Direkter Einzug in Q2, Startposition acht im Qualifying und im Grand Prix schließlich das eingestellt zweitbeste Resultat der Saison mit Platz fünf. Fabio Quartararo erlebte in Malaysia, vom katastrophalen Sprint nach Horrorstart mal abgesehen, eigentlich mal wieder ein wirklich positives Rennwochenende. Der Franzose war von Anfang an konkurrenzfähig und wurde bester Nicht-Ducati-Pilot. Der Lohn waren elf WM-Punkte, die ihm Platz neun in der Fahrer-Wertung gegen Jack Miller und Alex Marquez absicherten.

Einen Makel gab es dann aber doch: Eine Geldstrafe in Höhe von 1.000 Euro, die am Samstagnachmittag gegen Quartararo ausgesprochen wurde. Der Yamaha-Pilot hatte zum Ende des 2. Freien Trainings bereits während der Einfahrt in die Boxengasse seine Helmschnalle geöffnet und nicht damit gewartet, bis er vom Motorrad abgestiegen war. Die Stewards erkannten darin einen Verstoß gegen Artikel 2.4.5.2 des MotoGP-Reglements und verhängten die entsprechende Geldstrafe.

Fabio Quartararo hatte die Schnalle seines Helms noch auf dem Motorrad geöffnet, Foto: LAT Images
Fabio Quartararo hatte die Schnalle seines Helms noch auf dem Motorrad geöffnet, Foto: LAT Images

Als diese am Samstag offiziell verkündet wurde, lag der Vorfall bereits mehrere Stunden zurück. Nicht nur das Qualifying, auch der Sprint war längst über die Bühne gegangen. Selbst seine Medienrunde knapp eine Stunde nach dem Sprint hatte Quartararo schon abgehalten, weshalb er am Samstag auch keine Stellung mehr beziehen konnte. Dies holte er am Sonntag bei 'TNT Sports' nach und lies dabei kein gutes Blatt an den Stewards um Ex-500ccm-Weltmeister Freddie Spencer.

"Sie machen ihren Job nicht. Ich glaube, dass sie ihre Augen schließen und Strafen wahllos an die Fahrer vergeben, die sie nicht mögen. Da gehöre ich dazu", wütete der 24-jährige Franzose und erklärte: "Ich habe das [den Helm öffnen, Anm.] in der Vergangenheit schon oft gemacht, all die letzten Jahre. Und gestern geben sie mir dann auf einmal eine Strafe dafür. Daher kann ich mir nicht vorstellen, dass sie ihren Job richtig machen."

MotoGP macht sich lächerlich! Fahrer sind machtlos: (05:57 Min.)

Ex-MotoGP-Piloten zeigen Verständnis: Verwarnung hätte gereicht

Ex-MotoGP-Pilot Michael Laverty, heute Experte bei 'TNT Sports' zeigte Verständnis für Quartararos Ärger: "Die Regeln besagen, dass du deine gesamte Sicherheitsausrüstung in der Boxengasse und auf der Strecke tragen musst, aber das ist schon hart. Wie er sagte, macht er das schon seit Jahren. Das jetzt zu bestrafen, war ein bisschen kleinlich." Anschließend äußerte der Brite einen Verdacht: "Der Vorfall wurde in den sozialen Medien publik. Für mich sieht es so aus, als wären die Stewards nur durch einen Journalisten im Fahrerlager auf den Beitrag aufmerksam geworden und haben ihm dann eine Strafe gegeben! Damit bin ich nicht einverstanden."

Für diese Theorie spricht, dass die offizielle Verkündung der Strafe erst mehrere Stunden nach dem eigentlichen Vorfall erfolgte. Dennoch weiß auch Laverty: "Die Regeln sind nunmal die Regeln." Sein Expertenkollege Sylvain Guintoli, seit Sommer ebenfalls bei 'TNT Sports' angestellt, hätte sich dennoch etwas mehr Fingerspitzengefühl gewünscht: "Es hätte nur eine Verwarnung sein können. Sie hätten einfach sagen können: 'Mach das nicht, das ist kein gutes Beispiel. Wir wollen das jetzt nicht mehr sehen und wenn du das doch tust, werden wir eine Strafe verhängen.' Sie hätten nicht unbedingt sofort eine Strafe aussprechen müssen."