Es war alles angerichtet für Marc Marquez im MotoGP-Sprint auf Phillip Island. Im Gegensatz zu vielen anderen Rennwochenenden gelang ihm in Australien ein gutes Qualifying - er stellte seine Gresini Ducati auf Startplatz zwei. Und starke Pace zeigte er an diesem Wochenende von der ersten Runden im Training an.

Marc Marquez' vermasselt Startphase

Marquez gelang im Sprint schließlich auch ein guter Start. Er fuhr direkt hinter Polesitter Jorge Martin auf Kurve eins zu. Dort sorgte eine Verkettung unglücklicher Umstände aber dafür, dass Marquez auf Rang acht zurückfiel. Was war passiert?

Die MotoGP-Stars aktivieren am Start ja nicht nur das Ride-Height-Device am Heck ihrer Maschinen, sondern auch jenes an der Front. Um diese Verriegelung der Gabel wieder zu lösen, müssen sie hart bremsen. Das ist normalerweise kein großes Problem, die Strecke auf Phillip Island stellt hier aber einen Sonderfall da. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Kursen handelt es sich bei Turn 1 hier nicht um eine enge Kurve, sondern um einen langgezogenen Rechtsbogen, der bei der Anfahrt aus der Startaufstellung eigentlich kein hartes Bremsmanöver erfordert. Zum Lösen des Ride-Height-Devices ist ein solches aber eben nötig.

Jorge Martin bremst, Marc Marquez wird überrascht

Martin wollte in dieser Situation im Sprint nichts dem Zufall überlassen und zog besonders aggressiv am Bremshebel. Ein Manöver, das für Marquez überraschend kam: "Jorge hat dort extrem hart gebremst um das Ride-Height-Device zu lösen. Das habe ich falsch eingeschätzt und hätte ihn fast berührt. Ich musste das Motorrad aufrichten. Zusammen mit dem Wind hat das dazu geführt, dass ich weit gegangen bin." Der starke und böige Wind wehte am Samstag aus westlicher Richtung über den Phillip Island Grand Prix Circuit und somit in Kurve eins von der Innenseite der Kurve nach außen.

Nach diesem Fehler auf Platz acht zurückgefallen, startete Marquez eine Aufholjagd, die ihn bereits in der achten von 13 Runden wieder auf Platz zwei nach vorne geführt hatte. Dort war für Marquez dann auch Endstation, denn Martin war zu diesem Zeitpunkt bereits um mehr als drei Sekunden enteilt. Marquez fuhr nun ohne weitere Gegner vor sich dennoch die schnellsten Rundenzeiten im Feld. Seine besten Umläufe waren praktisch auf Augenhöhe mit jenen von Sprintsieger Martin und deutlich schneller als jene von Enea Bastianini oder Francesco Bagnaia.

Marc Marquez hofft auf GP-Distanz

Das macht Marquez für Sonntag Mut: "Meine Pace war heute mindestens gut genug, um bis zum Ende gegen Jorge zu kämpfen. Dadurch ist der Fehler natürlich besonders bitter, aber im Rennen haben wir eine erneute Chance." Marquez geht davon aus, dass ihm der Grand Prix mit seiner mehr als doppelten Distanz - 27 anstatt 13 Runden im Sprint - sogar noch mehr entgegenkommt. "Jorge ist sehr explosiv und kann in den ersten zwei bis drei Runden den Unterschied machen", analysiert Marquez. "Mit gebrauchten Reifen fühle ich mich dann aber stärker. Entscheidend wird sein, ob ich einen guten Start habe und welche Pace Jorge dann vorgibt."

Der Australien-Grand-Prix am Sonntag ist wieder ein Fall für Frühaufsteher. Los geht es um 5 Uhr mitteleuropäischer Zeit.