Nach den Ereignissen auf Phillip Island hätte in Malaysia schon viel passieren müssen, damit Valentino Rossi dort nicht die Weltmeisterschaft für sich entscheidet. Passend dazu fing es vor dem Rennen zu regnen an. Hiroshi Aoyama kämpfte sich der 250cc-WM entgegen.

Regenchaos lässt Stoner und Rossi strahlen

In Malaysia darf mit Regen immer gerechnet werden, anders als zu Saisonbeginn in Katar. Deswegen war es zwar ärgerlich, aber nicht überraschend, als kurz vor dem Start des MotoGP-Rennens der Himmel die Pforten öffnete und damit gleich einmal für eine Verzögerung von 35 Minuten sorgte. Als es dann losging, sorgte Casey Stoner mit seinen schnellen Rundenzeiten für Erstaunen und fuhr einsam zum Sieg. Dahinter durfte Dani Pedrosa seinen ersten Podestplatz im Regen feiern und der dritte Rang ging an Valentino Rossi, der sich damit zum Weltmeister krönte. Nach dem Start noch weit zurückgefallen und hinter Jorge Lorenzo gelegen, schaltete der Italiener bald in den Angriffsmodus und machte Position um Position gut. Bald war er dadurch Dritter, Lorenzo geschlagen und der Titel ging wieder nach Tavullia.

Aoyamas Kampf mit Simoncelli

Das ganze Wochenende in Malaysia war Hiroshi Aoyama in der 250er-Klasse schneller gewesen als sein WM-Rivale Marco Simoncelli. Der Italiener hatte in den Trainings und im Qualifying so seine Probleme. Im Rennen legte er aber zu und versuchte den schnelleren Aoyama an der Spitze hinter sich zu halten. Das gelang auch einige Runden, in denen Simoncelli oft mehr als nur Kampflinie fahren musste. Aber es half alles nichts, irgendwann war der Japaner vorbei und entschwand in der Ferne. Für Simoncelli kam es derweil noch schlimmer. Hector Barbera schnappte ihm am Ende noch Platz zwei weg, weil er zwar zeitgleich mit dem Italiener über die Ziellinie kam, aber die schnellere beste Rennrunde gefahren hatte. Damit schwoll Aoyamas Vorsprung in der WM auf 21 Punkte an.

Simon siegt weiter

Schon auf Phillip Island hatte Julian Simon hart mit Bradley Smith um den Sieg kämpfen müssen. Dort gewann er und wurde damit vorzeitig 125cc-Weltmeister. In Sepang wiederholte sich das Spiel erneut und in der letzten Kurve konnte der Spanier mit einer erfolgreichen Blockade des Angriffs seines Teamkollegen den Sieg nach Hause fahren. In einem unterhaltsamen Gruppenkampf um Platz drei setzte sich Pol Espargaro gegen Nico Terol und Sandro Cortese durch, nachdem einige Stürze die Gruppe im Laufe des Rennens stark dezimiert hatten.

Die Feier des Wochenendes

Die veranstaltete klarerweise Valentino Rossi und sie ging schon direkt nach dem Ende des Rennens los. Hatte er sich 2008 noch mit Schreibtisch, Notar und T-Shirts mit der Aufschrift "Entschuldigung für die Verspätung" über die WM gefreut, gab es diesmal ein Huhn in Rossi-Montur, das in der Auslaufrunde überreicht wurde. Passend dazu gab es noch ein Ei mit der 9 drauf, zum Zeichen des neunten WM-Titels für den Italiener. Die Erklärung für alles fand sich auf dem T-Shirt, das sich der neue Weltmeister überstreifte. "Gallina Vecchia" stand darauf und verwies damit auf den in Italien gebräuchlichen Ausspruch, dass ein altes Huhn zwar eine gute Suppe gibt, aber keine Eier mehr legt. Mit 30 gehört Rossi mittlerweile zu den Älteren in der MotoGP, Eier legen kann er aber anscheinend noch gut.

Der Spruch des Wochenendes

"Ich bin jetzt alt, 30, aber diese alte Henne hat heute ein weiteres Ei gelegt." Valentino Rossi.

Auszug aus der Ausgabe Dezember 2009 des Motorsport-Magazins. Aktuelle Hintergrundberichte zu den Motorrad GPs der Saison gibt es in unserer Printausgabe Motorsport-Magazin. Im gut sortierten Zeitschriftenhandel oder am besten gleich online zum Vorzugspreis abonnieren: