NASCAR

Polesetter Stenhouse gewinnt sein erstes Cup-Rennen in der Verlängerung

Polesetter Stenhouse holte auf dem Talladega Superspeedway in der Verlängerung seinen ersten Karriere-Sieg. Zuvor gab es einen Big One mit 16 Fahrzeugen.
von Stephan Vornbäumen

Motorsport-Magazin.com - Polesetter Ricky Stenhouse Junior gewann in der Verlängerung auf dem Talladega Superspeedway das zehnte Saisonrennen. In seinem 158. Cup-Rennen schaffte Stenhouse damit seinen ersten Karriere-Sieg. Kyle Busch lag zuvor in Führung und musste sich hinter Jamie McMurray mit Platz drei zufrieden geben. Gleichzeitig war es der erste Erfolg für Roush Fenway Racing seit Juni 2014. 20 Runden vor Rennende gab es einen Big One mit 16 Fahrzeugen. Involviert war mit Danica Patrick auch die Freundin von Stenhouse sowie weitere Top-Fahrer. Brad Keselowski und Denny Hamlin hatten zuvor die beiden Stages gewonnen.

Vor dem Start

Talladega Superspeedway - Foto: NASCAR

Zuletzt gab es acht verschiedene Sieger auf dem Talladega Superspeedway, bevor Joey Logano im Oktober 2016 diese Serie mit seinem zweiten Sieg beendete. Das Qualifying gewann Ricky Stenhouse Junior, der zum ersten Mal in Talladega sowie in dieser Saison auf Pole Position steht. Der sechsfache Talladega-Rekordsieger Dale Earnhardt Junior startet ebenfalls aus der ersten Reihe. Junior gewann zwischen 2001 und 2003 vier Rennen in Folge. Keselowski, der vor zwölf Monaten zum vierten Mal gewinnen konnte, beginnt das Rennen von Startplatz drei. Keselowski erzielte im April 2009 seinen ersten Karrieresieg mit einer einzigen Führungsrunde. McMurray startete 2002 in Talladega seine Cup-Karriere. D.J. Kennington schaffte nicht den Sprung in das Starterfeld. Die Rekordzahl von 88 Führungswechseln gab es 2010 und 2011. Elf Rennunterbrechungen in der Saison 2004 sorgten bisher für das längste Rennen. Sechs der letzten zehn Austragungen wurden erst in der Overtime entschieden.

Start/Stage 1: Keselowski gewinnt Stage 1 vor Polesetter Stenhouse

Der Start zum 10. Saisonlauf - Foto: NASCAR

Gray Gaulding verlor seinen Startplatz und musste von hinten starten. Polesetter Stenhouse verteidigte auf der unteren Linie seinen Startplatz und Earnhardt auf der oberen Linie. Hamlin zog es vor das Feld vor sich herzutreiben. In Runde 14 übernahm Keselowski das Kommando an der Spitze. Kyle Larson schrammte gewaltig an der Mauer entlang und sorgte nach Reifenschaden für die erste Rennunterbrechung nach 17 Runden. Nach den Boxenstopps führten die Teamkollegen Clint Bowyer und Kevin Harvick das Feld an. Larson nahm das Rennen auf Position 36 wieder auf.

Nachdem nur Ford-Fahrer in den Top-10 lagen, machte Toyota mit Kyle Busch und Martin Truex Junior eine dritte Reihe auf. Mit Erfolg, denn Kyle Busch ging anschließend in Runde 28 in Führung. Einige Fahrer mussten sich zurückfallen lassen, um Debris am Grill zu entfernen. Zur Halbzeit von Stage 1 übernahm Keselowski erneut Platz eins. 15 Runden vor Ende der Stage tauchte plötzlich Matt Kenseth vorne auf und Stenhouse war auch wieder dabei.

Nun wurde es etwas hektischer, als es um die ersten Bonuspunkte ging. Beide Penske-Fahrer und Stenhouse lagen anschließend in Front. Die drei Gibbs-Fahrer Hamlin, Rookie Daniel Suarez und Kenseth fuhren in Runde 52 in die Boxengasse und blieben anschließend bis auf Kenseth, der Probleme hatte, in der Führungsrunde. Nachträglich erhielten Suarez und Kenseth eine Strafe, weil sie zu spät die Linie vor der Boxengasse passierten. Nach 55 Runden gewann Keselowski Stage 1 und kassierte zehn Bonuspunkte. Es war nach Richmond sein zweiter Stage-Sieg in Folge. Zweiter wurde Stenhouse vor Kyle Busch, Truex, Trevor Bayne, Logano, Paul Menard, Patrick, Ryan Blaney und Rookie Erik Jones, der sich auf Platz zehn den letzten Punkt sicherte.

