Während sich das Starterfeld für die kommende WEC-Saison 2026 kontinuierlich füllt, bleibt eine Dame außen vor: Jamie Chadwick. Die Britin wird nächstes Jahr nicht für den Neueinsteiger Hyundai-Genesis in der Hypercar-Klasse an den Start gehen. Zwar zählte Chadwick zum Ausbildungsprogramm ('Trajectory-Programm') des koreanischen Autobauers und ging in diesem Zuge in der stark besetzten European Le Mans Series an den Start, doch für einen Stammplatz hat es noch nicht gereicht.
Chadwick dreht 2026 eine weitere Runde in der LMP2-Klasse der ELMS und bleibt ein Teil des neuen Genesis-Projekts. Die 27-Jährige belegte in der abgelaufenen Saison mit drei Klassensiegen den dritten Gesamtplatz an der Seite von Daniel Juncadella und Mathys Jaubert. Ihre beiden Teamkollegen wurden unterdessen mit Stammplätzen in den beiden WEC-Hypercars belohnt.
WEC-Debütant Genesis: Vier von sechs Cockpits vergeben
"Ein zentraler Punkt des Trajectory-Programms für unsere Fahrer war es, sie zu bewerten und zu sehen, ob sie das Niveau haben, um in die WEC aufzusteigen", erklärte Ex-Rennfahrer und Genesis-Sportdirektor Gabriele Tarquini. "Wir haben ihr Potenzial bereits bei den ersten Tests sofort erkannt. Die Ergebnisse auf der Strecke und - noch wichtiger - die Fortschritte, die sie in jedem Rennen gemacht haben, waren großartig zu sehen und machten es uns leicht, Mathys und Dani in unserem WEC-Team für 2026 willkommen zu heißen."
Der frühere DTM-Pilot Juncadella und der noch weitgehend unbekannte Franzose Jaubert schließen sich Andre Lotterer und Pipo Derani an. Die beiden Langstrecken-Veteranen zählen seit dem Beginn des Hypercar-Programmes zum Kader von Genesis Magma Racing und waren von Beginn an in die Entwicklung involviert. Juncadella stieß eher kurzfristig hinzu, nachdem sich der eigentlich eingeplante Kurzzeit-Formel-1-Fahrer Logan Sargeant zurückzogen hatte.
Genesis wird bis zum nächstjährigen Saisonstart noch zwei Cockpits vergeben, um die Dreiergespanne für seine beiden LMDh-Hypercars zu komplettieren. Zuletzt schwirrte unter anderem der frühere Formel-1-Fahrer und Formel-E-Weltmeister Stoffel Vandoorne durch die Gerüchteküche. Der Belgier hat sich vor Kurzem von Peugeot getrennt und sitzt beim WEC-Saisonfinale in Bahrain am 08. November 2025 schon nicht mehr im Hypercar der Franzosen. Theo Pourchaire nimmt seinen Platz ein.

WEC-Hypercars: Kein Platz für Jamie Chadwick
Chadwick hingegen bleibt zunächst auf der Ersatzbank hocken und muss hoffen, sich über weitere Erfolge in der European Le Mans Series zu empfehlen. Die dreimalige Meisterin der inzwischen eingestellten Frauen-Formelserie W Series hätte die besten Aussichten gehabt, 2026 als erste Frau ein Cockpit in der Hypercar-Klasse der Langstrecken-WM zu erhalten. Für die Verantwortlichen von Genesis um den früheren Formel-1-Teamchef Cyril Abiteboul kam dieser Schritt aber offensichtlich zu früh.
In der WEC sind Frauen zwar nicht ganz so selten anzutreffen wie in vielen anderen Motorsport-Kategorien, doch für einen Platz in der Topklasse reichte es bislang nicht. Das Höchste der Gefühle waren zwei Testfahrten der Französin Lilou Wadoux, die 2022 und 2023 die LMH-Hypercars von Toyota und ihrem Arbeitgeber Ferrari ausprobieren durfte. Die 24-Jährige fuhr zuletzt GT3-Rennen und errang jüngst beim IMSA-Finale in Atlanta einen GTD-Klassensieg im Ferrari 296 GT3.

In der Vergangenheit gingen mehrere Frauen zumindest in der LMP2-Kategorie der WEC und bei den 24 Stunden von Le Mans an den Start. Dazu zählen neben Wadoux die dreimalige Le-Mans-Starterin Sophia Flörsch, Mercedes-Juniorin Doriane Pin oder die frühere Formel-2-Fahrerin Tatiana Calderon.
Für Chadwick ist die Saison noch nicht ganz beendet: Sie zählt zum Aufgebot des speziellen Formel-E-Tests in Valencia, der ausschließlich für Frauen reserviert ist. An diesem Freitag klettert sie in den Boliden des Jaguar-Werksteams, das zusätzlich die Japanerin Juju Noda ans Steuer lässt. Für Porsche testen die deutsche Nachwuchspilotin Janina Schall und Gabriela Jilkova aus Tschechien.



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