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DTM / Rennbericht

Audi ohne Konkurrenz - Entfesselter Green dominiert das Sonntagsrennen

Green, Green, Green! Der Audi-Fahrer gewinnt nach dem Sieg am Samstag auch das Sonntagsrennen der DTM auf dem Lausitzring. Pure Audi-Dominanz!
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Jamie Green hat vor einer Kulisse von 60.000 Zuschauern das Sonntagsrennen der DTM auf dem Lausitzring gewonnen. Der Brite lieferte sich in der Anfangsphase ein episches Duell mit Audi-Kollege Mattias Ekström und überstand auch den Re-Start nach einer späten Safety-Car-Phase. Gleich am Start hatte sich der Schwede innen an Green vorbeigebremst und die Führung übernommen. Schnell setzte sich Ekström leicht ab, fuhr aus dem DRS-Fenster. Doch Green sollte zurückschlagen.

In Runde sieben setzte Green den Konter, stach in Kurve eins innen rein. Doch Ekström konterte sofort, blieb außen neben Green in übernahm in der folgenden Linkskruve wieder die Führung. Eine Runde später die nächste Attacke - diesmal reichte es für den Briten. Sofort fuhr Green wie entfesselt auf und davon.

Ekström leistete zunächst erbittert Widerstand - Foto: DTM

Ekström-Undercut verpufft

Zwar versuchte Ekström durch einen Undercut die Spitze zurückzuholen, doch verpuffte der strategische Schachzug angesichts der überlegenen Pace seines Markenkollegen. Green blieb vorne, setzte sich weiter ab und fuhr dem dritten Saisonsieg im vierten Rennen entgegen. Insgesamt war es der 11. Erfolg des Briten in der DTM, womit er in der ewigen Bestenliste mit Manuel Reuter gleichzog.

Er war der Mann des Wochenendes
Ekström über Green

"Es war hart. Mattias war sehr schnell heute. Der Abstand war immer nur bei 2,8 Sekunden", sagte der bescheidene Sieger. "Jamie war einen Tick schneller", ergänzt Ekström. "Er war der Mann des Wochenendes", lobte der Schwede. Mit Blick auf den Audi-Fünffachsieg ergänzte der Routinier: "So eine Dominanz habe ich in 15 Jahren DTM noch nicht erlebt."

Auf den Plätzen hinter dem Führungsduo entbrannte Mitte des Rennens ein Duell um den letzten Platz auf dem Podium zwischen Timo Scheider und Miguel Molina. In Runde 25 drückte sich Scheider in Kurve eins am Spanier vorbei, doch der konterte im Stile Ekströms. Bis zehn Minuten vor Rennende tat sich nichts weiter, dann kam plötzlich das Safety Car nach einem Abflug Lucas Auers auf die Strecke und drängte das Feld nochmal eng zusammen.

Juncadella attackierte kurz vor Schluss das Audi-Quintett - Foto: Mercedes-Benz

Ereignisarmer Re-Start

Viel Bewegung ins Feld brachte der Re-Start in Runde 42 allerdings nicht. Green behauptete souverän die Spitze vor Ekström, Molina und Scheider. Einzig der fünfte Audi im Bunde - Moratara - musste sich den Attacken des Mercedes' Daniel Juncadellas erwehren.

In der letzten Runde kam es schließlich zum Großangriff in Kurve eins - doch Mortara hielt knallhart dagegen und verteidigte den Audi-Fünffachsieg. Dahinter fuhr Christian Vietoris auf Rang sieben ins Ziel. Maxime Martin, Nico Müller und Mike Rockenfeller komplettierten die Top-10.

Veränderte Startaufstellung: In einem aus Audi-Sicht erneut überragendem Qualifying mit vier Ingolstädtern an der Spitze und einem unantastbaren Jamie Green auf Pole Position, sorgte ein Zwischenfall für eine Veränderung im abschließenden Grid. Bruno Spengler blockierte Mike Rockenfeller und musste um fünf Plätze zurück. Der Kanadier startete damit von Rang 18. Adrien Tambay blieb für ein ähnliches Vergehen straffrei.

