DTM

DTM 2019: Audi sorgt mit Hersteller-Meisterschaft für Novum

Audi macht den Sack in der Meisterschaft frühzeitig zu - auch durch Mithilfe von BMW. Blick in die Geschichtsbücher der neuen DTM: Das gab es nie zuvor.
von Robert Seiwert & Arno Wester
DTM 2019: Audis Übermacht - Langeweile im Titelkampf?: (9:55 Min.)

Das hat es seit dem DTM-Comeback 2000 noch nicht gegeben. Audi hat sich bereits im fünftletzten Saisonrennen auf dem Lausitzring den Titel in der Herstellerwertung gesichert. Nach dem durch Rene Rast und Nico Müller angeführten Fünffach-Sieg ist der Autobauer aus Ingolstadt rechnerisch nicht mehr einholbar.

Die sechs Audi-Werksfahrer zusammen mit den beiden Rookies Jonathan Aberdein und Pietro Fittipaldi vom neuen Kundenteam WRT sammelten in den ersten 14 Rennen 858 Punkte. Auf der Gegenseite erzielten die sechs BMW-Werkspiloten nur 463 Zähler. "Das zeigt, dass wir der beste Hersteller sind", sagte Titelfavorit Rene Rast nach seinem fünften Saisonsieg in der Lausitz.

Die diesjährige Überlegenheit von Audi wird deutlich, wenn man sich die Fakten anschaut: BMW hat in der Saison 2019 nur ein einziges Mal die Herstellerwertung angeführt - nach dem ersten Rennen auf dem Hockenheimring.

Bereits nach dem zweiten Lauf übernahm der Autobauer aus Ingolstadt die Führung und baute sie danach kontinuierlich aus - auch weil Audi in 11 von 14 Rennen (2000 und seit 2015 werden zwei Rennen pro Wochenende ausgetragen) mehr Punkte einfuhr als die Konkurrenz aus München. Bei den Sonntagsrennen in Brands Hatch sowie dem Lausitzring holte Audi sogar die Maximalpunktzahl von 76 Zählern.

Mehr noch: Am Lausitz-Wochenende erzielten die Audi-Fahrer 148 von maximal möglichen 152 Punkten für die Herstellerwertung - die vorzeitige Entscheidung in der Markenmeisterschaft. Audi holt nach 2004, 2014, 2016 und 2017 zum fünften Mal den Herstellertitel in der DTM. Erfolgreicher ist nur Mercedes mit sieben Gesamtsiegen.

Der Frust im BMW-Lager ist riesengroß, das zeigt auch die Reaktion des zweimaligen DTM-Champions Marco Wittmann. "Letzten Endes will das doch keiner sehen", sagt Wittmann zu Motorsport-Magazin.com. "BMW würde das seinerseits natürlich auch gern so haben, aber im Sinne der Fans wollen wir doch abwechslungsreiche Rennen."

DTM Lausitzring: Video-Zusammenfassung zu Rennen 2 am Sonntag: (03:05 Min.)

Der vorzeitige Audi-Coup gelang auch durch die Mithilfe von BMW. Weil die Münchner zum Rennwochenende in Brands Hatch drei neue Motoren verplomben ließen, wurden per Reglement die drei bestplatzierten BMW-Piloten aus dem Samstagsrennen - mit Sieger Wittmann - nicht für die Herstellerwertung berücksichtigt.

Audi hat als einziger Hersteller bislang darauf verzichtet, zusätzliche Motoren ins Kontingent aufzunehmen. Möglicherweise wird sich das vor dem nächsten und vorletzten Rennwochenende auf dem Nürburgring (13.-15. September) ändern. Der damit verbundene Verlust von Herstellerpunkten spielt nun keine Rolle mehr. "Die Möglichkeit besteht", kündigt Audi-Motorsportchef Dieter Gass an.

Von 1984 bis 1990 wurde übrigens keine DTM-Herstellerwertung ausgeschrieben, ebenso beim DTM-Comeback 2000 bis 2002. Von 2006 bis 2011 gab es ebenfalls keine Herstellerwertung in der Tourenwagenserie.

DTM-Geschichte: Alle Marken-Meister

Hersteller Titelgewinne Jahre
Mercedes 7 1991,1992,1994,1995,2003, 2005,2918
Audi 5 2004,2014,2016,2017,2018
BMW 3 2012,2013,2015
Alfa Romeo 1 1993

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