Der Berlin-Spezialist schlägt wieder zu: Edoardo Mortara hat sich zum Samstagsrennen der Formel E in Berlin (heute live ab 16 Uhr bei DF1) den ersten Startplatz gesichert, inklusive der drei WM-Punkte für die Pole Position. Für den Mahindra-Werksfahrer ist es die sechste Pole in der Elektroweltmeisterschaft und die dritte in dieser Saison. Zudem ist es für Mortara bereits die vierte Pole in Berlin - mehr als jeder andere Fahrer.
Im Finale der Duell-Phase setzte sich der Italo-Schweizer mit einer Zeit von 56.986 Sekunden gegen Porsche-Werksfahrer Pascal Wehrlein um 0,156 Sekunden durch. Mit der Pole verkürzt Mortara als Zweiter in der WM-Wertung zudem den Rückstand auf den Führenden Wehrlein auf acht Punkte. „Ich hatte heute eine gute Chance auf die Pole. Ich kann nur mich selbst dafür verantwortlich machen“, haderte Wehrlein im Anschluss.
Dahinter werden der amtierende Formel-E-Weltmeister Oliver Rowland und Dan Ticktum im Kunden-Porsche von Cupra-Kiro von der zweiten Startreihe aus ins Rennen gehen. Rowland sendet mit dem Ergebnis ein Lebenszeichen im Titelkampf, wo er nach drei punktlosen Rennen aus den letzten vier WM-Läufen auf Rang sieben abgerutscht war. Nick Cassidy im Citroen-DS komplettierte die Top-5. Auf Rang sechs sorgte Nico Müller im zweiten Werks-Porsche für ein gelungenes Ergebnis für den deutschen Autobauer.
Porsche ist beim Heimrennen mit einer Speziallackierung angesichts des 75-jährigen Jubiläums von Porsche Motorsport mit der historischen, sogenannten Pink-Pig-Lackierung unterwegs. Inspiration hierfür ist der Porsche 917/20, der 1971 bei den 24 Stunden von Le Mans an den Start ging. 2018 brachten die Zuffenhausener die Retro-Farben schon einmal zurück, als der 911 RSR in Pink die GTE-Pro-Kategorie bei den 24 Stunden von Le Mans gewann.

Abt überrascht, Lucas Di Grassi crasht nach Rücktrittsankündigung
Hinter Müller ging der siebte Platz an Zane Maloney im Lola Yamaha Abt rund um das deutsche Team Abt Sportsline und sorgte somit durchaus für eine Überraschung für das klare Schlusslicht der diesjährigen Saison. Für seinen Teamkollegen Lucas Di Grassi endete das Qualifying derweil vorzeitig. Rund vier Minuten vor dem Ende seiner Qualifying-Gruppe berührte der Veteran ausgangs von Kurve 4 die Mauer und zog sich einen Aufhängungsschaden zu. Im Gesamtklassement blieb so nur der vorletzte Platz.
Di Grassi hatte im Vorfeld des Wochenendes seinen Rücktritt vom Rennsport zum Ende der Saison bekanntgegeben. Der Brasilianer, der 2017 Formel-E-Champion wurde, verpasste als Rekordstarter seit der Formel-E-Gründung nur ein einziges Rennen. Alle Details zum Karriereende des Ex-Formel-1-Piloten könnt Ihr hier nachlesen:
Zweiter Deutscher Maximilian Günther verpasst Top-10
Platz acht erreichte mit Felipe Drugovich (Andretti-Porsche) einer der drei Vollzeit-Rookies im Feld. Die Top-10 wurden von Antonio Felix da Costa (Jaguar) und Taylor Barnard im DS Penske abgeschlossen. Der zweite Deutsche im Feld, Maximilian Günther (DS Penske), verpasste als Elfter knapp die Top-10.
Für den aktuellen WM-Dritten Mitch Evans lief das Qualifying nicht wie erhofft. Der Neuseeländer verpasste den Einzug in die Duell-Phase um nur 0,019 Sekunden und musste sich schlussendlich mit Startplatz 14 zufrieden geben. Der Vizeweltmeister von 2022 und 2024 hatte in dieser Woche seinen Abschied vom Jaguar-Werksteam nach zehn Jahren bekanntgegeben. Wohin es Evans zieht ist noch unklar, wobei er unter anderem mit dem neuen Opel-Werksteam in Verbindung gebracht wird.
Frust bei Ex-Champion Jean-Eric Vergne
Frustriert über den Qualifying-Ausgang zeigte sich auch der zweifache Formel-E-Champion Jean-Eric Vergne. Der Franzose erlebt bei seinem neuen Team Citroen eine bislang enttäuschende Saison. Während Teamkollege Cassidy auf Rang fünf in der Meisterschaft zumindest in Reichweite zum Meisterschaftskampf liegt, konnte Vergne bislang nur zehn Zähler einfahren und befindet sich nur auf WM-Rang 15. Und auch im Berlin-Qualifying reichte es nur für P16. „Ich verstehe das verdammt nochmal nicht. Ich habe keine Worte“, zeigte sich Vergne am Funk dementsprechend angefressen.
Im Rennen wird heute auch wie jedes Mal bei einem Double-Header am Samstag der sogenannte Pit Boost zum Einsatz kommen. Bei diesem erhalten die Fahrer bei 34 Sekunden Mindeststandzeit 3,85 Kilowattstunden zusätzliche Energie, was etwa zehn Prozent eines vollen Akkus entspricht. Dafür werden die Piloten anstatt wie üblich zwei Attack Modes nur einen sechsminütigen Attack Mode aktivieren können, bei dem die Piloten 50 Kilowattstunden Zusatzenergie erhalten sowie den Allradantrieb zur Verfügung haben.
Formel E Berlin Samstag: Ergebnisse

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