Man muss kein Prophet sein, um vorhersagen zu können: Augusto Farfus und Corvette werden in diesem Rennfahrer-Leben keine Freunde mehr. Für den BMW-Werksfahrer endete die Saison beim WEC-Finale in Bahrain genauso wie sie im Januar in Daytona begonnen hatte: einem ausgestreckten Mittelfinger aus der Seitenscheibe einer GT3-Corvette!
Beim 8-Stunden-Rennen im Wüstenstaat erhielt Farfus den 'Autofahrer-Gruß' von Corvette-Fahrer Daniel Juncadella, der sich in der hitzigen Schlussphase vom WRT-BMW blockiert fühlte. Farfus kennt das inzwischen schon: Vor rund zehn Monaten, während der 24 Stunden von Daytona, hatte Corvette-Ikone Tommy Milner dem Brasilianer bereits den Mittelfinger entgegengestreckt.
Verletzte Gefühle? Der Stinkefinger wird teuer
Juncadellas Mittelfinger-Attacke auf der Strecke blieb nicht ohne Konsequenzen. "Hier scheinen Finger die Gefühle mehr zu verletzen als auf der anderen Seite der Welt", schrieb der Spanier und baldige Genesis-Werksfahrer auf Instagram. Was Juncadella damit meinte: Er wurde von den Sportkommissaren zu einer Geldstrafe in Höhe von knackigen 5.000 Euro verdonnert - 4.000 davon immerhin zur Bewährung ausgesetzt.
Im Falle von Tommy Milner beim IMSA-Rennen in Daytona gab es hingegen keine Bestrafung. Zwar werden gewisse Rennsport-Angelegenheiten in den USA tatsächlich lockerer gehandhabt als in europäisch geprägten Serien, doch hier schlug Juncadella im Speziellen der 2025 eingeführte Strafenkatalog der FIA aufs Portemonnaie. Die Sportkommissare müssen sich in ihrer Entscheidungsfindung an jenem Strafenkatalog orientieren.
In diesen öffentlich einsehbaren Richtlinien allen voran für die Formel 1 ist festgehalten, dass bestimmte Fehlverhalten im öffentlichen Raum mit bis zu 5.000 Euro bestraft werden sollen, je nach Schwere des Vergehens. Juncadellas Stinkefinger wurde von den TV-Kameras eingefangen.
Mittelfinger-Geste "unhöflich, respektlos und völlig unangemessen"
Dass nicht allen Sportkommissaren auf der Welt immer wohl ist mit den Vorgaben des Strafenkatalogs, hatten wir bereits bei dieser Stinkefinger-Affäre am Rande des DTM-Rennwochenendes in Spielberg erklärt. Deshalb werden derartige Strafen gerne mal mit einer Bewährung versehen. Ebenso sollten Profi-Fahrer wie Juncadella aber auch wissen, was in der Öffentlichkeit erlaubt ist und was nicht.
Die Sportkommissare urteilten über den Verstoß des Ex-DTM-Piloten: "Nach Prüfung des Videomaterials stellten die Sportkommissare fest, dass der Fahrer des Fahrzeugs 33 (Juncadella) beim Herausfahren aus Kurve 11 eine unangebrachte Handgeste (Mittelfinger) in Richtung des Fahrers des Fahrzeugs 31 (Farfus) machte. Nach umfassender Sichtung des Vorfalls kamen die Sportkommissare zu dem Schluss, dass ein derartiges Verhalten unhöflich, respektlos und im Motorsport völlig unangemessen ist."
Mittelfinger-Opfer Farfus war ebenfalls nicht allzu begeistert von Juncadellas Verhalten und schrieb seinerseits auf Instagram: "Ich biete weinenden und frustrierten Fahrern in der Winterpause gerne Nachhilfe in Sachen Überholmanöver und Rennfähigkeiten an."



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