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Nach 15 Jahren DTM: Deshalb lernt Gary Paffett jetzt Deutsch

Es kommt einer kleinen Sensation gleich: Gary Paffett verrät nach 15 Jahren DTM, dass er angefangen hat, die deutsche Sprache zu lernen. Warum jetzt, Gary?
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Der Mann ist DTM-Geschichte auf zwei Beinen: Gary Paffett. Seit 15 Jahren geht der Brite für Mercedes an den Start - also die Hälfte der gesamten Zeit der Suttgarter in der deutschen Tourenwagenserie. 173 Rennen, 22 Siege (einer weniger als Mattias Ekström) und die Meisterschaft 2005: Paffett hat so ziemlich alles erreicht, was ein Fahrer in der DTM erreichen kann.

Nur eines fehlte dem 37-Jährigen: Deutsch-Kenntnisse! Kaum zu glauben, aber trotz seiner langen Zeit in der DTM bleibt Paffett beharrlich bei seiner englischen Muttersprache. Während andere erfahrene Piloten wie Jamie Green oder Bruno Spengler mit den Jahren ihr Deutsch immer weiter verbesserten, blieb Gary seiner Linie treu.

Bis 2017, denn: Wie Paffett im Interview mit Motorsport-Magazin.com verrät, arbeitete er im vergangenen Jahr erstmals an seinen Deutsch-Kenntnissen. "Früher habe ich nie aktiv versucht, Deutsch zu lernen", gibt Paffett zu und nennt den Grund: "Ein paar Wörter habe ich hier und da aufgeschnappt. Weißt du, wir Briten sind ein bisschen faul, was Sprachen angeht. Wir erwarten meist, dass die Menschen mit uns sowieso Englisch sprechen..."

Paffett weiter: "Letztes Jahr habe ich angefangen, Deutsch zu lernen! Ich habe bei einem Online-Kurs mitgemacht, allerdings nicht ganz abgeschlossen. Ich will aber dran bleiben, denn ich möchte die deutsche Sprache lernen. Eine Deadline setze ich mir nicht, aber irgendwann spreche ich Deutsch, versprochen!"

Mercedes akzeptierte Paffetts Eigenheit in dieser Hinsicht in all den Jahren. Doch was hat das DTM-Urgestein plötzlich zum Umdenken bewegt? Die Antwort liegt in der Zukunft. Mercedes steigt zum Ende der Saison aus der DTM aus, die sechs Fahrer müssen sich eine neue Beschäftigung suchen. Paffett bemüht sich wie seine Kollegen um einen Platz in der Formel E, in die HWA zur kommenden Saison einsteigen wird. Unsicher aber, wer eines der begehrten Cockpits ergattert.

Hat sich kaum verändert: Paffett 2003 beim DTM-Debüt mit Stefan Mücke - Foto: LAT Images

Nie ohne den Stern

Fest steht aber, dass Paffett über seine DTM-Zeit hinaus mit Mercedes verbunden bleiben wird. Kaum ein Fahrer repräsentiert die Marke mit dem Stern so sehr wie Gary. Und als Markenbotschafter kann es sicherlich nicht schaden, auch der deutschen Sprache mächtig zu sein.

"Ich spreche aktuell mit Mercedes über die Möglichkeit, in der Formel E zu fahren", sagt Paffett. "Das ist das konkreteste Thema, es ist aber noch nichts entschieden. Sicher ist auf jeden Fall, dass ich auch nach dem Ende meiner aktiven Karriere weiter ein Teil der Mercedes-Familie bleiben möchte.

Auf gutem Wege zum 2. Titel

Dass Paffett über den Mercedes-Ausstieg weiter in der DTM fahren wird, ist quasi ausgeschlossen. Zu lange ist er schon mit Mercedes verbandelt, und so soll es künftig auch weitergehen. Am liebsten würde sich Paffett natürlich mit dem Titelgewinn aus der Serie verabschieden. Dazu hat er dieses Jahr im starken Mercedes so gute Chancen wie lange nicht mehr.

Am kommenden Wochenende gastiert die DTM in Zandvoort. Auf dem niederländischen Kurs will Paffett (99 Punkte) seine Führung in der Meisterschaft auf die Verfolger Edo Mortara (93), Marco Wittmann (92) und Timo Glock mit ebenfalls 92 Zählern ausbauen. Die Chancen stehen nicht schlecht: Paffett ist mit drei Siegen (2005, 2009, 2010) der erfolgreichste aktive DTM-Pilot in Zandvoort.

Das große Exklusiv-Interview mit Gary Paffett gibt es in der nächsten Print-Ausgabe von Motorsport-Magazin.com. Ab sofort am gut sortierten Zeitungs-Kiosk oder ganz einfach im Abo erhältlich.


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