WEC

WEC Spa 2017: Die Stimmen zum Rennen

Regen, Verkehr etc.: Das Rennen in Spa hielt für das WEC-Feld diverse Herausforderungen parat. Die Reaktionen zum zweiten Lauf 2017:
von Tobias Ebner

Die LMP1-Stimmen zum WEC-Rennen in Spa

Sébastien Buemi (Toyota #8, Platz 1): "Wir waren heute nicht der schnellste TOYOTA – die Nummer 7 hätte den Sieg mehr verdient. Unserem Wagen fehlte es etwas an Höchstgeschwindigkeit, darum ist es schön zu gewinnen, ohne der Schnellste gewesen zu sein. Vielleicht ist das ein gutes Zeichen. Letztes Jahr lagen wir mit einer Runde Vorsprung in Führung, als wir ein technisches Problem bekamen, dieses Mal aber hat es das Glück gut mit uns gemeint."

Anthony Davidson (Toyota #8, Platz 1): "Heute hatten wir wirklich Glück, denn die zwei Gelbphasen verschafften uns etwa eine Minute Vorteil auf #7. Mike und Kamui waren von Beginn des Rennens an wahnsinnig schnell und wir konnten nichts tun, also hätten sie den Sieg verdient gehabt. Für das Team aber ist das ein fantastisches Resultat und eine tolle Vorbereitung auf Le Mans."

Kazuki Nakajima (Toyota #8, Platz 1): "Es war kein leichtes Rennen und, um ehrlich zu sein, ich habe gemischte Gefühle. Ich bin glücklich auf dem Treppchen ganz oben zu stehen, aber #7 hatte wirklich großes Pech. Am Ende ist es ein fabelhaftes Ergebnis für das Team und es ist schön, dass wir mit unserem Auto jetzt all das Glück haben, das uns im letzten Jahr so oft fehlte. Nun gehen wir mit einem guten Gefühl nach Le Mans."

Mike Conway (Toyota #7, Platz 2): "Ich bin schon ein bisschen enttäuscht, aber es ist ein großartiges Team-Ergebnis. In der ersten Hälfte des Rennens waren wir sehr schnell unterwegs und hatten eine schöne Führung aufgebaut. Doch die beiden Gelbphasen kamen genau zum falschen Zeitpunkt. Aber so ist es eben manchmal im Motorsport. Wir müssen das Positive aus diesem Wochenende nach Le Mans mitnehmen."

Kamui Kobayashi (Toyota #7, Platz 2): "Unser Auto war heute wirklich schnell und wir haben das Rennen durch Pech verloren. Am Ende hatte ich Sébastien eingeholt, aber es wäre unfair bei einer Doppelführung während der letzten Runden anzugreifen, also blieb ich hintendran. Für das Team ist es schön, maximale Punkte einzufahren, vor allem in einem unserer Heimrennen. Jeder hat sein Bestes gegeben."

Toyota feierte einen Doppelsieg - Foto: Toyota

Earl Bamber (Porsche #2, Platz 3): "Ich fuhr als Zweiter und mein Stint begann gut. Ich kam direkt hinter dem Nummer-8-Toyota auf die Strecke und konnte mit ihm kämpfen, bis ich mir leider einen schleichenden Plattfuß eingefangen habe. Davor und danach lief unser Auto gut, das Tempo hat gestimmt. Ich konnte etwas aufholen, aber einen Rückstand von über 40 Sekunden abzuarbeiten, ist schwer."

Timo Bernhard (Porsche #2, Platz 3): "Ich war nach Earl an der Reihe und habe versucht, Boden gutzumachen, nachdem uns der Plattfuß zurückgeworfen hatte. Die Aufholjagd und der Kampf mit Neel haben Spaß gemacht, letztlich hatte ich die Nase vorn. Wir konnten zwar von einer ,Full-Course-Yellow‘-Phase profitieren, aber Toyota auch. Zum Schluss hat Brendon wirklich alles gegeben, aber mehr lag heute nicht drin."

