DTM

Robert Wickens: Würde gern Alex Zanardis DTM-BMW testen

Robert Wickens sucht nach seinem schweren IndyCar-Unfall nach Möglichkeiten, in den Rennsport zurückzukehren. Spezielle Technik von BMW könnte helfen.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Kehrt Robert Wickens noch einmal in einen DTM-Rennwagen zurück? Der Kanadier, der 2018 beim IndyCar-Rennen in Pocono einen schweren Unfall und daraus resultierend eine Rückenmarksverletzung erlitt, könnte sich das Comeback in einem speziellen Boliden vorstellen: Dem umgebauten BMW M4, mit dem Alex Zanardi 2019 einen DTM-Gaststart in Misano absolvierte und dessen Technik auch im neuen Turbo-M4 beim Dream Race in Fuji zum Einsatz kam.

Der Autobauer aus München gilt seit Zanardis vielbeachteten Renneinsätzen sowohl in der DTM als auch beim 24-Stunden-Rennen von Daytona 2019 als Spezialist für den Umbau von Rennwagen auf spezielle Bedürfnisse. Das belegte der beinamputierte Publikumsliebling Zanardi mehrfach in den vergangenen Jahren, als er BMW-Autos komplett mit seinen Händen steuern konnte.

"Mein nächster Schritt ist die Rückkehr ins Rennauto", wird Wickens von Autosport zitiert. "Nichts würde mir mehr gefallen, als Jens Marquardt bei BMW zu fragen, ob er mich in das DTM-Auto reinlässt, das Alex Zanardi gefahren ist, oder den GTLM M8, mit dem er in Daytona angetreten ist. Einfach, um zu sehen, wie unterschiedliche Handsysteme aussehen."

Robert Wickens' schwerer Unfall 2018 in Pocono - Foto: LAT Images

Wickens saß nach dem schweren Unfall während seines IndyCar-Debütjahres eine Weile im Rollstuhl, querschnittsgelähmt ist der Kanadier allerdings nicht. Seit geraumer Zeit befindet er sich in Reha und lässt die Fans via sozialer Medien an seinem Heilungsprozess teilnehmen. Zuletzt konnte Wickens aus eigener Kraft aus dem Rollstuhl aufstehen und sogar kleine Schritte auf dem Laufband machen.

Wann und ob Wickens, der von 2012 bis 2017 84 DTM-Rennen für Mercedes bestritt, wieder Rennen fahren kann, lässt sich aktuell kaum einschätzen. In diesem Jahr war geplant, dass er bei seinem IndyCar-Team Arrow McLaren SP die beiden Stammfahrer als Berater unterstützt. Die US-Formelserie hat allerdings ihre ersten vier Saisonrennen in Folge der Coronavirus-Pandemie abgesagt. Wann der 31-Jährige an eine Rennstrecke zurückkehren kann, ist deshalb ungewiss.

Zuletzt arbeitete er zusammen mit dem Team an Möglichkeiten, ein potenzielles Comeback mittels Systemen zu ermöglichen, mit denen er Autos ohne den Einsatz seiner Beine pilotieren kann. Zanardi fuhr beim Show-Rennen zwischen DTM und Super GT im November 2019 einen BMW M4 DTM, der unter anderem mit einem Handbremssystem und einem Gasring am Lenkrad umgerüstet worden war, sodass der Italiener ganz ohne Beinprothesen steuern konnte.

"Man kann Millionen von Szenarien in seinem Kopf durchspielen", sagte Wickens. "Aber letztendlich muss ich einfach so etwas fahren, um herausfinden zu können, was ich benötige. Obwohl wir bei Arrow McLaren SP unterschiedliche Lenkrad-Konzepte entwickeln, muss ich das einmal fahren, um die Theorien zu überprüfen und dann etwas Genaueres sagen zu können."


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