Für Alex Rins läuft in der MotoGP 2026 seit der Bekanntgabe seines Rücktritts die Abschiedstournee. Einschließlich des Österreich GP auf dem Red Bull Ring an diesem Wochenende bleiben ihm in seiner Motorrad-Karriere nur noch acht Rennen, bevor er den Helm an den Nagel hängt. Doch der durch zahlreiche schwere Unfälle und Verletzungen geschundene Körper des Spaniers macht ihm jetzt mit einem neuen, bisher unbekannten Leiden zu schaffen. Seit Aragon befallen Rins heftige Migräneanfälle und Sehstörungen. In Misano musste er deshalb aufgeben. Untersuchungen ergaben bisher keinen eindeutigen Befund. Der Yamaha-Fahrer steht vor einem Rätsel.
"Das in Misano war das erste Mal in meiner Karriere, dass ich wegen eines solchen Problems aufgeben musste, einfach wegen dieser Kopfschmerzen", so Rins, der unmittelbar vor dem Wochenende an der Adria seinen Rücktritt zum Saisonende verkündete. Am Sonntag hatte er von Beginn an ganz hinten gelegen und war auf dem letzten Platz unterwegs, als die Beschwerden, die ihn in Aragon heimgesucht hatten, diesmal noch stärker auftraten. "Zwölf Runden vor Schluss begann ich, Sehstörungen zu bekommen und mir wurde schwindelig."
Zwei Wochen zuvor begann es mit migräneartigen Schmerzen auf der linken Seite des Kopfes. "In Aragon hatte ich das nur vor dem Sprint und habe dann Schmerzmittel genommen und es verschwand", erklärt der 30-Jährige gegenüber Motorsport-Magazin.com. "Ich bin am Dienstag danach zum Arzt gegangen, um es checken zu lassen, aber augenscheinlich sieht alles okay aus. Ich arbeite seitdem mit meinem Physio daran, aber es ist hart."
Nachdem sich die Lage in Misano verschlimmerte, rätselt er nun von Neuem über die Ursache. "Es kann Stress sein, es kann aber auch die Hitze in Misano gewesen sein. Oder es kann der Crash in Silverstone gewesen sein, und dass dort etwas mit der Halswirbelsäule passiert ist. Ich weiß es wirklich nicht", so Rins, der mental seit der Rücktrittsverkündung eigentlich eher gelöst ist.
Alex Rins widerspricht: Schwere Verletzungen nicht der Grund für MotoGP-Rücktritt
"Ich fühle mich okay. Na ja, mein Kopf sagt vielleicht etwas anderes – aber nein, ich bin entspannt", sagt der sechsfache Grand-Prix-Sieger, dessen Laufbahn 2023 in Mugello eine entscheidende Wendung nahm. Im Sprint stürzte der damals noch für LCR-Honda fahrende Katalane in Arrabbiata 1 schwer und zog sich komplizierte Brüche des rechten Schien- und Wadenbeins zu. Noch 2025 ging er zeitweise an Krücken und trug eine Carbonschiene am Unterschenkel.
Doch entgegen naheliegender Vermutungen beteuert er, dass die anhaltenden Gesundheitsprobleme für ihn nicht den Ausschlag zum Rücktritt gaben. "Nein, nein. Ihr könnt mich verrückt nennen", sagt er mit einem Schmunzeln. Seine Zukunft soll im Automobilsport liegen. Über ein mögliches Betätigungsfeld auf vier Rädern hüllt er sich in Schweigen. Nur eines ist klar: "Als Rennfahrer bin ich kein Mensch, der stillhalten kann. Ich kann nicht zuhause sitzen. Und Autos haben in mir schon immer etwas bewegt. Ich habe damit schon mein ganzes Leben herumgespielt, selbst zu Hause, wenn es geschneit hat."



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