Für Marco Bezzecchi endete das Heimrennen in Misano in einem Albtraum. Schon in der ersten Runde warf er seine Aprilia in den Kies. Nur eine Woche später kann er in Spielberg Wiedergutmachung betreiben. Doch der erneute Fehler im MotoGP-Titelkampf hat Spuren hinterlassen. Ein neuer/alter Weg muss erst wieder gefunden werden.
Marco Bezzecchi verteidigt Risiko: Das ist unser Job!
"Es ist wie jedes Mal. Ich freue mich darauf, auf das Bike zu steigen und zu fahren. Wie immer werde ich keine besonderen Erwartungen an den Tag legen und von null starten", kündigte der Aprilia-Pilot noch zu Beginn seiner Medienrunde am Donnerstag an. Doch danach ließ der WM-Dritte sehr wohl durchblicken, wie sehr ihn der letzte Sonntag getroffen hat. Diesen haben wir in unserem letzten Video für euch analysiert:
"Ich habe natürlich alle Daten meines Fehlers analysiert, um zu verstehen, was ich da falsch gemacht habe. Ich hatte es ja eigentlich schon davor verstanden. Der Blick auf die Daten war trotzdem schmerzhaft, aber es gibt dir vollen Aufschluss über die Details.", berichtete 'Bezz' von seiner Analyse des Abflugs von Misano. Dennoch rechtfertigte er das genommene Risiko: "Es wäre besser, keine Rückschläge zu erleben, aber am Ende ist es Teil des Spiels. Wir sind schnell und am Kämpfen, da müssen wir leider riskieren. Natürlich kann das auch schmerzhaft sein, aber am Ende ist das unser Job."
Marc Marquez und Jorge Martin 33 Punkte voraus, doch Lücke 'nichts verrücktes'
Wenn er im WM-Kampf mit nun 33 Punkten Rückstand in der Fahrerwertung noch erfolgreich sein will, bewegt er sich aber auf einem schmalen, fast widersprüchlichen Grat. Einerseits verteidigt er sein Risiko, andererseits kommt der 27-Jährige nicht drumherum, dass er sich vor allem durch Fehler und nicht durch mangelnden Speed den Punktrückstand eingebrockt hat.

"Es ist eine große Lücke, aber es wäre auch nicht verrückt [sie zu schließen, Anm. d. Red.]. Mit diesem [Sprint-]Format sind die Chancen, Punkte gutzumachen oder zu verlieren, größer geworden. Natürlich ist Marc [Marc] ein harter Gegner und Jorge [Martin] ebenso. Momentan ist mein Ziel ehrlicherweise, wieder Konstanz zu finden", blickt viermalige Saisonsieger auf die WM-Situation.
Konstanz wiederfinden: Chance im MotoGP-Titelkampf fordert Balanceakt
Genau jene Konstanz scheint ihm durch zu viel Risiko verloren gegangen zu sein. "Vor meiner Verletzung [Schlüsselbeinbruch am Sachsenring, Anm. d. Red.] ging es bereits zu sehr auf und ab. Davor war ich konstant, aber dann habe ich ein paar Fehler zu viel begangen. Dann kam die Verletzung und das Comeback [in Silverstone, Anm. d. Red.] war gut. Aber dann passierte wieder der Fehler vom letzten Sonntag", sieht Bezzecchi ein.

Für seine Titelhoffnungen gilt es nun also die Waage zwischen Risiko und Konstanz wieder besser auszubalancieren. Bezzecchi muss Punkte aufholen, doch ein weiterer Fehler könnte seinen Rückstand zu groß werden lassen. Diesen Mittelweg zu finden, sieht er daher als Grundvoraussetzung für seine Chancen in der Weltmeisterschaft: "Sobald ich das erreicht habe, dann kann ich mein Bestes geben, um noch bis zum Schluss im Kampf dabei zu sein." Und obwohl der Red-Bull-Ring als Ducati-Strecke gilt, will er damit bereits dort anfangen. 2025 gab es immerhin die Pole-Position und Platz drei im Rennen. Ein Angstrecke ist der Kurs wohl nicht mehr für die RS-GP.
Immerhin kann Bezzecchi nach dem Abflug am Wochenende teilnehmen. Für Joan Mir gilt das leider nicht. Der Spanier leidet an einer rätselhaften Krankheit und musste daher von Honda ersetzt werden:



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