Neunter Sprint der MotoGP-Saison 2025, achter Sprintsieg für MotoGP-Superstar Marc Marquez. Auf dem Papier verlief der Samstag in Mugello also ganz gewöhnlich. Die Ergebnisliste erzählt in diesem Fall aber nur die halbe Geschichte. Bereits beim Start erlebte Marquez nämlich dramatische Momente, die das Rennen des achtmaligen Weltmeisters auch in eine ganz andere Richtung hätten leiten können.
Marc Marquez erlebt Horrorstart im Mugello-Sprint
Was war passiert? Als die Startampel um kurz nach 14:00 Uhr MEZ rot aufleuchtete, bereiteten sich sämtliche MotoGP-Piloten wie üblich auf das Erlöschen der Lichter vor. Nur Polesitter Marquez fummelte noch hektisch am Lenker seiner Ducati umher. Erst als die Lichter ausgingen und das MotoGP-Feld in Richtung von Kurve eins hetzte, nahm auch der Spanier seine Startposition ein und startete mit einer Verzögerung weniger Sekundenbruchteile.
"Ich habe einen Fehler gemacht, bin mit der Launch-Control etwas durcheinander gekommen", nahm Marquez das Chaos später auf die eigene Kappe. Er beschrieb die bangen Momente: "Ich habe sie eingeschaltet und dann eine Meldung nicht korrekt gelesen. Ich habe den Knopf nochmal gedrückt und sie wieder entfernt. Das ist mir aufgefallen, als die Lichter schon leuchteten, ich das Gas geöffnet und die Drehzahl gesehen habe. Da musste sich das Gas nochmal schließen und die Launch-Control erneut aktivieren. So kam dieser verzögerte Start zustande."
Hätte Marquez nur eine Sekunde länger gebraucht, hätte er wohl ein großes Problem bekommen. Ihm hätte ein weiter Rückfall gedroht, womöglich sogar eine Kollision mit einem der direkt hinter ihm startenden Piloten. Glücklicherweise endete das Drama um die Nummer 93 aber glimpflich. "Ruhig war ich nicht, das war eine Blitzreaktion. Einfach Instinkt", gab Marquez einen Einblick in seine Gefühlswelt. "Ehrlich gesagt habe ich die Startlichter gar nicht mehr gesehen. Ich habe nur die anderen Bikes gehört und bin nach Gehör gestartet."
"Ich hätte auch ohne Launch-Control starten können, dann wäre ich wahrscheinlich zum richtigen Zeitpunkt losgefahren. Weil der Weg zur ersten Kurve so weit ist, hätte ich aufgrund des Geschwindigkeitsunterschieds dann aber vermutlich viele Positionen verloren", führte Marquez seinen Gedankenblitz weiter aus. Eine Entscheidung nach Bauchgefühl also, die sich als goldrichtig erweisen sollte. Zwar mit leichter Verspätung, dafür aber mit Launch-Control gestartet, kam der Ducati-Pilot als Vierter aus der ersten Kurve hinaus und hatte den Sieg damit noch in Reichweite.
MotoGP-Konkurrenz besorgt: Marc Marquez dominiert nun auch in Mugello
Fabio Quartararo, Francesco Bagnaia, Alex Marquez. Drei Piloten, drei Runden, drei Überholmanöver. Schon zu Beginn des vierten Umlaufs war der WM-Leader wieder an der Spitze des Feldes angelangt und blickte fortan nicht mehr zurück. Kein Rivale hatte ihm etwas entgegenzusetzen. "Das ist eine großartige Überraschung", gab Marquez nach Rennende unverblümt zu. Auf der vermeintlichen Angststrecke Mugello hatte er mit mehr Gegenwehr gerechnet. "Auf diese Art und Weise auf die Pole und zum Sprintsieg zu fahren … der ganze Tag ist eine Überraschung!"
"Ich habe es versucht. Ich bin bisher in keinem Sprint so viel Risiko eingegangen wie heute, weil ich wusste, dass ich Marc schlagen könnte", zeigte sich Alex Marquez nach Zielankunft fast schon etwas ratlos ob der Überlegenheit seines älteren Bruders. "Ich habe alles gegeben. Als ich seinen schlechten Start gesehen habe, wollte ich wie in Aragon gleich attackieren. Als ich dann Pecco auf der Geraden überholt habe und er plötzlich neben mir war, habe ich mir nur gesagt: 'Wie kann das schon wieder sein!?'. Ich wollte ihn dann nochmal angreifen, habe in Kurve fünf aber einen Fehler gemacht und ein paar Zehntel verloren. Aus diesem Loch bin ich nicht mehr herausgekommen, weil der Vorderreifen auch viel zu heiß wurde. Er hat mich zum korrekten Zeitpunkt in diesem Rennen attackiert, er war heute cleverer als ich."
Die MotoGP-Elite sollte nun wohl gewarnt sein, wenn Marc Marquez selbst in Mugello nicht mehr zu schlagen ist. Zumindest Bruder Alex hat eine gewisse Resthoffnung aber (noch) nicht aufgegeben. "Morgen wird ein anderes Rennen", sagt er und könnte damit vielleicht sogar Recht behalten. Denn auch Marc Marquez fühlte sich trotz Pole und Sprintsieg noch lange nicht sicher. "Morgen geht es nur darum, nicht zu viele Punkte zu verlieren", kündigte er an. Wie das sein kann? "Wir müssen einfach realistisch bleiben. Wenn Pecco oder Alex schneller sein sollten als ich, dann muss ich das akzeptieren und Punkte sammeln. Das ist keine Strecke für Attacke", begründet er seine Zurückhaltung. "Wenn ich attackieren kann, werde ich das natürlich tun, aber dazu muss ich mich erst wohlfühlen."
Gestartet wird der Italien-Grand-Prix am Sonntag um 14:00 Uhr MEZ. Wie ihr das Rennen im TV und Livestream verfolgen könnt, erfahrt ihr in nachfolgendem Artikel:



diese MotoGP Nachricht