Ai Ogura war zuletzt wirklich nicht vom Glück verfolgt. Als wäre seine Verletzung bei einem Motocross-Unfall nicht ohnehin schon genug gewesen, so gab er nun vor seinem MotoGP-Comeback in Spielberg eine weitere Komplikation preis. Die Ärzte in seiner Heimat kosteten ihn vermutlich ein Grand-Prix-Wochenende.

Ai Ogura ärgert sich über japanische Ärzte: Hätte nicht auf sie hören sollen!

"Es war ein normaler Unfall", meinte der Trackhouse-Aprilia-Pilot in seiner bekannt schmallippigen Art zu seinem Trainingssturz in Japan, der ihn für Aragon und Misano zum Zusehen verdammte. Vielmehr war zum Hergang seiner Verletzung an der linken Hand nicht aus ihm herauszubringen, doch das galt sehr wohl für deren Behandlung.

Ogura verletzt! Kein Aragon-Start, auch Misano in Gefahr (08:57 Min.)

Zunächst sollte die Verletzung konservativ und damit ohne Operation verheilen: "Das ist, was mir die japanischen Ärzte sagten." Im Nachhinein ein Fehler: "Ich habe nichts gegen sie, aber ich hätte nicht auf sie hören sollen", ärgerte sich Ogura. Der Hintergrund: Die Ärzte in seiner Heimat hätten ihn als 'normalen' Patienten mit ausreichend Rekonvaleszenzzeit angesehen und nicht als einen Profisportler, der so bald wie möglich wieder auf Punktejagd gehen sollte.

Hand-Operation erfolgt zu spät: MotoGP-Comeback in Misano war möglich

Erst als Ogura später eine zweite Meinung von MotoGP-Spezialist Dr. Xavier Mir in Barcelona einholte, riet dieser zur Operation. Dieser Zeitverlust kam dem Shootingstar wohl teuer zu stehen. "Vermutlich Misano", antwortet der 25-Jährige, wann er bei einer sofortigen OP zum Comeback hätte antreten können. Ein Rennwochenende mehr hätte bei der Schadensbegrenzung im WM-Kampf sicher sehr geholfen. Nun kann er angesichts von 71 Punkten Rückstand in der Fahrerwertung nurmehr als Außenseiter gelten und ist wohl auf Fehler seiner Konkurrenten angewiesen.

Ogura ist nun Verfolger in der WM, Foto: IMAGO / Action Plus
Ogura ist nun Verfolger in der WM, Foto: IMAGO / Action Plus

Zumindest herrscht nun für das Rennen am Red-Bull-Ring vorsichtiger Optimismus. Zwar sollten Stürze möglichst vermieden werden, doch der Zustand der Hand habe sich positiv entwickelt. "Natürlich ist es etwas schlechter als in der rechten Hand, aber der Unterschied zwischen den beiden Händen ist bereits viel geringer. Es geht langsam zurück in Richtung Normalität", konstatiert der Japaner recht zufrieden. Außerdem war eine erste Ausfahrt bereits erfolgreich: "Am Montag war ich auf einem kleinen Motorrad, das kann also nicht als Richtwert gelten. Aber zumindest darauf war es in Ordnung und ich war bereits fast bei 100 Prozent." Dass er mit dieser Zuversicht auch schon eine Woche früher am Start hätte stehen können, ist jedoch nicht mehr zu ändern. Es bleibt nur das Seufzen über die Mediziner in der Heimat: "Ich habe mich einfach daran gehalten, was die Ärzte mir sagten..."

Verletzungen nach Stürzen im Training oder am Wochenende sind in der Königsklasse leider Gang und Gäbe. Doch beim ohnehin bereits leidgeprüften Alex Rins gibt es nun noch ein weiteres Problem. Er musste wegen Migräne-Anfällen das Rennen in Misano aufgeben: