DTM

Norisring: Die Stimmen zum Rennen am Sonntag

Am Sonntag überschattete der Unfall zwischen Paffett und Rocky ein spannendes Rennen. Das sagen die Fahrer zum Norisring-Sonntag.

Motorsport-Magazin.com - Maxime Martin (1.) "Es war ein unglaubliches Rennen. Ich hatte von Platz sieben einen sehr guten Start und war nach der ersten Runde bereits Vierter. Nach Runde zwei lag ich auf Rang drei, nachdem einige andere schon an der Box waren. Danach habe ich richtig gepusht und konnte nach der Safety-Car-Phase die Führung übernehmen. Zwar war es nach dem Abbruch und dem folgenden Neustart nicht einfach, aber es hat geklappt. In Budapest war ich Dritter, gestern Zweiter, heute der Sieg – es ist einfach großartig."
Lucas Auer (2.) "Das war Wahnsinn - was für ein Rennen! Natürlich hoffe ich, dass es Gary und Mike nach dem Unfall gut geht. Riesengratulation an mein Team. Das war eine Meisterleistung. In den letzten zehn Runden habe ich einen Krampf bekommen und musste mit dem rechten Fuß bremsen. Jetzt bin ich aber happy. In den letzten vier Qualifyings war ich immer unter den Top-7, aber das Rennglück war leider nicht immer auf meiner Seite. Jetzt ist es wieder da. Das gibt mir Selbstvertrauen für das nächste Rennwochenende."
Edoardo Mortara (3.) "Wenn du so mit zwei Jungs kämpfst, ist es wie ein "Drag Race" von der letzten Kurve bis zur Ziellinie. Das war hart, aber am Ende hat es für mich gereicht und ich hatte die Nase vorne. Platz drei vom 16. Startplatz ist einfach unglaublich. Das ist ein fantastisches Ergebnis für das Team und mich. Ich hätte im zweiten Rennen in Hockenheim schon einmal aufs Podium fahren können, aber dort habe ich einen Fehler gemacht. Jetzt freue ich mich, dass mir heute mein erstes DTM-Podium mit Mercedes gelungen ist. Hoffentlich können wir das in Zukunft noch oft wiederholen."
Mattias Ekström (4.) "Ein schönes Wochenende mit vielen Punkten, sehr abwechslungsreich, nur leider kein Sieg. Aber ich bin jetzt Meisterschaftsführender. Im ersten Rennen war es zunächst sehr nass. Als es abtrocknete, musste ich kämpfen. Über Platz drei am Samstag kann ich mich nicht beklagen. Mein Rennen am Sonntag war sehr abwechslungsreich. Ich habe auf dem Weg zu Platz vier viel Staub geschluckt. Der Start war nicht so toll, aber dann war ganz schön viel los bis zur Roten Flagge. Danach bin ich hinter der Spitze gefahren, habe von den Kämpfen vor mir profitiert und hatte ein Podium vor Augen. Leider gab es in der letzten Kurve einen kleinen Schubser von Marco Wittmann. Damit bin ich wieder auf Platz vier gelandet."
Marco Wittmann (5.) "Das Rennen an sich lief gut. Dank unserer Strategie, nach der zweiten Runde zu stoppen, konnte ich Positionen gutmachen und bin längere Zeit auf Rang neun gefahren. Nach dem Re-Start habe ich sechs Positionen herausgeholt und war Dritter – was für eine Runde. Die anderen Fahrer waren wegen der kalten Reifen etwas vorsichtiger, und ich habe voll attackiert. Das ging auf: Ich lag lange Zeit auf Podiumskurs. Zwei Runden vor Schluss hat Lucas Auer dann einen kleinen Fehler gemacht, und ich habe versucht, das auszunutzen. Dabei kam Mattias an mir vorbei. Es ist wirklich schade, dass es am Ende nur der fünfte Platz geworden ist."
Paul Di Resta (6.) "Mit dem Doppel-Podium war das heute ein besserer Tag für das Team. Für mich war es ein gemischtes Rennen. Vor dem Safety Car-Einsatz hatten wir eine ordentliche Strategie. Kurz vor der roten Flagge handelte ich mir zwei Reifenschäden ein. Somit konnte ich nur noch um die Strecke humpeln. Nach dem Re-Start war ich Sechster und ich kam auch als Sechster ins Ziel. Es hätte besser sein können, aber gleichzeitig habe ich wenigstens gepunktet. Nach einem schwierigen Wochenende hier geht es jetzt auf zu den nächsten beiden Rennen."
Augusto Farfus (7.) "Ich habe lange auf meine ersten Punkte der Saison warten müssen, endlich hat es geklappt. Leider hatten wir zu Beginn des Wochenendes Schwierigkeiten, die richtige Abstimmung zu finden. Heute hatte ich aber ein Auto, mit dem ich kämpfen konnte. Platz sieben geht in Ordnung, vor allem wenn man bedenkt, wo ich losgefahren bin. Der Anfang ist gemacht, nun hoffe ich auf viele weitere Punkte in der restlichen Saison."