Stage 2: Hamlin gewinnt Stage 2 vor Harvick

Denny Hamlin (#11) gewinnt Stage 2 - Foto: NASCAR

Ty Dillon machte keinen Boxenstopp und führte nun vor Hamlin und Truex, der als erster Fahrer aus der Boxengasse kam. Kurz vor dem Restart bog Ty Dillon doch noch Richtung Boxengasse ab. Kenseth lag nun auf Platz 36 eine Runde zurück. In Runde 61 startete Stage 2 mit Leader Hamlin. Kyle Busch, Keselowski und Logano lagen in den nächsten Runden direkt dahinter. Chase Elliott war der einzige Chevrolet-Fahrer, der in den Top-10 platziert war. Hamlin und Kyle Busch blockten anschließend in Führung liegend die Verfolger. Dann flog Reed Sorenson nach Reifenschaden in Runde 81 heftig in die Mauer. Kenseth erhielt den Lucky Dog.

Das Rennen in der Boxengasse gewann Kyle Busch vor Truex, Clint Bowyer und Logano. Vier Fahrer verzichteten auf einen Stopp und Bayne war jetzt der Leader beim Restart in Runde 87. Dann ging Ryan Newman in Führung. Hamlin, der beim Restart auf Position 13 lag, übernahm vier Runden später wieder Platz eins. Dann tauchte Earnhardt hinter Hamlin auf und die Zuschauer tobten. Hamlin verteidigte mit ständigem Spurwechsel die Führung. Dann schoben sich auch Kevin Harvick und Jimmie Johnson nach vorne.

Kenseth kam erneut drei Runden vor Stage-Ende zum Service. Hamlin gewann nach 110 Runden knapp mit 0.246 Sekunden Vorsprung vor Harvick seinen ersten Playoff-Punkt. Blaney wurde Dritter vor Truex, Johnson, Larson, Kurt Busch, Kasey Kahne, Jones, McMurray.

Stage 3: Toyota-Armada führt nach den Boxenstopps

Kyle Busch und Denny Hamlin führen die Toyota-Armada an - Foto: NASCAR

Bein Start zur dritten Stage führte Kenseth vor Hamlin, Jones und Keselowski, die nur zwei frische Reifen mitnahmen und dadurch die schnellsten Boxenstopps absolviert hatten. Larson lag nach Reparaturarbeiten nun eine Runde zurück. Zwei Runden nach dem Restart führte wieder Hamlin, der kurz darauf von Keselowski abgelöst wurde. In Runde 123 übernahm Harvick den ersten Platz. Der nächste Leader war Johnson und wurde nach drei Runden wieder von Harvick abgelöst und Aric Almirola war neuer Zweiter.

50 Runden vor Rennende ging Logano zum ersten Mal in Führung. Es dauerte nicht lange und sein Teamkollege Keselowski war Zweiter. Fünf Runden später kamen die ersten Fahrer unter Grün zum Service. Erst weitere sechs Runden später bogen die Top-Fahrer von Ford Richtung Boxengasse ab. Dadurch kam Oldtimer Elliott Sadler zu zwei Führungsrunden.

Nach den Boxenstopps lagen fünf Toyota-Fahrer in den Top-7. Kyle Busch war Erster vor Hamlin Truex und Jones. Nun war Single-File-Racing angesagt - die Ruhe vor dem Sturm? In Runde 160 verlor Blaney die Kontrolle nach einem Kontakt und landete in der Mauer. Kaum zu glauben, aber es gab keinen 'Big One', sondern nur die sechste Gelbphase. Einige Fahrer machten einen Boxenstopp um frische Reifen für die Endphase mitzunehmen.

Big One in Runde 169 mit 16 Fahrzeugen

Big One mit Chase Elliott (#24) und A.J. Allmendinger (#47) - Foto: NASCAR

Beim Restart führte Kyle Busch vor Elliott, Truex und Hamlin. 20 Runden vor Rennende gab es einen 'Big One'. Der Chevrolet von A.J. Allmendinger, der zuvor Platz vier belegt hatte, lag auf dem Dach und es gab Rot. Nachdem das Fahrzeug umgedreht wurde konnte Allmendinger aussteigen. Zuvor hatte er Elliott gedreht und so die Kettenreaktion ausgelöst. Involviert waren 16 Fahrzeuge mit teilweise heftigen Kaltverformungen. Die Top-Fahrer Keselowski, Logano, Harvick, Bayne, Kenseth, Elliott, Jones und Truex waren darunter. Auch Patrick hatte einen harten Aufprall mit der Safer Barrier im Infield.