Brendon Hartley (Porsche #2, Platz 3): "Die beiden Toyota waren von Beginn an schnell. Wegen der höheren Außentemperaturen war die Balance des Autos heute ganz anders als in den Tagen zuvor. Aber der Schluss meines ersten Stints war stark, ich konnte André kurz vor dem Boxenstopp überholen. Das Schwesterauto wechselte auf eine andere Strategie, während wir dem Nummer-8-Toyota auf den Fersen blieben. Dann hatten wir einfach Pech: Earl fing sich einen Plattfuß ein, dadurch ging unsere Planung nicht mehr auf. Die letzten Stunden des Rennens saß ich dann wieder am Steuer. Das Team hat super gearbeitet, unser Auto wurde zum Schluss immer stärker. Wir standen wieder auf dem Podium, wenn auch nicht auf der Stufe, die wir uns gewünscht hätten. Wir fahren zuversichtlich nach Le Mans."

Neel Jani (Porsche #1, Platz 4): "Unsere Leistung war hier insgesamt so wie erwartet. Mit einem Toyota konnten wir mithalten, der andere lag außer Reichweite. Wir hatten Pech mit dem Timing von zwei Neutralisationsphasen und verloren dabei viel Zeit. Danach hätte uns nur noch Regen zurück ins Rennen spülen können."

WEC Spa-Francorchamps 2017: Porsche fährt erneut auf das Podium: (02:18 Min.)

André Lotterer (Porsche #1, Platz 4): "Mein Start war gut. Es hat mich etwas überrascht, als der Toyota vorbeigeflogen kam, aber ich dachte mir schon, dass er die ,La Source‘ nicht mehr anbremsen kann. Die erste Hälfte meines Stints lief top, aber dann ließ der Reifen massiv nach und ich konnte das Tempo nicht mehr halten. Am Ende ging es wieder besser, aber es hat eben leider die Konstanz gefehlt. Bei meinem ersten Tankstopp haben wir die Strategie geändert: Wir rechneten mit Regen gegen Rennende, und in dem Fall müssen wir die Reifen nicht zwei Stints fahren. Auch mein Schlussturn war okay, obwohl es leicht nieselte. Die Toyota waren ziemlich stark, wir müssen ein bisschen aufholen."

Nick Tandy (Porsche #1, Platz 4): "Ich war heute als zweiter Fahrer an der Reihe und mein Einsatz verlief völlig komplikationslos. Wir haben uns früh für einen eigenen Rhythmus entschieden und schon beim ersten Tankstopp Reifen gewechselt. So wollten wir uns Chancen zum Rennende offen halten, allerdings blieb es trocken."

Stéphane Sarrazin (Toyota #9, Platz 5): "Es war ein schwieriges Rennen für uns mit der Minimalabtrieb-Variante, denn die Reifen bauten ab. Doch ich genoss das Rennen, drückte aufs Gaspedal und die Pace war ziemlich gut. Für Yuji war es wichtig, zum ersten Mal ein WEC-Rennen zu fahren und es zu beenden. Alles in allem war es also ein gutes Wochenende für uns und die Minimalabtrieb-Variante ist eine gute Basis, sie hat großes Potential für Le Mans."

Yuji Kunimoto (Toyota #9, Platz 5): "Mein erstes WEC-Wochenende und mein erstes Rennen in Spa haben Spaß gemacht. Es gibt jede Menge zu lernen und es war wirklich gut, heute einige Runden zu fahren. Ich habe Erfahrungen gesammelt im Rennverkehr und im Reifen-Management. Um das Resultat ging es heute nicht so sehr – es war ein wichtiger Schritt für uns alle in der Vorbereitung auf Le Mans, darum bin ich sehr glücklich."

Nicolas Lapierre (Toyota #9, Platz 5): "Es ist ein großartiger Tag für das Team und ein tolles Ergebnis. Leider fehlte es unserem Wagen an Abtrieb, was normal ist für die Le-Mans-Version, aber das bedeutete auch, dass wir starken Reifenverschleiß hatten und deshalb nicht angreifen konnten. Doch es ist eine wertvolle Erfahrung für Le Mans und am wichtigsten war es, das Rennen zu beenden. Von daher gesehen war es ein gutes Wochenende."

WEC Spa-Francorchamps 2017: Die Highlights des Rennens: (05:38 Min.)

Die GTE-Pro-Stimmen zum WEC-Rennen in Spa

Davide Rigon (Ferrari #71, Platz 1): "Seit einem Jahr habe ich auf diesen Sieg gewartet und ich muss sagen, das Wochenende war perfekt. Im Qualifying und im Rennen hat der 488 GTE tadellos reagiert und sogar die Strategie war perfekt. Ich muss mich bei allen bedanken: Ferrari, AF Corse, meinem Ingenieur und Sam, der immer mit dem Messer zwischen den Zähnen fuhr. Am Ende war er super als es darum ging, einen Doppelstint auf nasser Strecke zu bewältigen."

