Robert Kubica hat sich die Pole Position für das 6-Stunden-Rennen der WEC in Austin gesichert. Der Pole führte den privaten #83 Ferrari von AF Corse (Kubica, Ye, Hanson) im Qualifying bei kniffligen Bedingungen zum ersten Startplatz. Auf feuchter Strecke und bei zunehmend nasseren Bedingungen behielt Kubica die Nerven und stach den Zweitplatzierten Antonio Giovinazzi im #51 Werks-Ferrari (Pier Guidi, Giovinazzi, Calado) knapp aus.
Ferrari freute sich über die vierte Pole im sechsten Qualifying des Jahres - für Kubica und den gelben AF-Corse-Ferrari 499 P war es die erste. Der amtierende Le-Mans-Sieger übernahm in der Hyperpole-Session (Q2) rechtzeitig die Führung, bevor sich die Bedingungen kontinuierlich verschlechterten. Auf Slick-Reifen benötigte Kubica 1:57.655 Minuten für seine beste Runde, was ausreichte, um nicht mehr von der Spitze verdrängt zu werden.
WEC-Qualifying in Austin: Ferrari erobert Startreihe eins
Es war dennoch knapp zwischen den beiden Ferrari: Antonio Giovinazzi verpasste seine dritte Saison-Pole um nur 0,096 Sekunden auf dem Circuit of the Americas. Der Italiener startete einen späten Angriff auf die Pole, scheiterte aber knapp. Kubica und seine Teamkollegen Yifei Ye sowie Phil Hanson gewannen bereits 2024 das WEC-Rennen in Austin und peilen nun den nächsten Sieg an. "Das Qualifying war wegen des Wetters sehr kompliziert", sagte Kubica.
Hinter den beiden Ferrari sorgte Peugeot-Werksfahrer Jean-Eric Vergne mit Platz drei für eine kleine Überraschung und das beste Resultat der Franzosen seit 2023. Der zweimalige Formel-E-Champion erzielte seine beste Runde im #93 Peugeot 9X8 (Jensen, Di Resta, Vergne) in 1:58.506 Minuten - 0,851 Sekunden langsamer als Pole-Setter Kubica. Kevin Estre komplettierte die zweite Startreihe mit dem #6 Weltmeister-Porsche (Estre, L. Vanthoor, Campbell), auf dem IMSA-Ass Matt Campbell zurückgekehrt ist.
Update: Der #93 Peugeot hat den dritten Startplatz nachträglich wegen eines technischen Vergehens verloren. Grund: Die Regen-Leuchte war im Qualifying nicht wie vorgeschrieben eingeschaltet. Alle Details zur Bestrafung findest du in diesem Artikel:
Nicklas Nielsen vervollständigte die Top-5 im #50 Ferrari (Fuoco, Molina, Nielsen), womit alle drei Hypercars aus Italien auf den vorderen fünf Plätzen im Feld der 18 Autos landeten. P6 ging an den privaten Porsche mit der Startnummer #99 in den Händen von Nico Varrone - ein Top-Ergebnis für das deutsche Team Proton Competition.
Mick Schumacher verpasst Hyperpole im Alpine
Charles Milesi führte den #35 Alpine A424 (Habsburg, Milesi, Chatin) zum siebten Startplatz. Mick Schumacher im Schwester-Alpine mit der Startnummer #36 (Schumacher, Gounon, Makowiecki) schied bereits im Q1 aus und musste sich mit dem 13. Platz begnügen. Der 26-Jährige verpasste die Hyperpole erst zum zweiten Mal in der laufenden Saison nach dem Auftakt in Katar. Schumacher fehlten bei kniffligen Streckenbedingungen rund drei Zehntelsekunden zum rettenden zehnten Platz, der den Einzug in die Hyperpole bedeutet hätte.