Jamie Green (8.) "Das war ein hartes Wochenende. Schon im Freien Training haben wir keine gute Balance hinbekommen. Unsere Abstimmung hat sich nicht ausgezahlt und wir waren zu langsam. Wenn am Norisring auch nur ein oder zwei Zehntel fehlen, steht man in der Startaufstellung weit hinten. Die Trainings und Qualifyings waren schwierig. So ging es in den Rennen einfach nur darum, durchzukommen. Das haben wir geschafft und ein paar Punkte gesammelt."
Tom Blomqvist (9.) "Zwei Punkte sind besser als nichts, aber ich wollte von der Poleposition natürlich viel weiter nach vorn und um den Sieg kämpfen. Deshalb bin ich sehr enttäuscht. Ich habe schon die ganze Saison über mit den Starts Probleme. Auch hier kam ich nicht gut weg. Dann kam auch noch Pech dazu, als ich nach dem Boxenstopp hinter einer größeren Gruppe auf die Strecke zurückkehrte und weit nach hinten fiel. Ein Top-Ergebnis und ein Platz im hinteren Feld lagen heute sehr eng beisammen."
Timo Glock (10.) "Das war ein verrücktes Rennen. Am wichtigsten ist natürlich, dass Gary Paffett und Mike Rockenfeller nichts Schlimmeres passiert ist. Das sah schon sehr heftig aus. Im Großen und Ganzen müssen wir mit unserem Ergebnis zufrieden sein, vor allem mit Blick auf meinen Reifenschaden vorne rechts. Gary hatte sich bei mir angelehnt, und irgendein Flick hat mir dann den Reifen aufgeschlitzt. Also musste ich einen extra Boxenstopp einlegen. Normalerweise ist ein Rennen dann gelaufen. Unser Glück war, dass das Safety-Car herausgekommen ist. Dadurch habe ich noch einmal eine kleine Chance bekommen, hatte ein paar schöne Überholmanöver und konnte noch einen Punkt ergattern. Glückwunsch an Maxime, er hat das gesamte Wochenende über eine starke Vorstellung gezeigt. Für BMW war es natürlich auch ein Wahnsinns-Wochenende, und das freut mich besonders. Für die Fans war heute einiges geboten."
Robert Wickens (11.) "Ich weiß ehrlich gesagt nicht wirklich, was im Rennen passiert ist. Ich hatte einen großartigen Start und ging in Führung. Alles sah gut aus und dann kam ich in den Verkehr von Fahrern, die bereits an der Box gewesen waren. Sie hielten mich sehr auf. Realistisch betrachtet hätten wir vorher an die Box gehen sollen, aber so verlor ich wahrscheinlich vier oder fünf Sekunden und kam als Achter wieder heraus. Dann fuhr mich Rast ausgangs Kurve eins in die Mauer. Danach ging es nur noch bergab. Das Wichtigste ist aber, dass Gary okay ist. Das ist die wichtigste Nachricht des Tages. Vom Rennen selbst bin ich aber sehr enttäuscht. Ich bin aus der ersten Reihe losgefahren, habe den ersten Stint angeführt und dann erwartest du nicht, außerhalb der Top-10 ins Ziel zu kommen. Das war weder ein Fehler der Jungs, noch von mir. Manchmal kann Motorsport einfach grausam sein."
Bruno Spengler (12.) "Das Rennen lief zunächst recht gut, und wir hatten definitiv Chancen auf das Podium, wenn nicht sogar auf den Sieg. Unser Auto und unsere Pace waren super. Nach dem Re-Start hat Duval komplett zugemacht, und es kam zu einer Berührung, die zu meinem Reifenschaden geführt hat. Das hat mich das Rennen gekostet. Es ist wirklich schade. Gratulation an Maxime zum Sieg. Er ist ein gutes Rennen gefahren. Und trotz meiner Enttäuschung nehme ich das Positive vom gestrigen Sieg mit und konzentriere mich nun voll und ganz auf das nächste Rennen."
Nico Müller (13.) "Wir waren eigentlich gut unterwegs, haben aber leider aus unserer Pace deutlich zu wenig gemacht. Am Samstag wäre mehr als Platz neun drin gewesen, aber die Bedingungen waren sehr schwierig. Am Sonntag hatten wir von Startplatz drei das Podium anvisiert, doch dann ging alles schief. Ich hatte keinen allzu guten Start und nach dem Boxenstopp habe ich die Reifen nicht auf Temperatur gebracht und Zeit verloren. Als ich versuchte, meine Position zu verteidigen, habe ich mir einen Bremsplatten eingefahren. Außerdem hatte ich einen Kontakt mit Bruno (Spengler), danach ging gar nichts mehr."
Maro Engel (14.) "Unabhängig vom Ergebnis ist heute die wichtigste Nachricht, dass es Gary den Umständen entsprechend gut geht. Ich habe den Unfall direkt vor mir gesehen. So ein Highspeed-Unfall und so ein heftiger Einschlag sehen nie gut aus. Für mich war es leider ein Wochenende zum Vergessen. Ich kam leider nicht richtig klar mit der Balance meines Autos. So gab es für mich an diesem Wochenende keine Punkte. Immerhin hat Lucas heute kräftig Zähler für die Meisterschaft geholt und standen zwei Fahrer von uns auf dem Podium. Ich freue mich jetzt auf Moskau. Die Strecke ist neu für mich, aber ich habe schon viel darüber gehört und glaube, dass es mir viel Spaß machen wird, dort zu fahren."
