Jorge Martin fuhr im MotoGP-Sprint von Thailand am Rande einer Strafe. Gleich drei Mal kam er von der Strecke ab, entging aufgrund diverser Regelungen aber dennoch einer Longlap-Penalty und musste auch bei keinem seiner beiden Manöver gegen Francesco Bagnaia die Position zurückgeben. Warum diese Entscheidungen der Stewards korrekt waren, erklären wir hier.

Francesco Bagnaia verblufft: Habe vier Vergehen gezählt!

Martin wurde so schlussendlich Zweiter, Bagnaia Dritter. Martin baute seinen Vorsprung in der Weltmeisterschaft gegenüber seinem Rivalen damit um zwei weitere Punkte auf insgesamt 22 Zähler aus. Bagnaia zeigte sich nach dem Sprint frustriert und gleichzeitig verwundert darüber, dass Martin trotz des mehrmaligen Verlassens der Strecke ohne Strafe davonkam.

"Ehrlich gesagt, habe ich vier Vergehen gezählt. Als er zwei hatte, dachte ich: 'Okay, eines noch und er bekommt eine Strafe.' Dann habe ich zwei weitere gezählt. Aber vielleicht ist mir da auch ein Fehler unterlaufen, denn ich konnte es nicht wirklich sehen. Wenn er keine Strafe bekommen hat, waren es wohl nur zwei."

Jorge Martin kontert Bagnaias Vorwurf

Angesprochen auf Bagnaias inoffizielle Track-Limits-Zählung antwortete Martin sarkastisch: "Vielleicht waren es ja sogar acht!" Der WM-Leader schilderte anschließend seine Sicht der Dinge. "Ich bin in Kurve eins weit gegangen, aber wenn ich das nicht gemacht hätte, wären Pecco und ich kollidiert. Da ist die Auslaufzone aber ohnehin blau markiert (in diesem Fall werden keine Track-Limit-Vergehen geahndet, Anm.). Die Regeln sind die Regeln. Grün ist grün und blau ist blau. Ich glaube, dass ich die Track Limits nur einmal missachtet habe (tatsächlich waren es zwei von zwei erlaubten Vergehen, Anm.)."

Martin gibt deshalb bereits seine wohl nicht ganz erst gemeinte Taktik für das Rennen am Sonntag aus: "Da gibt es bei fünf Vergehen eine Strafe, also muss ich die Strecke wohl vier Mal verlassen." Aufgrund der unterschiedlichen Renndistanzen sind im Sprint ja nur zwei Vergehen erlaubt, während die Fahrer im Grand Prix vier Mal die Track-Limits missachten dürfen.