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Aston Martin Vantage DTM 2019: Das neue Auto im Technik-Check

Motor, Leistung, Gewicht und Technik: Motorsport-Magazin.com macht den großen Technik-Check beim brandneuen Aston Martin Vantage DTM Rennwagen.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Der von DTM-Neueinsteiger R-Motorsport eingesetzte Aston Martin Vantage DTM dreht bei den Testfahrten im spanischen Jerez seine ersten Runden. Motorsport-Magazin.com stellt den Herausforderer von Audi RS 5 DTM und BMW M4 DTM im Detail vor.

Chassis

Die Silhouette des DTM-Modells basiert auf der aktuellen Generation des Aston Martin Vantage, der seit 2018 auf dem Markt ist. Markant sind vor allem die schmalen Frontscheinwerfer in Kombination mit dem großen Lufteinlass an der Front. Optisch orientiert sich der neue Vantage am berühmten DB10 aus dem Bond-Streifen 'Spectre'.

Entsprechend der Vorgaben des DTM-Reglements musste der Aston Martin Vantage DTM im Vergleich zu den Maßen des Serienfahrzeugs angepasst werden. Der Aston Martin Vantage DTM ist somit 4.730 cm lang, 1.950 cm breit und 1.280 cm hoch. Zum Vergleich die Straßenversion: 4.465 cm lang, 1.943 cm breit und 1.272 cm hoch.

Bei den Testfahrten in Jerez präsentierte sich der durch Vynamic in Affalterbach gebaute Vantage wie erwartet in den Farben 'China Grey' und 'Flugplatz Blue', gleichzeitig den Teamfarben von R-Motorsport. Diese Farbkombination dürften Fans in der DTM-Saison 2019 an mindestens einem der vier Aston Martin Vantage sehen.

Der Aston Martin Vantage DTM bei seinen ersten Runden in Jerez - Foto: R-Motorsport

Gewicht

Die neuen Turbo-Autos specken im Vergleich zu ihren V8-Vorgängern kräftig ab: Das vorgeschriebene Leergewicht der neuen DTM-Fahrzeuge sinkt unter die Marke von 1.000 kg. Ohne Fahrer und Treibstoff müssen die Boliden mindestens 981 kg auf die Waage bringen - anstatt wie bisher 1.031 kg. Das sind 50 kg weniger als in der vergangenen Saison.

Motor

Im Aston Martin Vantage DTM werkelt der neue Vier-Zylinder-Turbomotor mit zwei Litern Hubraum, der ab 2019 unter dem Class-One-Reglement seine Premiere in der DTM gibt. Das Aggregat ist als Frontmittelmotor hinter der Vorderachse eingebaut. Dabei handelt es sich um einen Aston-Martin-Motor, der von Vynamic in Affalterbach entwickelt und gebaut wurde.

Die Leistungsangaben der neuen Turbo-Motoren variieren. Audi sprach zuletzt von mehr als 610 PS, während die ITR das Leistungsgewicht auf ca. 1,6 kg/PS bezifferte. Vieles wird letztendlich von der Haltbarkeit und Laufleistung der aufgeladenen Aggregate abhängen.

DTM 2019: Aston Martin greift an!: (08:39 Min.)

Kühlung

Die neuen Turbo-Motoren brauchen so viel Luft beziehungsweise Kühlung wie nur irgendwie möglich. Das zeigt sich etwa an der Motorhaube des Aston Martin Vantage DTM und den darunterliegenden Ladeluftkühlern. Zwei riesengroße, unterteilte Öffnungen ziehen sich bis weit zum unteren Bereich der Motorhaube und dominieren die Optik der Frontpartie.

Passend dazu die Frontschürze des Vantage, die fast vollständig geöffnet ist, um Luft in den Motorraum zu blasen. Von Vorteil: Die Serienversion des Aston Martin Vantage wird von einem Vier-Liter Twinturbo V8 befeuert, der ebenfalls nach ausgiebiger Kühlung fragt und einen entsprechend ausufernden Kühlergrill aufweist.

