Max Verstappen hat für sein weltweit mit Spannung erwartetes Debüt beim 24h-Rennen Nürburgring 2026 (14.-17. Mai) ein illustres Fahrer-Trio um sich herum versammelt: Der viermalige Formel-1-Weltmeister hat mit Lucas Auer, Jules Gounon und Daniel Juncadella absolute Mercedes-AMG-Spezialisten ausgewählt. Klappt es jetzt mit dem ersten Gesamtsieg der Affalterbacher nach zehn Jahren?

Seit 2016 und dem Triumph von Black Falcon mit Bernd Schneider/Maro Engel/Manuel Metzger/Adam Christodoulou wartet Mercedes-AMG auf den nächsten Triumph beim Eifel-Klassiker - eine gefühlte Ewigkeit, während seitdem vor allem Audi, BMW und Porsche den Ton auf der Nordschleife angaben. Jetzt soll es das aus der DTM bekannte Team Winward Racing bei seiner Rückkehr auf die Nordschleife für die Marke mit dem Stern richten.

"Top-Lineup": Mercedes-AMG peilt Sieg bei 24h Nürburgring an

"Es ist unglaublich, mit Max zusammen das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring zu bestreiten", herrscht beim amtierenden DTM-Vizemeister Lucas Auer schon große Vorfreude. "Mit Dani und Jules haben wir ein Top-Lineup. Der Nürburgring schreibt eh seine eigenen Geschichten, aber jetzt ist es wichtig, eine gute Vorbereitung zu haben. Ich bin Rennfahrer, meine Zielsetzung ist klar."

Der Österreicher Auer zählt inzwischen zu den langjährigsten Fahrern im AMG-Werkskader, ging aber erst zweimal beim 24h-Rennen Nürburgring an den Start. 2025 fuhr er im GetSpeed-Mercedes 40 Runden hinterher, 2024 schied er vorzeitig aus. Es ist bereits drei Jahre her, seit zuletzt ein Mercedes-AMG GT3 beim Eifel-Klassiker auf dem Podest landete: 2023 belegten Luca Stolz/Raffaele Marciello/Philip Ellis den dritten Platz beim Sieg des Frikadelli-Ferrari.

Mercedes-AMG Team Verstappen Racing #3
Alle Augen sind auf den Mercedes-AMG GT3 von Max Verstappen gerichtet, Foto: Mercedes-AMG

Jules Gounon überzeugt: "Sehr konkurrenzfähiges Lineup"

2022 schnupperte Mercedes-AMG zuletzt am Gesamtsieg, doch die beiden GetSpeed-Boliden auf den Plätzen zwei und drei waren am Ende äußerst knapp dem Phoenix-Audi unterlegen. Gounon und Juncadella fuhren damals zusammen mit Engel zu P3 - und wollen es jetzt besser machen. "Es ist großartig, nach einem Jahr Pause wieder beim 24-Stunden-Rennen dabei zu sein", sagt der Franzose Gounon. "Nach dem Podiumsplatz 2022 strebe ich dieses Mal ein noch stärkeres Ergebnis an."

Gounon und Juncadella gehen für das Mercedes-AMG Team Verstappen Racing zudem in der GT World Challenge an den Start und bestreiten den Endurance Cup zusammen mit dem jungen Briten Chris Lulham. "Diese Kontinuität hilft uns, effizient zusammenzuarbeiten", ist DTM-Fahrer Gounon überzeugt. "Der Mercedes-AMG GT3 hat sich am Nürburgring als stark erwiesen, und mit Luggi, Dani und Max haben wir ein sehr konkurrenzfähiges Lineup. Wir alle teilen die gleiche Denkweise und Herangehensweise."

Deshalb kehrt Daniel Juncadella zu Mercedes-AMG zurück

Während die AMG-Werksfahrer Auer und Gounon als 'No-Brainer' aus Sicht der Affalterbacher gelten, ist die Rückkehr von Juncadella in einen GT3-Mercedes eine kleine Überraschung. Der Spanier hatte sich nämlich Ende 2023 nach vielen Jahren von Mercedes verabschiedet und war zu Corvette gewechselt. Inzwischen ist er für das neue WEC-Engagement der Hyundai-Edeltochter Genesis tätig. Aber: Juncadella und Verstappen verbindet eine persönliche Freundschaft - durchs Sim-Racing!

"Ich kenne Max ziemlich gut aus seinem Simulator-Rennteam", bestätigt der frühere DTM-Pilot. "Und auch die Vorbereitung auf das 24-Stunden-Rennen im Simulator ist sehr wertvoll - wir haben bereits viel Vorarbeit geleistet. Ich bin Mercedes-AMG Motorsport sowie Genesis Magma Racing, die ich im Hypercar-Programm vertrete, sehr dankbar dafür, dass sie mir die Genehmigung erteilt haben, dieses GT3-Projekt umzusetzen."

