Misano 2008: Pedrosas letztes Rennen auf Michelin - Mitten in der Saison., Foto: Sutton
Misano 2008: Pedrosas letztes Rennen auf Michelin - Mitten in der Saison., Foto: Sutton

Irgendwie zieht sich Pedrosa beziehungsweise dessen Management immer wieder selbst in den Kakao. Der Spanier wird auch 2010 wieder keine Rolle in der Titelvergabe spielen. Er wird sicher das ein oder andere Mal auf dem Podest stehen und eventuell auch wieder ein paar Siege einfahren. Doch jetzt hat er erstmal seine Probleme in den Griff zu bekommen, die selbst gemacht sind.

Als mehr oder weniger klar war, dass ab der Saison 2009 mit Einheitsreifen von Bridgestone gefahren werden wird, entschied sich Pedrosa Mitten in der Saison zum Wechsel von den französischen Michelin-Gummis zu denen aus Japan. Begründung: Sie seien besser und die Zukunft. Es mache einfach keinen Sinn mit Michelin weiterzuarbeiten, weil die Reifen A nicht funktionieren und B eh die Einheitsreifen von Bridgestone kämen.

Nun, letztes Jahr gab es eine ähnliche Situation. In Brünn stand für die HRC fest, dass man in 2010 von den hauseigenen Fahrwerkselementen Showa zu denen von Öhlins wechseln würde. Dovizioso entschied sich damals, sofort mit den Komponenten aus Schweden weiterzumachen und sie im restlichen Teil der Saison zu testen und Erfahrungen mit ihnen zu sammeln. Pedrosa machte mit Showa weiter - obwohl er wusste, dass dies in der neuen Saison nicht mehr gehen würde. Eine Fehlentscheidung, wie sich bisher herausgestellt hat.

In Laguna Seca 2009 war die Welt wieder in Ordnung, als Pedrosa nach über einem Jahr endlich wieder einen Sieg einfahren konnte., Foto: Bridgestone
In Laguna Seca 2009 war die Welt wieder in Ordnung, als Pedrosa nach über einem Jahr endlich wieder einen Sieg einfahren konnte., Foto: Bridgestone

Sicher, Pedrosa hatte auf Showa in Laguna Seca zuvor gewonnen und es sollten nach dem Rennen in der Tschechischen Republik noch fünf Podestplätze, darunter ein Sieg beim Finale, folgen. Doch der WM-Zug war in Brünn schon abgefahren. Pedrosa lag auf Rang vier - 77 Punkte hinter Rossi und auch noch 15 Punkte hinter Stoner, der seine Auszeit schon angetreten hatte. Es war dort schon klar, dass Pedrosa keine Chance mehr auf den Titel hat. Warum also wechselte man nicht wie Teamkollege Dovizioso gleich die Fahrwerkselemente?

Öhlins ist das Maß der Dinge. Komplett alle MotoGP-Piloten rücken in 2010 mit diesen Elementen aus. Und Pedrosa wusste ein halbes Jahr lang, dass auch für ihn dieser Punkt kommen würde. Dachte man aber, dass man einfach die neuen Gabeln und Federn nehmen und an die RC212V dranschweißen bzw. reinstecken müsse und eine Sekunde schneller wäre? Öhlins ist sicher der Maßstab, doch so einfach ist es dann doch nicht.

Dovizioso stachelt nun, dass er die Probleme, die Pedrosa jetzt beklagt, schon lange abgearbeitet hat. Sicher ist seine Testzeit von Katar mit Rang drei auch nicht überzubewerten. Schließlich ließ er sich dort von Landsmann, Freund und Weltmeister Rossi auf einen schnellen Umlauf ziehen. Doch Fakt ist, dass er schon über ein halbes Jahr Erfahrung mit Öhlins hat, auf die er zurückgreifen kann. Das hat Pedrosa nicht.

Irgendwie hat aber auch Puig recht wenn er sagt, dass die WM nicht in Katar entschieden wird, sondern man einen langen Atem bis zum Finale am 7. November in Valencia braucht. Und seien wir ehrlich: Schon in Katar könnte Pedrosa doch wieder in die Top Vier fahren - und zwar genau dann, wenn er mit seiner fahrerischen Klasse die technischen Rückstände wett macht, was so vielen anderen Piloten nie gelingt.