Nun versuchten einige der betroffenen Teams innerhalb von fünf erlaubten Minuten die Fahrzeuge zu reparieren. Beim Restart waren noch 25 Fahrer in der Führungsrunde. Kyle Busch führte in Runde 173 vor Hamlin, Earnhardt und McMurray. Kurz darauf wurde Earnhardt nach Reifenschaden langsam. Nun lagen Johnson und Menard hinter den beiden Gibbs-Toyota. Dann fiel auch Hamlin zurück. Die Positionskämpfe wurden immer härter. Landon Cassill sorgte zehn Runden vor Ende für die siebte Gelbphase und Earnhardt erhielt den Lucky Dog.

Stenhouse überlistet alle und gewinnt sein erstes Cup-Rennen

Nun waren noch sieben Runden zu fahren. Kyle Busch führte weiterhin. Johnson und Kahne die ersten Verfolger. Drei Runden vor Rennende sorgte Ryan Newman für die achte Caution und für eine Overtime. Hinter Kyle Busch war Stenhouse beim Restart jetzt Zweiter vor Johnson und Kahne. Kyle Busch wählte die obere Reihe und behielt die Führung. Dann zog Stenhouse innen vorbei doch Kyle Busch konterte. Aber Johnson schob Stenhouse wieder in Führung. Das war die Entscheidung und Stenhouse gewann sein erstes Cup-Rennen mit 0.095 Sekunden Vorsprung vor McMurray, der zuvor zwischen Kyle Busch und Almirola durchgeschossen war. Kyle Busch wurde Dritter vor Almirola, Kahne, Kurt Busch, Keselowski, Johnson, Menard und Ragan.

Nach Pole Award und erstem Karriere-Sieg gab es für Ricky Stenhouse Junior weitere Belohnungen - Foto: NASCAR

10. Lauf: 48th Annual GEICO 500

Talladega Superspeedway, Talladega, AL
Ergebnis: Top-10, 188+3 Runden (Stages: 55/55/78+3)

1. #17 Ricky Stenhouse Jr. (Ford) Roush Fenway Racing, 49/9 Punkte
2. #1 Jamie McMurray (Chevrolet) Chip Ganassi Racing, 36/1 Punkte
3. #18 Kyle Busch (Toyota) Joe Gibbs Racing, 42/8 Punkte
4. #43 Aric Almirola (Ford) Richard Petty Motorsports, 33/- Punkte
5. #5 Kasey Kahne (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 35/3 Punkte
6. #41 Kurt Busch (Ford) Stewart-Haas Racing, 35/4 Punkte
7. #2 Brad Keselowski (Ford) Team Penske, 40/10 Punkte
8. #48 Jimmie Johnson (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 35/6 Punkte
9. #27 Paul Menard (Chevrolet) Richard Childress Racing, 32/4 Punkte
10. #38 David Ragan (Ford), Front Row Motorsports, 27/0 Punkte

Gesamtstand Top-16: Rennen 10/36 (Punkte/Bonus Playoffs)

1. (1) #2 Brad Keselowski (Ford) Team Penske, 2 Siege, 367/12 Punkte
2. (2) #48 Jimmie Johnson (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 2 Siege, 305/10 Punkte
3. (3) #42 Kyle Larson (Chevrolet) Chip Ganassi Racing, 1 Sieg, 428/7 Punkte
4. (4) #78 Martin Truex Jr. (Toyota) Furniture Row Racing, 1 Sieg, 374/10 Punkte
5. (5) #22 Joey Logano (Ford) Team Penske, 1 Sieg, 318/1* Punkte
6. (16) #17 Ricky Stenhouse Jr. (Ford) Roush Fenway Racing,1 Sieg, 250/5 Punkte
7. (6) #31 Ryan Newman (Chevrolet) Richard Childress Racing, 1 Sieg, 237/5 Punkte
8. (7) #41 Kurt Busch (Ford) Stewart-Haas Racing, 1 Sieg, 227/5 Punkte
9. (8) #24 Chase Elliott (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 353/2 Punkte
10. (10) #1 Jamie McMurray (Chevrolet) Chip Ganassi Racing, 318/- Punkte
11. (9) #4 Kevin Harvick (Ford) Stewart-Haas Racing, 309/3 Punkte
12. (11) #14 Clint Bowyer (Ford) Stewart-Haas Racing, 289/- Punkte
13. (12) #18 Kyle Busch (Toyota) Joe Gibbs Racing, 277/1 Punkte
14. (13) #11 Denny Hamlin (Toyota) Joe Gibbs Racing, 267/1 Punkte
15. (14) #21 Ryan Blaney (Ford) Wood Brothers Racing, 240/2 Punkte
16. (15) #6 Trevor Bayne (Ford) Roush Fenway Racing, 223/- Punkte
*Logano: Die 5 Siegpunkte in Richmond wurden aberkannt


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