Juncadella bestritt das 24h-Rennen Nürburgring zwischen 2018 und 2024 fünfmal für Mercedes-AMG und fuhr in den Jahren 2021 sowie 2022 aufs Podium. Bei der letztjährigen Ausgabe kehrte der 34-Jährige überraschend mit einem von Abt Sportsline eingesetzten Lamborghini Huracan auf die Nordschleife zurück, fiel aber vorzeitig aus.

Juncadellas Kampfansage: "Ich liebe das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring. Ich fahre dort seit vielen Jahren und hoffe, endlich die Chance zu bekommen, dieses Rennen zu gewinnen. Unser Paket ist extrem stark. Wir haben ein sehr konkurrenzfähiges Auto und ein starkes Line-up."

Max Verstappens Mercedes-AMG GT3 mit der Nummer 3
Wilde Präsentation des Verstappen-Mercedes durch seinen Arbeitgeber Red Bull, Foto: Mihai Stetcu / Red Bull Content Pool

Mit Engel und Co.: Zweiter Mercedes bockstark besetzt

Verständlicherweise werden diesmal alle Augen auf den #3 Mercedes-AMG GT3 von Verstappen und Co. gerichtet sein. Der zweite Entry von Winward Racing, das Auto mit der Startnummer #80, braucht sich aber ebenfalls nicht zu verstecken. Maro Engel, Luca Stolz, Fabian Schiller und Maxime Martin teilen sich den AMG-GT3 wie im Vorjahr und verfügen allesamt über immense Nordschleifen-Erfahrung.

Allen voran der 40-jährige Engel, der bereits seit 2014 die Nordschleife für Mercedes-AMG unter die Räder nimmt. Der Wahl-Monegasse zählte zum letzten siegreichen Mercedes-Aufgebot anno 2016. "Für den Erfolg auf dieser Strecke braucht man ein perfekt abgestimmtes Fahrzeug, das richtige Lineup, ein starkes Team und nicht zuletzt auch das Quäntchen Glück", weiß Engel, der dieses Jahr das 12-Stunden-Rennen von Bathurst gewann. "All das hatten wir in der Vergangenheit immer wieder, dennoch ist uns der ganz große Erfolg seit 2016 nicht mehr gelungen. Das wollen wir ändern."

BMW, Manthey-Grello und Co. wollen Verstappen besiegen

Bei aller Verstappen-Euphorie wird die Mercedes-Konkurrenz noch ein Quäntchen motivierter sein, den Formel-1-Star zu schlagen. Zum Kreis der Favoriten zählt sicherlich Rekord- und Vorjahres-Sieger BMW, das drei BMW M4 GT3 Evo von Rowe Racing und Schubert Motorsport ins Rennen schickt. Die letztjährigen Gesamtsieger Kelvin van der Linde, Raffaele Marciello und Augusto Farfus bleiben zusammen und erhalten Unterstützung von Neuzugang Jordan Pepper. BMW lässt sich dieses Jahr nicht lumpen und setzt zwölf Werksfahrer ein.

Auch Porsche mit seinem Werksteam Manthey darf sich gute Hoffnungen auf den nächsten Gesamtsieg ausrechnen. Die Zuffenhausener haben ihr Nordschleifen-Aufgebot noch nicht bekanntgegeben, aber der berühmte Manthey-Grello dürfte einmal mehr bärenstark besetzt sein. Der letzte Sieg eines Porsche datiert auf das Jahr 2021, nachdem Manthey letztes Jahr wegen einer heiß diskutierten Strafe für Kevin Estre nur den zweiten Platz belegte.

Ob mit dem Audi R8 LMS GT3 Evo2 das erfolgreichste Nordschleifen-Auto der letzten Jahre noch einmal zurückkehrt und ein Privatteam ohne Audi-Werksunterstützung den Aufwand stemmen kann, steht noch in den Sternen. Sicher ist aber, dass mit dem neuen Lamborghini Temerario GT3 von Abt Sportsline sowie dem Ford Mustang GT3 Evo von HRT wieder zwei 'Exoten' mitmischen, die bereits gute Ansätze gezeigt haben und ebenfalls ein Wörtchen um den Gesamtsieg mitreden wollen.

Dass Verstappen Rennen auf der Nordschleife gewinnen kann, hat der Niederländer schon 2025 bei seinem Debüt in der Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS) bewiesen. Damals setzte er sich auf einem Ferrari 296 GT3 mit Teamkollege und Kumpel Chris Lulham allerdings gegen eine überschaubare Konkurrenz durch. Das wird ganz anders aussehen, wenn Verstappen am 21. März für NLS2 an den Ring zurückkehrt, um sich auf das 24-Stunden-Rennen vorzubereiten. Alle Top-Teams nutzen den zweiten Saisonlauf der Breitensportserie, um Kilometer zu sammeln. Dass dabei allerdings nicht das letzte Quäntchen Performance ausgepackt wird, ist allerdings auch kein Geheimnis...

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