Ohne etwas Drama geht es wohl nicht in den USA: Auch das 2. Freie Training der WEC in Austin musste kurz vor Schluss mit roten Flaggen unterbrochen und vorzeitig abgebrochen werden. Zwar artete die zweite Session am Nachmittag (7 Stunden Zeitunterschied zu Deutschland) nicht ganz so sehr aus wie der vormittägliche Flaggen-Farce-Auftakt, doch über die vollen 90 Trainingsminuten ging es erneut nicht.
Drei Minuten vor dem Ende rollte eine GT3-Corvette auf der Strecke aus und sorgte damit für den vorzeitigen Feierabend am Circuit of the Americas. Ansonsten ging das 2. Training mit Ausnahme einer kurzen Full-Course-Yellow-Phase (liegengebliebener GT3-Ferrari) glatt über die Bühne. Trotz der brütend heißen Temperaturen von 38 Grad blieben die Fahrer cool und setzten ihre Vorbereitungen auf das drittletzte Rennen der Saison 2025 fort.
WEC-Training in Austin: Bestzeit für BMW
Das Verständnis der Reifen - für Austin hat Michelin die Varianten Medium und Hart im Gepäck - stand wie üblich im Fokus des Geschehens, wenngleich für den Renn-Sonntag Regen vorhergesagt ist. Zu Beginn des Trainings durften sich manche Fahrer aber auch an einer schnellen Runde versuchen. Das gelang am besten Sheldon van der Linde, der seinen #20 BMW M Hybrid V8 (S. van der Linde, Rast, Frijns) früh an die Spitze der Zeitenliste katapultierte.
Dem Südafrikaner gelang die Bestzeit in 1:51.946 Minuten und damit die schnellste Runde am Freitag. Van der Linde war deutlich fixer als Will Stevens (1:53.584), der im Cadillac zum Auftakt die beste Rundenzeit notiert hatte. Für das Qualifying am Samstag ist aber noch einiges an Luft nach oben: 2024 erreichten die Hypercars im Qualifying bei Ferraris Doppel-Pole mittlere 1:50er-Zeiten.
Ergebnis 2. Training: Vier Marken in den Top-8
Vorjahres-Polesetter Antonio Giovinazzi sortierte sich mit dem #51 Ferrari (Pier Guidi, Giovinazzi, Calado) diesmal an zweiter Stelle ein. Sein Rückstand auf van der Linde betrug 0,461 Sekunden. Nur die schnellsten sechs der 18 Hypercars lagen innerhalb einer Sekunde. Mit einer halben Sekunde Abstand belegte der #009 Aston Martin Valkyrie (Riberas, Sorensen) in den Händen von Alex Riberas den dritten Rang, was wohl nicht überbewertet werden sollte.
Zwei Porsche und ein weiterer Ferrari auf den Positionen vier, fünf und sechs: der #6 963 (Estre, L. Vanthoor, Campbell) mit Rückkehrer Matt Campbell, die Vorjahres-Sieger von AF Corse im gelben #83 Ferrari (Kubica, Ye, Hanson) sowie der #6 Weltmeister-Porsche (Estre, L. Vanthoor, Campbell). Der zweite Valkyrie von WEC-Neueinsteiger Aston Martin und der #50 Ferrari 499 P komplettierten die Top-8 des Klassements.
Schumacher-Alpine hinter Schwesterauto
Der #36 Alpine um Mick Schumacher (Schumacher, Gounon, Makowiecki) belegte nach 39 Runden den 14. Platz - 1,899 Sekunden Rückstand auf die Spitze. Das Schwesterauto reihte sich auf P12 ein, dazwischen der zweite BMW. Dries Vanthoor hatte Markenkollege van der Linde kurzzeitig die Spitzenposition mit einer 1:51.816 weggeschnappt, bis dem BMW-Piloten die Rundenzeit gestrichen wurde.
Toyota (P9 & P17), Sao-Paulo-Sieger Cadillac (P10 & P16) sowie Peugeot (P11 & P15) verpassten einen Platz unter den besten Acht. Das Schlusslicht bildete der privat eingesetzte Proton-Porsche 963.
Abwechslung herrschte in der LMGT3-Kategorie: Der #95 McLaren 720 S GT3 von United Autosports (Sato, Gelael, Leung) erzielte die Bestzeit in 2:06.545 Minuten. Dahinter folgten der Damen-Porsche der Iron Dames (Martin, Frey, Gatting) und ein Ford Mustang GT3 von Proton (#88 mit Olsen, Gattuso, Levorato).

WEC in Austin: So geht es heute weiter
Am Samstag wartet zunächst das 3. Freie Training auf die 36 Autos (im kostenlosen Livestream auf Motorsport-Magazin.com) um 18:00 Uhr deutscher Zeit. Das Qualifying beginnt um 22:00 Uhr unserer Zeit und bestimmt die Startaufstellung für das drittletzte Rennen der WEC-Saison 2025. Wie ihr die Langstrecken-WM in Austin im Free-TV und Livestream verfolgen könnt, zeigen wir euch in diesem Artikel:



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