Im Motorland Aragon schrieb Fabio Quartararo nach langer Zeit mal wieder Schlagzeilen. Einziges Problem: Positiv waren sie nicht, im Gegenteil. Nachdem der MotoGP-Weltmeister von 2021 im Grand Prix als abgeschlagener Letzter ins Ziel gekommen war, sorgte er mit lustlosem Auftreten und überdeutlicher Kritik an Yamaha für Aufsehen. Bei seinem (Noch-)Arbeitgeber kam dies natürlich nicht gut an. Teamchef Paolo Pavesio konterte und meinte, Quartararo solle sich Jack Miller zum Vorbild nehmen.

Eine Aussage, die ebenfalls hohe Wellen schlug. Würde die Beziehung der beiden Parteien, die sich mit Saisonende 2026 ohnehin trennen, jetzt völlig in die Brüche gehen? Eine berechtigte Sorge, aber in der Pause zwischen Aragon und Misano scheint es zur Aussprache gekommen zu sein. "Wir hatten letzte Woche ein gemeinsames Meeting", verriet Quartararo am Donnerstag. Worüber genau gesprochen wurde, gab er nicht preis. Es ist daher nicht bekannt, ob es während des Meetings friedlich zuging oder ob es möglicherweise etwas lauter wurde. Klar ist aber: Man scheint jetzt wieder auf einen Nenner gekommen zu sein. "Alles wurde geklärt. Alles ist wieder in Ordnung", versicherte der 27-Jährige aus Nizza.

Nach Aussprache mit Yamaha: Fabio Quartararo erkennt Fehlverhalten

Dass speziell die Verantwortlichen von Yamaha, die bis zum Jahresende noch Quartararos üppiges MotoGP-Gehalt zahlen müssen, ihren Unmut über dessen Verhalten in den letzten Wochen deutlich gemacht haben, klang am Donnerstag aber durch. Rückblickend ruderte 'El Diablo' nun nämlich zurück: "Voller Frust habe ich ein paar Dinge gesagt, die nicht korrekt waren."

"Du gewöhnst dich nie daran, schwierige Momente zu haben. Die Frustration ist immer da, wenn du nicht das erreichst, was du willst. Ich bin ein Kämpfer, ich will kämpfen. Es ist mir nicht egal, was [auf der Strecke, Anm.] passiert. Vielleicht bewegen mich diese Dinge manchmal etwas zu sehr und vielleicht ist mein Frust deshalb manchmal zu groß", gab Quartararo daraufhin einen Einblick in seine Gefühlswelt und versprach: "Ich muss da bessere, positive Worte wählen."

Fabio Quartararo will künftig wieder optimistischer auftreten, Foto: Yamaha Motor Racing Sri / Studio Milagro
Fabio Quartararo will künftig wieder optimistischer auftreten, Foto: Yamaha Motor Racing Sri / Studio Milagro

Danach befragt, ob sein Verhalten manchmal auch ein Weg gewesen sei, seinen Frust loszuwerden, meinte der Franzose: "Ja, aber vielleicht muss ich ihn künftig auf andere Art und Weise rauslassen. Vielleicht dann, wenn ich allein in meinem Motorhome bin und nicht, wenn ich mit euch [Medienvertreter, Anm.] spreche. Da muss ich etwas vorsichtiger sein."

Hilfe von einem Sportpsychologen? Fabio Quartararo will keine Hilfe

Zuspruch gab es am Donnerstag übrigens von Teamkollege Alex Rins. "Jeder Fahrer hat seine eigene Persönlichkeit und seinen eigenen Weg, seine Nerven in den Griff zu bekommen. Es ist manchmal aber nicht leicht ruhig zu bleiben, wenn du gerade mit 350 km/h auf dem Motorrad saßt und direkt im Anschluss zu den Medien sprechen musst. Ich werde auch oftmals wütend oder bin angepisst", kommentierte der Spanier und empfahl daraufhin: "Ich habe viele Jahre mit einem Psychologen zusammengearbeitet, um meinen eigenen Weg zu finden."

Wäre das eventuell auch etwas für Quartararo? "Nein", winkte er am Donnerstag ab. Nicht aber, weil er in solchen Besuchen bei Sportpsychologen keinen Mehrwert sieht: "Ich habe in der Vergangenheit schon mit Psychologen zusammengearbeitet und es kann wirklich helfen. In der Moto2 habe ich es damals wirklich gebraucht. Jetzt war ich aber schon anderthalb Jahre oder so nicht mehr dort, weil ich persönlich mich gut fühle. Ich fühle mich auf dem Motorrad nicht wohl und das ist nichts, wobei ein Psychologe helfen kann."

2027 geht es für Fabio Quartararo bei Honda weiter. Dort hofft er, wieder ein konkurrenzfähigeres Motorrad zu erhalten als zuletzt bei Yamaha. Viel Zeit, um dieses kennenzulernen, wird er aber nicht erhalten. Die MotoGP hat die Wintertestfahrten für 2027 gekürzt. Warum? In diesem Video liefert euch Markus alle Infos:

Trotz MotoGP-Revolution: Weniger Testzeit für 2027! (07:55 Min.)