Ai Ogura ist der Mann der Stunde in der MotoGP. Nach seinem ersten Sieg in Assen scheint sogar der Titel für den Japaner auf der Trackhouse-Aprilia möglich. Er überzeugt immer wieder als der schnellste Pilot in der zweiten Rennhälfte. Der Experte von Motorsport-Magazin.com erklärt, wie der Moto2-Weltmeister von 2024 das macht.
Ai Ogura tanzt aus der Reihe: Tom Lüthi erklärt Kontrast zum 'normalen' MotoGP-Fahrstil
"Er fährt sehr hohen Kurvenspeed, kann den Kurvenspeed extrem mitnehmen, hat dadurch hohe Schräglage und kommt trotzdem um die Ecken herum", gibt Tom Lüthi in der neuesten Ausgabe des Interwetten MotoGP-Magazins an. Diese könnt ihr euch hier ansehen:
Eigentlich sieht die Fahrweise auf einem modernen MotoGP-Motorrad anders aus. "Grundsätzlich ist eine schnelle Linie mit dem MotoGP-Bike ein bisschen wie ein 'V' zu fahren. Ich bremse sehr tief, sehr lange und spitz in die Kurve rein, dann habe ich eine niedrige Geschwindigkeit in der Mitte der Kurve, drehe das Motorrad möglichst schnell um, damit ich es möglichst schnell wieder aufrichten kann und von der Flanke wegkomme. Damit kann ich dann richtig rausbeschleunigen und der Hinterreifen rutscht nicht weg", beschreibt es der Schweizer.
Stark im Finish: Oguras Kurvenstärke wird zum Reifensegen
Der japanische Shootingstar hingegen fährt nicht so 'abgehakt' wie dieser Stil: "Der Ai Ogura hat einen sehr sanften, flüssigen Fahrstil. Das hat er schon in der Moto2 bewiesen. Das heißt einfach gesagt: Wenn ich 3 oder 4 km/h mehr durch die Kurve mitnehme, dann muss ich diese natürlich auch wieder weniger aggressiv herausbeschleunigen. Er hat da irgendwie eine perfekte Mischung gefunden in seinem Fahrstil, dass er wirklich mit viel Fluss fahren kann, dann trotzdem sauber aus den Ecken rauskommt und sich die Reifen so natürlich auch nicht zerstört."

Dadurch, dass er den Hinterreifen nicht so stark zum Herausbeschleunigen hernehmen muss, erklärt sich dann auch die Endspurtfähigkeit Oguras: "Er ist dann gegen Ende der Rennen immer sehr, sehr stark, weil er diesen Fluss mit seinem Fahrstil mitnehmen kann. Das ist das, was ich bei ihm sehe und was er wirklich in den letzten Rennen in Perfektion ausübt. Gerade auch bei diesen Rennen, als es wirklich heiß war, wo das Material darunter leidet. Natürlich leiden dann auch die Reifen, die muss man über Distanz bringen. Da hat der Ai Ogura wirklich das Ganze perfekt gemacht und verdient gewonnen in Assen." Dabei ließ er auch den neuen WM-Führenden Jorge Martin hinter sich. Zu dessen Situation erfahrt ihr hier mehr:
Tom Lüthi rechnet mit Ai Ogura: Fahrstil perfektioniert und als Titelkandidat etabliert
In einem breiten MotoGP-Feld von bis zu acht Titelkandidaten sieht sich Ogura selbst mit Chancen. Dem kann auch unser Experte nur zustimmen und lobt: "Er macht es perfekt. Er ist permanent am Punkte sammeln, er steht ständig vorne dabei. Jetzt hat er sogar noch einmal einen Schritt gemacht und das Ganze vielleicht noch mehr zur Perfektion gebracht mit diesem Fahrstil, das Gefühl übers Vorderrad, da konnte er dann vielleicht noch bisschen schneller reinfahren als die anderen. Mit seinen extremen Schräglagen ist er dann trotzdem gut um die Kurven rumgekommen und kann gut rausbeschleunigen. Und so hat er sich jetzt wirklich im Titelkampf etabliert."
Was meint ihr? Traut ihr Ai Ogura den Titel zu? Sagt es uns in den Kommentaren.



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