Loic Duval (15.) "Auch wenn es ein paar positive Momente gab, war das definitiv kein gutes Wochenende und ich habe keine Punkte gesammelt. Das Rennen am Sonntag war besser als der Lauf am Samstag. Die Strecke ist sehr speziell. Zuletzt bin ich hier vor 13 Jahren gefahren und ich habe ein bisschen gebraucht, um mich wieder daran zu gewöhnen. Leider war mein letzter Sektor nie so gut. Bis zur Safety-Car-Phase sah es ganz ordentlich aus, auch wenn da noch viele Runden zu fahren waren. Leider kann man nie abschätzen, ob und wann es eine Gelbphase geben könnte. So musste ich an die Box kommen, als alle anderen ihre Stopps schon erledigt hatten. Das hat mir mein Rennen ruiniert. Aber generell zeigt meine Lernkurve in der DTM nach oben."
René Rast (16.) "Wir haben am Norisring nur zwei Punkte herausgeholt, und die nicht einmal aus dem Rennen, sondern im Qualifying. Die Pace war in beiden Qualifyings da. Am Samstag bin ich im Rennen leider über die gelbe Linie an der Boxenausfahrt gefahren, sonst wäre ein Podium drin gewesen. Am Sonntag habe ich es im Qualifying nicht auf den Punkt gebracht. Im Rennen hatte ich eine Kollision mit Robert Wickens. Insgesamt kein schönes Wochenende."
Mike Rockenfeller (Ausfall) "Der Start zum zweiten Rennen war okay, dann wurde es turbulent. Unsere Strategie war nicht perfekt, aber das müssen wir noch besprechen. Dann passierte der Unfall mit Gary (Paffett). Ich konnte nichts machen, ich war bereits in der Kurve. Es gab einen Riesenschlag. Ich bin froh, dass unsere Autos so sicher sind. Aber ich habe leider einen gebrochenen Mittelfuß, vielleicht ist es halb so schlimm. Ich hoffe, dass ich in Moskau wieder dabei bin."
Gary Paffett (Ausfall) "Das war ein schlimmer Unfall, aber mir geht es gut. Es tut mir leid, dass auch noch Rocky getroffen und dabei verletzt wurde. Ich hoffe, dass er schnell wieder gesund wird. Mein besonderer Dank gilt dem gesamten medizinischen Team - sowohl an der Rennstrecke als auch im Krankenhaus. Die Betreuung durch sie war erstklassig."
Uli Fritz (MB) "Zunächst gute Besserung an Rocky. Hoffentlich ist er bald wieder gesund. So etwas wollen wir im Motorsport natürlich nie sehen. Gott sei Dank hat Gary laut der ersten Untersuchung nur Prellungen. Was hier heute alles passiert ist, ist schwer in Worte zu fassen. Vor allem das Finish war der absolute Hammer. Heute mit Luggi und Edo auf dem Podium zu sein, ist unglaublich und eine Genugtuung nach gestern."
Dieter Gass (AUDI) "Das war ein aufregendes Wochenende mit zwei spektakulären Rennen, einer tollen Kulisse an beiden Tagen und den Norisring-typischen engen Zeitabständen. Ich denke, die Fans sind voll auf ihre Kosten gekommen. Mattias (Ekström) war auf dem Norisring wieder einmal eine Bank. Ich bin sehr froh, dass wir ihn hier hatten. Und für ihn hat es sich auch gelohnt: Er ist der neue Tabellenführer in der DTM. Wir führen auch weiter in der Hersteller- und in der Teamwertung, auch wenn wir nicht ganz so viele Punkte geholt haben, wie es vielleicht möglich gewesen wäre. Speziell am Sonntag hatten wir viel Pech, aber solche Tage gibt es im Motorsport. Über das Fotofinish um Platz drei mit drei Autos nebeneinander wird man noch lange sprechen. Etwas im Magen liegt uns natürlich die Verletzung von Mike (Rockenfeller). Wir wünschen ihm eine schnelle Genesung und sind froh, dass ihm und Gary (Paffett) nichts Ernsteres passiert ist."
Jens Marquardt (BMW) "Es war ein Wahnsinns-Wochenende für uns hier am Norisring. Maxime hat heute in einem äußerst spannenden, turbulenten und teilweise chaotischen Rennen einen tollen Sieg gefeiert, nachdem er gestern schon auf Platz zwei ins Ziel gekommen ist. Ich bin unheimlich stolz auf unser Team, wir sind mit fünf BMW in die Top-10 gefahren und haben wieder viele wichtige Punkte gesammelt. Ein erfolgreiches Wochenende mit dem Doppelsieg gestern, dem Erfolg heute und unserem insgesamt 75. Sieg in der DTM – heute Abend wird bei uns definitiv gefeiert. Wir wünschen Rocky eine schnelle Genesung."


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