Brad Binder verlässt das MotoGP-Projekt von KTM und wechselt zu BMW in die Superbike. Sieben Jahre lang war er in der MotoGP für das KTM-Werksteam tätig. Er durchlief ab 2015 von der Moto3 über die Moto2 alle Klassen mit KTM und schaffte 2019 schließlich den Sprung in die MotoGP, wo er je zwei Grand-Prix- und Sprintsiege einfahren konnte. Binder wurde eine große Karriere vorausgesagt, doch diese kam nie wirklich in Fahrt.

Vor allem in den letzten beiden Jahren gingen seine Leistungen stark zurück. Binder hatte oft Mühe, überhaupt in die Punkte zu fahren. KTM reagierte und holte sich stattdessen Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio für die kommende Saison ins Werksteam. Im Kundenteam Tech3 verpflichtete man Luca Marini und auch der Wechsel von Senna Agius sollte bald offiziell werden. Somit war für Brad Binder schlicht kein Platz mehr übrig. Die Superbike-WM war der logische Ausweg.

Alte Bekannte: Binder wird Teamkollege von Oliveira bei BMW

Sein Teamkollege in der Superbike-WM wird der Portugiese Miguel Oliveira. Beide kennen sich bereits gut aus vergangenen Tagen. 2011 waren sie in der 125-ccm-Weltmeisterschaft Partner bei RW Racing. 2015 waren sie bei Red Bull KTM Ajo in der Moto3 sowie von 2017 bis 2018 in der Moto2 erneut Teamkollegen, ehe sie sich schließlich von 2021 bis 2022 eine Box bei Red Bull KTM Factory Racing in der MotoGP teilten. BMW setzt 2027 also auf ein Fahrerduo, das nicht groß Bekanntschaft miteinander machen muss und für eine harmonische Stimmung innerhalb des Teams sorgen sollte. Oliveira wechselte bereits im Vorjahr von Pramac Yamaha aus der MotoGP in die Superbike-WM und tauschte den Platz mit dem Türken Toprak Razgatlioglu.

Brad Binder und Miguel Oliveira waren bei KTM lange Teamkollegen in der MotoGP.
Brad Binder und Miguel Oliveira waren schon oft Teamkollegen, Foto: IMAGO / Every Second Media

Ambitionen klar: Binder will auf BMW um den WM-Titel fahren

Aus den Erwartungen an Brad Binder macht BMW kein Geheimnis und hat klare Ziele für 2027. Motorsport-Direktor Sven Blusch stellt klar: "Sein Ziel ist eindeutig: Er will um die Weltmeisterschaft fahren. Natürlich muss er sich noch an die BMW M 1000 RR und eine neue WM-Serie gewöhnen, doch wir sind sehr zuversichtlich, dass dies schnell passieren wird."

Zudem betont Blusch die gute Verbindung zwischen Binder und Oliveira: "Mit Brad und Miguel treffen sich zwei ehemalige Teamkollegen, welche sich super ergänzen. In ihrer Persönlichkeit und ihrem Fahrstil. Diese Kombination hat großes Potenzial." Eine gute Teamchemie könnte also auch ein Teil des Erfolgsrezeptes sein.

Trotz MotoGP-Revolution: Weniger Testzeit für 2027! (07:55 Min.)

Superbike-Aus für Danilo Petrucci

Für Danilo Petrucci heißt die Verpflichtung von Brad Binder natürlich auch, dass er seinen Platz im Team verlieren wird und vermutlich im Superbike-WM-Paddock auch keinen mehr finden wird. Beim Saisonauftakt in Australien holte er mit Platz sechs seine Jahresbestleistung und hatte im weiteren Verlauf der Saison großes Pech. In Most brach er sich das Steißbein und musste somit pausieren. 48 Punkte und Platz 16 in der WM sind das ernüchternde Ergebnis. Der 35-jährige Italiener machte sich noch Hoffnungen, in das Team Barni Spark Ducati zurückkehren zu können. Dort wird aber aller Voraussicht nach Xavi Vierge den Vorzug erhalten. BMW-Motorsport-Direktor Sven Blusch kann sich aber eine Zusammenarbeit mit Petrucci außerhalb der WSBK vorstellen. "Wir werden auf eine gemeinsame Zukunft in anderen Projekten hinarbeiten", betont er in einer offiziellen Pressemitteilung. Welche Rolle das aber genau sein wird, ist bislang unbekannt.

Nun zählt eure Meinung: Kann Brad Binder nach dem Wechsel von Dominator Nicolo Bulega in die MotoGP im kommenden Jahr Weltmeister in der Superbike auf BMW werden? Der Südafrikaner ist zudem nicht der einzige MotoGP-Pilot dessen Superbike-Wechsel vor kurzen offiziell wurde. Auch Jack Miller wechselt Yamaha-intern in die WSBK. Mehr dazu im folgenden Artikel!