Auf den Positionen acht, neun und zehn folgten Ryo Hirakawa im #8 Toyota und damit weit vor dem Schwesterauto, Dries Vanthoor mit seinem #15 BMW M Hybrid V8 (Ausrutscher in letzter Runde) sowie Alex Riberas, der den #009 Aston Martin Valkyrie überraschend in die Hyperpole bugsiert hatte. Aston Martin hinterlässt in Austin bislang seinen besten Eindruck beim WEC-Debüt und mischte schon in den Freien Trainings immer wieder vorne mit.
Cadillac verzockt sich mit Reifen - Bittere Pleite beim Heimspiel
Cadillac, Doppelsieger beim letzten Rennen in Sao Paulo und zuletzt mit zwei Pole Positions in Folge, verzockte sich im Q1 bei der Reifenwahl. Alex Lynn im #12 Cadillac und Earl Bamber im Schwesterauto entschieden sich in der 12-minütigen Session für einen Wechsel auf Regenreifen, allerdings verbesserten sich die Bedingungen auf der feuchten Piste stetig. So landeten Bamber und Lynn abgeschlagen auf den Startplätzen 16 und 17 - eine bittere Pille beim Caddy-Heimspiel.
"Wir wissen, dass wir im Vergleich zur Konkurrenz Probleme haben, die Reifen auf Temperatur zu bringen", erklärte Jota-Cadillac-Teamchef Dieter Gass. "Deshalb haben wir uns zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Session für Regenreifen entschieden. Leider besserte sich die Strecke von da an leicht, was den Slicks zugutekam und uns ans Ende der Wertung zurückwarf. Heute war nicht unser Tag."
Das Schlusslicht auf P18 bildete Kamui Kobayashi im #7 Toyota, der sich ebenfalls mit einem Wechsel auf Regen-Reifen verpokert hatte. Die Japaner hatten sich im Q1 für eine Split-Strategie der Reifen entschieden, mit dem schlechteren Ausgang für Ex-Formel-1-Fahrer Kobayashi.
LMGT3-Klasse: Doppel-Pole für Ford Mustang - Rückschlag für Manthey-Porsche
Passend zum Heimspiel: Doppel-Pole für den Ford Mustang GT3! Giammarco Levorato führte den von Proton eingesetzten #88 Mustang (Olsen, Gattuso, Levorato) zur ersten Pole Position in der WEC. Kurios: Eigentlich war das Trio bereits im Q1 auf P11 liegend ausgeschieden, schaffte es aber wegen einer nachträglichen Strafe für einen AF-Corse-Ferrari (Ziellinie zweimal überfahren) doch noch ins Q2, die sogenannte Hyperpole-Session.
Levorato schnappte sich die Pole in letzter Sekunde mit einer 2:07.645. Der 22-jährige Italiener verwies Ben Tuck im #77 Schwester-Mustang um 0,018 Sekunden auf den zweiten Platz. Hinter dem #95 McLaren von United Autosports folgte Valentino Rossi auf dem vierten Startplatz. Der Motorrad-Superstar brauchte 2:08.972 Minuten mit dem #46 BMW M4 GT3 Evo (K. van der Linde, Rossi, Al Harthy) - 1,3 Sekunden hinter dem Mustang. Rossi berappelte sich rechtzeitig, nachdem ihm die erste schnelle Runde wegen eines Track-Limit-Verstoßes gestrichen worden war.
Auf den Startplätzen fünf bis acht folgten die #33 Corvette von TF Sport, der zweite United-McLaren, der Deutsche Finn Gehrsitz im #78 Lexus von Akkodis-ASP und der #60 Mercedes-AMG GT3 von Iron Lynx.
Nicht nach Plan lief es für die von Manthey eingesetzten Porsche 911 GT3 R: Der Meisterschaftsführende #92 Neunelfer (Lietz, Hardwick, Pera) kam nicht über Platz 14 hinaus und hatte 5 Sekunden Rückstand im Q1. Gar 10 Sekunden Abstand zur Spitze wies der zweite Porsche um das Damen-Trio Celia Martin (Quali-Fahrerin), Rahel Frey und Michelle Gatting auf - 18. und damit letzter Startplatz.



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