Wenn Motorradbegeisterte an Harley-Davidson denken, ist Motorsport wohl nicht unbedingt die erste Assoziation. Tatsächlich verfügt der US-Hersteller aber über eine große Racing-Tradition. Die erste Rennabteilung wurde bereits 1914 gegründet, in den 1970er-Jahren holte Harley-Davidson vier Weltmeistertitel in den Klassen bis 250 und 350ccm.
Harley-Davidson lässt Motorsporttradition aufleben
Dann schliefen die Motorsportambitionen von Harley-Davidson aber ein - zumindest auf Asphalt und der Rennstrecke. Das änderte sich erst 2021 wieder, als die Marke in die neu geschaffene 'King of the Baggers'-Serie einstieg. In dieser Klasse wird mit schweren Tourenmotorrädern gefahren, also Material, das nicht unbedingt die logische Wahl für den Rennsport ist.

Doch die Serie, die im Rahmen der US-Superbike-Meisterschaft fährt und 2024 auch erstmals Rennen beim Austin-Grand-Prix der MotoGP austrug, erfreut sich großer Beliebtheit und so scheint Harley-Davidson unter seinem deutschen CEO Jochen Zeitz wieder Rennblut geleckt zu haben. Zeitz gilt als Motorsportfan, in seiner früheren Funktion beim Sportartikelhersteller Puma zeichnete er etwa für die Kollaboration mit der Formel 1 verantwortlich. Am Montag trat Zeitz gemeinsam mit Dorna-CEO Carmelo Ezpeleta und Sportdirektor Carlos Ezpeleta auf, um eine Zusammenarbeit mit der MotoGP zu verkünden.
Gegenseitige Hilfe von MotoGP und Harley-Davidson
"Harley-Davidson verfügt über eine sehr loyale Fanbase, vergleichbar mit jener der MotoGP. Das sind aber unterschiedliche Lager", sagt Carlos Ezpeleta. "Ich glaube, dass Harley-Davidson für uns vor allem in Amerika viel tun kann, während wir ihnen in Europa oder Asien helfen können." Wie genau diese gegenseitige Unterstützung aussehen soll, konnten oder wollten Zeitz und die Ezpeletas am Montag noch nicht verraten.

Die wahrscheinlichste Variante scheint aber, dass die Motorräder aus der 'King of the Baggers'-Serie zukünftig häufiger im Rahmen von MotoGP-Wochenenden auftauchen. Bei den Baggers ist mit Indian eine weitere Marke vertreten, im MotoGP-Umfeld zeichnet sich aber ein Harley-Davidson-Markenpokal ab. "Wir haben nicht mit anderen Marken gesprochen und haben das auch nicht vor", stellt Carlos Ezpeleta klar.
Harley-Davidson und die MotoGP: Nichts ausschließen!
Harley-Davidson-CEO Jochen Zeitz hielt sich im Interview mit Motorsport-Magazin.com bewusst vage: "Ich bin voller Verfechter von Racing als Ausdruck einer Marke. Harley-Davidson passt ins Racing, auch wenn der Fokus dabei lange Zeit eher in Amerika lag. Jetzt haben wir die Chance, mit Harley-Davidson und der MotoGP zwei starke Marken zusammenzubringen. Schauen wir mal was dabei herauskommt. Ich will noch nicht zu viel sagen." Mit einem Einstieg der US-Kultmarke in eine der WM-Klassen können Fans aber wohl nicht rechnen. "Ausschließen sollte man nichts, aber momentan ist unser Interesse, neue Wege zu gehen und da ist die 'King of the Baggers' der logische Anknüpfungspunkt", so Zeitz.
Der Harley-Davidson-CEO kündigt weitere Details in absehbarer Zukunft an: "Diese Motorräder gehören auf jeden Fall auf die Rennstrecke. Das ist unser Ziel. Hoffentlich haben wir bald mehr Neuigkeiten."



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