Sam Bird (Ferrari #71, Platz 1): "Dieser Sieg belohnt uns für all die harte Arbeit seit den ersten Trainings. Das Rennen war kompliziert, denn wir mussten immer das Reifenmanagement im Kopf behalten und wir mussten stark aufpassen, dass wir nicht zu hart pushen. Das Duell mit Alessandro war etwas hart, aber wir sind Rennfahrer und mit den Team-Interessen im Hinterkopf sind wir bereit für den Kampf um den Sieg. Ich denke, wir haben sicher eine großartige Show abgeliefert."

James Calado (Ferrari #51, Platz 2): "Natürlich wären wir gerne ganz oben gelandet, aber die Punkte für Platz zwei sind wichtig. Damit schließen wir nämlich auf die Gesamtführenden auf und helfen auch Ferrari in der WM, was immer noch ihr Hauptziel ist. Wir hoffen darauf, auch in Le Mans wieder genauso konkurrenzfähig zu sein."

Alessandro Pier Guidi (Ferrari #51, Platz 2): "Den zweiten Platz haben wir nach einem schwierigen Rennen geholt. Wir mussten immer mit den Reifen haushalten und am Ende mussten wir langsam machen, damit wir nicht in Schwierigkeiten geräten könnten, die unser Ergebnis zerstören. Wir hoffen auf einen Sieg in Le Mans und darauf, bis zum Schluss im WM-Kampf dabei zu sein. Ich bin sicher, mein erster WEC-Sieg lässt nicht mehr lange auf sich warten."

Olivier Pla (Ford #66, Platz 3): "Zu Rennbeginn hatten wir einen guten Kampf mit den Ferrari. Leider habe ich im Verkehr durch Eau Rouge einen Platz verloren, aber ich konnte nichts machen. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, in der zweiten Hälfte meines Doppelstints auf dem Reifensatz zu bleiben. Das war nicht einfach, da die Strecke immer noch relativ grün war. Am Ende war es nicht so schlecht, denn wir sind Dritter geworden, obwohl wir bei einer Full Course Yellow Zeit verloren haben. Aber wir waren nicht so weit von den Ferrari weg."

Ferrari und Ford waren in Spa eine Klasse für sich - Foto: Ferrari

Luis Felipe Derani (Ford #67, Platz 4): "Rückblickend betrachtet war das ein starkes Rennen von uns. Wir hatten ein Problem beim ersten Stopp, das uns ganz ans Ende zurückgeworfen hat, aber wir haben das super wieder aufgeholt. Wir sind in der Führungsrunde ins Ziel gekommen und waren nicht weit weg von den Top-3. Ich glaube, das war eine großartige Team-Leistung. Für mich war es gut, wieder ein GT-Rennen zu bestreiten, um mehr über die Reifen, das Auto und das Team zu lernen. Ich habe meinen Doppelstint genossen und kann Le Mans kaum abwarten."

Richard Lietz (Porsche #91, Platz 5): "Harte sechs Stunden liegen hinter uns. Wir haben alles gegeben, gut gekämpft und keine Fehler gemacht. Jetzt müssen wir das Ergebnis analysieren und für Le Mans stärker zurück kommen."

Frédéric Makowiecki (Porsche #91, Platz 5): "Wir haben beim Rennen unser Bestes gegeben. Doch Ford und Ferrari waren heute in einer anderen Welt. Wir müssen nun genau analysieren, warum dies so ist."

Kévin Estre (Porsche #92, Platz 6): "Das war ein schwieriges Rennen für uns, denn uns hat im Vergleich zur Konkurrenz einfach Tempo gefehlt. Eines ist sicher: Unser 911 RSR lief wie ein Uhrwerk, unsere Strategie war super und die Mechaniker haben bei den schnellen Boxenstopps nicht den kleinsten Fehler gemacht."

Michael Christensen (Porsche #92, Platz 6): "Kein leichter Tag für das Porsche GT Team. Besonders das Reifen-Management war heute eine knifflige Aufgabe. Auch die Gelbphase kam für uns zu einem ungünstigen Zeitpunkt."


Weitere Inhalte:
Motorsport-Magazin.com fragt
Wir suchen Mitarbeiter