Nach der Galavorstellung beim letzten Rennen vor der Sommerpause am Sachsenring verlief das Rennwochenende in Silverstone überhaupt nicht nach den Vorstellungen des Marc Marquez. Kein Gefühl für die Reifen, unglückliche Situationen auf der Strecke und körperliche Gebrechen machten ihm zu schaffen. Unser MotoGP-Experte Tom Lüthi analysiert im Rahmen des Interwetten MotoGP-Magazins die Vielzahl seiner Probleme.
Tom Lüthi: „Schulterprobleme nicht die Hauptursache“
Marc Marquez hat immer noch mit seiner Schulterverletzung aus Indonesien zu kämpfen. Dennoch hat er auch nach weiteren Verletzungen in diesem Jahr bereits vier Sprintrennen und drei Grand Prix gewonnen und gezeigt, dass er definitiv wieder um die WM fahren kann. Doch die Schulter bremste ihn laut seinen Aussagen in Silverstone wieder immer wieder ein. Oder etwa doch nicht? „Die Kraftausdauer in der Schulter ist noch nicht bei 100 Prozent. Er braucht Pausen dazwischen, aber dafür ist selbst die Sommerpause zu kurz. Silverstone hat zudem viele Richtungswechsel und ist körperlich herausfordernd. Die Schulter war aber nicht die Hauptursache. Er hatte mehrere Probleme“, betonte Tom Lüthi. Was war aber dann der Hauptgrund für seinen Leistungsabfall?

Reifenprobleme bei Marc Marquez: Er hat den Reifen kaputtgefahren
Bereits im Qualifying am Samstag lief für Marquez nicht alles nach Plan. Auf einer schnellen Runde lag auf der Strecke ein sogenanntes Winglet [Aerodynamisches Anbauteil]. Daraufhin wurde in dieser Passage die gelb-rote Flagge auf einem digitalen Panel gezeigt, um auf mögliche Gefahren hinweisen. Als Marquez dort vorbeifuhr, dachte er es sei die gelbe Flagge. Er brach die Runde ab und fuhr zurück in die Box. Ein Missverständnis, welches ihm nur Platz sechs bescherte. Keine optimalen Voraussetzungen also. Im Sprint dann überbeanspruchte er die Reifen und es entstand „Graining“ [Auflösung des Oberflächenmaterials am Reifen] auf dem Hinterrad. Runde für Runde verlor er dadurch an Zeit. Lüthi schätzte die Lage wie folgt ein: „Nachdem er die Reifen im Sprint zerstörte, wollte er sie am Sonntag im Grand Prix schonen. Dadurch verlor er aber sehr viel Zeit und mit zunehmenden Rennverlauf kamen die Schulterprobleme noch zusätzlich dazu. Es sind also viele Faktoren zusammengekommen“.
Bei der richtigen Einordnung von Marc Marquez' Problemen in Silverstone hilft auch ein Blick in die Vergangenheit. Große Erfolge feierte er im Großbritannien-GP nur selten. In seiner gesamten MotoGP-Karriere stehen nur ein Rennsieg (2014) und ein Sprinterfolg (2025) zu Buche. "Es werden aber auch wieder andere Strecken kommen", weiß Tom Lüthi. Nächster Halt im MotoGP-Kalender 2026 ist passenderweise das Motorland Aragon. Eine der absoluten Paradestrecken von Marquez, auf der bereits sieben Rennen in der Königsklasse gewinnen konnte.
Wie Marc Marquez selbst und sein Team von Ducati die Leistung in Silverstone einschätzen erfahrt ihr derweil im folgenden Artikel:
Was meint ihr: Ist Marc Marquez in Aragon wieder in Topform und wird dort um den Sieg mitfahren? Sagt es uns in den Kommentaren!

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