Am Start verlor Green zunächst die Führung an Ekström - Foto: Audi

Der Start: Mattias Ekström erwischte den besten Start und bremste sich in der ersten Kurve sofort innen an Jamie Green vorbei. Etwas weiter hinten überholte Edoardo Mortara Maxime Martin, sodass jetzt fünf Audis an Spitze lagen. Pascal Wehrlein verlor im Mercedse massiv an Boden und fiel auf den drittletzten Platz zurück. Ganz an das Ende des Feldes ging es für Marco Wittmann im BMW nach einem Ausritt ins Kiesbett durch eine Berührung mit Robert Wickens.

Die Strategie: Mike Rockenfeller und Miguel Molina eröffneten in Runde 15 den Reigen der Boxenstopps. Mit Antonio Felix da Costa, Timo Glock und Marco Wittmann steuerte als nächstes eine BMW-Phalanx an die Box. Eine Runde später stoppte der zweitplatzierte Mattias Ekström. In Runde 17 kam schließlich der Führende, Jamie Green, zum Reifenwechsel. Der Undercut des Schweden verpuffte jedoch. Auch sonst ergaben sich in der Spitzengruppe keine Positionsverschiebungen. Mercedes unterdessen wählte eine konservativere Strategie und rief seine Fahrer erst später an die Box. Das zahlte sich aus. Daniel Juncadella löste BMW-Mann Maxime Martin als ersten Audi-Jäger ab.

Die Zwischenfälle: Marco Wittmann kam nach einer Berührung mit Robert Wickens im Startgetümmel von der Strecke ab und räuberte durch das Kiesbett. Der Kanadier erhielt eine Verwarnung. In Runde 26 kam es zu einem Zwischenfall zwischen Pascal Wehrlein und Antonio Felix da Costa. Der BMW-Fahrer drückte den Mercedes von der Strecke, sodass Wehrlein durch die Wiese räuberte. Die Rennleitung untersucht den Vorfall nach Rennende. Eine kleinere Berührung zwischen Augusto Farfus und Maximilian Götz folgte in Runde 31. Für den Brasilianer sollte sie jedoch schlimme Folgen haben.

Bruno Spengler kassierte eine 30-Sekunden-Zeitstrafe - Foto: DTM

Eine Runde später der nächste kleine Vorfall: Robert Wickens rauschte ins Grüne. Zehn Minuten vor Ablauf der Rennzeit ereignete sich der größte Zwischenfall: Lucas Auer rutschte von der Strecke, blieb im Kies stecken - das Safety Car kam auf die Strecke! Nach dem Re-Start drehte Bruno Spengler schließlich noch Adrien Tambay um - und kassierte eine Durchfahrtsstrafe. Diese trat Spengler nicht mehr an, sodass er mit einer 30-Sekunden-Zeitstrafe bedacht wurde.

Die Ausfälle: Den ersten erwischte es bereits in Runde drei: Tom Blomqvist musste seinen BMW mit einer defekten Wasserpumpe abstellen. Zwei Runden später war auch für Gary Paffett im Mercedes Feierabend - Getriebeschaden. Ebenfalls vorzeit aus war das Rennen schließlich für Augusto Farfus nach dessen Kollision mit Max Götz in Runde 31. Für Adrien Tambay war das Rennen eine Runde vor Schluss ebenfalls vorzeitig vorbei.

Der Meisterschaftsstand: Jamie Green setzt sich in der Gesamtwertung weiter von seinen Verfolgern ab. Mit nun 75 von 100 möglichen Punkten führt der Brite klar vor seinen punktgleichen Markenkollegen Mattias Ekström und Edoardo Mortara (je 58 Zähler).

Die Top-Facts zum Rennen

  • Green feiert dritten Sieg im vierten Rennen
  • Heißes Start-Duell zwischen Ekström und Green
  • Pure Audi-Dominanz
  • Juncadella bester Verfolger

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