Porsche hat zum Auftakt des 6-Stunden-Rennens der WEC in Sao Paulo die Führung übernommen. Julien Andlauer im #5 Porsche 963 (Christensen, Andlauer) kassierte den #12 Cadillac von Polesetter Will Stevens nach dem Start in der fünften Kurve und fuhr sofort einen Vorsprung von mehreren Sekunden heraus.

Für den #12 Cadillac V-Series.R, dem Alex Lynn im Qualifying die zweite Pole Position in Folge beschert hatte, kam es noch bitterer: In der 27. Runde musste Startfahrer Stevens eine Durchfahrtstrafe antreten, weil die Reifendrücke seines Autos beim Start geringer als erlaubt gewesen waren. Dadurch übernahm Markenkollege Earl Bamber im #38 Cadillac automatisch den zweiten Platz, allerdings mit 10 Sekunden Rückstand zu Spitzenreiter Andlauer.

Kevin Magnussen fällt Brems-Problemen zum Opfer

Die ersten Runden auf dem mit 4,3 Kilometern kürzesten Kurs im WEC-Rennkalender verliefen ohne größere Zwischenfälle. Das erste Opfer eines technischen Problems war Kevin Magnussen mit seinem #15 BMW M Hybrid V8 (D. Vanthoor, Marciello, Magnussen): Der frühere Formel-1-Fahrer hatte das Rennen vom achten Platz aufgenommen und zügig P7 von Laurens Vanthoors #6 Porsche übernommen, bis ihn in Runde 7 ein Defekt an der Bremsanlage an die Box zwang.

Ein ähnliches Schicksal ereilte Ferdinand Habsburg im #35 Alpine A424. Der Österreicher befand sich gerade in aufreibenden Zweikämpfen mit einem Toyota, bis er wegen eines Hybrid-Problems die Boxengasse ansteuern musste. "Wir hatten schon Probleme im Training, glaubten aber, es im Griff zu haben", so Habsburg.

Schumacher-Teamkollege Makowiecki macht Radau

Alpine-Markenkollege Frederic Makowiecki sorgte in der #36 (Mick Schumacher, Gounon, Makowiecki) ebenfalls für Action: Der von P15 gestartete Franzose verbesserte sich in der Startrunde bis auf P11, ehe er einen Aston Martin nach hartem Kampf ziehen lassen musste. Makowiecki schnappte sich wenig später den #8 Toyota auf spektakuläre Art und Weise durch den überrundeten GT3-Verkehr hindurch und lag nach 40 Runden - kurz vor den ersten Boxenstopps - an achter Stelle.

Hinter dem Führenden Andlauer und Verfolger Bamber, lagen die beiden Peugeot 9X8 auf den Positionen drei und vier. #94 Startfahrer Loic Duval gewann einen Platz wegen der Cadillac-Strafe. Markenkollege Mikkel Jensen im #93 Schwester-Peugeot hatte sich beim Start Rene Rasts #20 BMW geschnappt und fährt seitdem in Duvals Windschatten. Der #6 Weltmeister-Porsche mit Laurens Vanthoor und DTM-Star Rast folgten dahinter auf den Positionen fünf und sechs.

Ferrari tut sich schwer in Sao Paulo

Der bestplatzierte der drei Ferrari 499P belegte nach der ersten Rennstunde den siebten Rang. Der frischgebackene Le-Mans-Sieger Phil Hanson hatte im #83 Ferrari von AF Corse (Kubica, Ye, Hanson) den Start übernommen, kam aus eigener Kraft aber kaum nach vorne. Die beiden Werks-Ferrari - nur von P14 (#50) und P17 (#51) gestartet - kamen ebenfalls nur schleppend voran und absolvierten ihre ersten Boxenstopps von den Plätzen elf und zwölf. Ferrari war nach zuvor vier Siegen der größte Verlierer in der Balance of Performance mit 12 Kilo mehr Gewicht und 12 PS weniger Leistung.

Der Großteil des 18-köpfigen Hypercar-Feldes vertraute beim Start auf die Medium-Reifen von Michelin. Eine Ausnahme bildete der #20 BMW, der das Rennen auf dem neuasphaltierten Kurs mit harten Reifen auf der rechten Seite aufnahm. Der #8 Toyota vertraute auf einen einzelnen Hart-Reifen auf der rechten Hinterseite. Toyota gewann das Brasilien-Rennen im vergangenen Jahr mit mehr als einer Minute Vorsprung.

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Start der LMGT3-Klasse: Aston Martin Vantage führt von der Pole, Foto: IMAGO/PsnewZ

In der LMGT3-Klasse führte der Pole-Setter, der #10 Aston Martin Vantage GT3 von Racing Spirit of Leman, vor dem #87 Akkodis-Lexus und dem Ford Mustang GT3 mit der Startnummer #88. Der zweite Akkodis-Lexus um das deutsche Nachwuchstalent Finn Gehrsitz lag auf P4 in Schlagdistanz.