro. Mit der Class-1 strebte die DTM den Weg in die Internationalität an, der Weg ging in Richtung Asien.

2019 gab auch Aston Martin in Form eines privaten Einsatzes von R-Motorsport sein Debüt in der DTM. Nach einer schwierigen Saison beendete der Schweizer Rennstall zunächst sein Engagement mit Technikpartner HWA. Zu Beginn dieses Jahres folgte der vollständige Rückzug. Zuvor hatte mit Mercedes Ende 2018 der erfolgreichste Hersteller in der Geschichte der DTM den Stecker gezogen.


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