Die zerklüftete Frontpartie des Turbo-Vantage - Foto: R-Motorsport

Auspuff

Gleiches Spiel beim Aston Martin Vantage DTM wie auch beim Audi RS 5 DTM und dem BMW M4 DTM: Für den neuen Turbo-Motor musste die Abgasanlage komplett neu konzipiert werden. Die Autos sind 2019 mit einem deutlich verkürzten Endrohr nur noch auf der rechten Fahrzeugseite ausgestattet. Sein Ausgang mündet im mittleren Türbereich neben der Entlüftung. Das zweite Endrohr, das es in der Vergangenheit auf der linken Fahrzeugseite gab, fällt komplett weg.

Das Endrohr ist nur noch auf der rechten Fahrzeugseite sichtbar - Foto: R-Motorsport

Heckflügel mit DRS

2019 warten die DTM-Autos mit riesigen Heckflügeln auf, die auf der Variante aus der japanischen Super GT basieren. Damit kehren sie auch zurück zum einfachen Flügelblatt. Der 2019er Heckflügel ist um 520 Millimeter breiter als die 2018er Variante, in Summe also 1.900 mm. Der Flügel selber ist 1.879 mm breit, jedoch werden links und rechts jeweils 10,5 mm breite Endplatten angeschraubt.

Nach einigen Diskussionen bleibt das DRS auch 2019 erhalten. Die Fahrer dürfen den Klappflügel im Rennen nur dann einsetzen, wenn ihr Abstand zum jeweils vorausfahrenden Fahrzeug weniger als drei Sekunden beträgt. Mit einer Ausnahme: Ab dieser Saison können alle Fahrer - außer dem Führenden - in den letzten fünf Runden DRS einsetzen, unabhängig vom Abstand zum Vordermann.

Push-To-Pass

Neben dem DRS soll ein neuartiges Push-To-Pass-System mehr Überholmanöver fördern. Mittels eines Einheitsbauteils (Kraftstoff-Massenstrom-Restriktor) steht dem Fahrer per Knopfdruck dadurch kurzzeitig mehr Leistung zur Verfügung. Bis zu 30 PS zusätzlich sind abrufbar, wenn vorübergehend etwas mehr Treibstoff unter Volllast in die Brennräume eingespritzt wird. Die Fahrer dürfen die Push-to-Pass-Funktion während eines Rennens bis zu zwölfmal aktivieren.

Die Technik des Aston Martin Vantage DTM

Chassis:
Carbon-Monocoque mit Überrollstruktur aus Stahl, Front-, Seiten- und Heck-Crashstrukturen, Motorhaube, Türen, Seitenwände und Kotflügel aus Carbon

Länge: 4.730 mm
Breite: 1.950 mm
Höhe: 1.280 mm
Mindestgewicht: 981 kg

Motor:
Vier-Zylinder Reihenmotor Turbo
Hubraum: 2,0 Liter
Max. Drehzahl: 9500 1/min (per Reglement)
Kraftstoffdurchfluss: max. 95kg/h (per Reglement)

Getriebe:
Einheitsgetriebe
Einheits-6-Gang-Getriebe in Transaxle-Anordnung
Heckantrieb, sequenzielle pneumatisch betätigte Lenkradschaltung
Mechanische Differentialsperre ohne Antriebsschlupfregelung
Carbonfaser-Kardanwelle
4-Scheiben-Carbonfaserkupplung mechanisch betätigt mit Fußpedal

Radaufhängung:
Einheitliche Doppelquerlenker mit durch Druckstangen betätigten Feder-Dämpfer-Einheiten an Vorder- und Hinterachse

Bremsen:
Einheitliche Carbon-Bremsanlage ohne ABS

Räder/Reifen:
Einheits-Aluminiumfelgen, Einheitsreifen von Hankook


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