Motorsport-Magazin.com Plus
MotoGP

Bradls Einsätze unfairer Vorteil? Hondas Puig: Lächerlich!

Stefan Bradl ersetzt seit August 2020 Marc Marquez als Einsatzfahrer bei Honda. Der Konkurrenz passt das gar nicht. Nun spricht HRC-Boss Alberto Puig.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Als sich Stefan Bradl am 7. August 2020 zum 1. Freien Training in Brünn auf die Repsol Honda schwang, hätte wohl niemand damit gerechnet, dass er bis in die Saison 2021 hinein Marc Marquez an den MotoGP-Rennwochenenden ersetzen muss. Aufgrund der Komplikationen nach Marquez' Oberarmbruch kam es aber genau so und Bradl ersetzt den Superstar seit mittlerweile 14 Rennwochenenden.

Ein harter Schlag für Motorradgigant Honda, den die Konkurrenz aber dennoch als unfairen Vorteil sieht. Ihr Standpunkt: Bradl kann unbegrenzt testet. Stammfahrer hatten vor der MotoGP.-Saison 2021 nur fünf Tage zur Verfügung. Gleichzeitig fuhr Bradl in den letzten Monaten aber auch alle Rennen. Das passt für Hondas Rivalen nicht zusammen.

Erstmals kamen die Vorwürfe aus dem KTM-Lager, später schloss sich auch Petronas-Yamaha-Teammanager Johan Stigefelt an. "Wir verstehen die Vorwürfe nicht", konterte Honda-Teammanager Alberto Puig nun bei 'DAZN'. "Es heißt, wie hätten einen Vorteil, dabei ist uns doch ein Fahrer ausgefallen. Das ist ein völliger Widerspruch! Wir mussten Stefan einsetzen, weil wir keinen anderen Piloten zur Verfügung hatten. MotoGP-Fahrer findet man nicht an jeder Straßenecke. Es war unsere einzige Möglichkeit. Wir hatten außerdem auch nicht damit gerechnet, dass Marc das ganze Jahre ausfällt."

Tatsächlich war das Repsol Honda Team dazu verpflichtet, Marquez ab dem dritten Saisonrennen 2020 zu ersetzen. Denn spätestens zehn Tage nach der Verletzung eines Stammfahrers muss ein Reservefahrer aufgeboten werden. Durch seine Erfahrung als Testfahrer für die RC213V war Bradl damals die logische Wahl.

Bradl statt Marc Marquez: Honda verärgert MotoGP-Konkurrenz: (10:39 Min.)

In seiner gewohnt knorrigen Art konnte sich Puig einen kleinen Seitenhieb auf die Konkurrenz nicht verkneifen: "Es lohnt sich gar nicht, darüber zu reden. Das ist einfach nur lächerlich. Ich weiß nicht, wieso sich andere Hersteller über solche Dinge Gedanken machen. Sie sollten besser darüber nachdenken, wie man Rennen gewinnt." Im Vorjahr war Honda übrigens neben Aprilia der einzige Hersteller der MotoGP, welcher keinen Grand Prix gewinnen konnte. Die ersten beiden Siege 2021 gingen an Yamaha.


Weitere Inhalte:
Tissot