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MotoGP-Strecke in Vollbrand: Flammeninferno in Argentinien

Die Hiobsbotschaften für den Argentinien-GP reißen nicht ab. Nach einem Brand scheint ein Großteil der Boxenanlage verloren zu sein.
von Redaktion Motorsport-Magazin.com

Motorsport-Magazin.com - Die Boxenanlage auf der MotoGP-Strecke in Argentinien steht in Vollbrand. Am Freitag brach gegen 23 Uhr ein Feuer aus noch unbekannter Ursache aus, wie lokale argentinische Medien übereinstimmend berichten.

Mittlerweile grassieren im Internet auch zahlreiche Videos des Flammeninfernos in Termas de Rio Hondo. Auf diesen ist bereits das ganze Ausmaß ersichtlich: So steht das dreistöckige Gebäude im Vollbrand, heftiger Wind facht das Feuer zusätzlich an.

"80 Prozent des Gebäudes sind bereits verloren. Wir versuchen nur noch, das Museum irgendwie zu retten, aber es ist eine Katastrophe", zitiert die argentinische Zeitung "La Nacion" einen der Feuerwehrleute vor Ort.

Vollbrand in Termas: Keine Verletzen

Um 04:25 Uhr argentinischer Ortszeit gab der Direktor der Rennstrecke, Hector Farina, dann ein Update zur Lage in Termas. Darin bestätigt er, dass die komplette Boxenanlage sowie die Presseräume, die Räumlichkeiten der Rennleitung und die VIP-Lounges durch das Feuer komplett zerstört wurden.

Es gibt aber auch Positives zu vermelden: Zuerst einmal wurde bei dem Brand kein Mensch getötet und Museum sowie Kontrollturm, einige Büros und eine kleine Klinik auf dem Streckengelände wurden nur wenig beschädigt. Das Automobil-Museum wird bereits in wenigen Tagen wieder öffnen können.

Das Autodromo Termas de Rio Hondo wurde in seiner aktuellen Form erst vor neun Jahren fertiggestellt. Die MotoGP gastiert seit 2014 auf dem nordargentinischen Kurs, aufgrund der Corona-Pandemie musste das Event im Vorjahr allerdings abgesagt werden.

Das ursprünglich für Mitte April 2021 geplante Comeback im Rennkalender musste von der Dorna vor wenigen Wochen ebenfalls auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Neben der weltweiten Corona-Lage ist der Großbrand nun der nächste herbe Rückschlag für die Streckenbetreiber in Argentinien.

Besonders bitter: Der aktuelle Vertrag zwischen der Rennstrecke und der MotoGP läuft mit 2021 aus. Da sich Argentiniens Wirtschaft seit Jahren am Boden befindet, sind Ängste um den künftigen Verbleib im Rennkalender wohl angebracht.

MotoGP: Strecke in Termas de Rio Hondo steht in Flammen: (00:58 Min.)

Kein wirtschaftlicher Schaden durch Brandunglück

Diese versucht Farina in seinem Statement aber abzuwiegeln. "Die Rennstrecke ist vollständig gegen Feuer versichert, deshalb ist das Problem des wirtschaftlichen Schadens in diesem Sinne gedeckt", so Farina. "Aber es wird mit Sicherheit eine Weile dauern, bis die entsprechenden Bereiche auf dem für nationale und internationale Wettbewerbe notwendigen Niveau wiederaufgebaut sind."

Trotz diesen düsteren Aussichten will sich der Direktor des Autodromo Termas de Rio Hondo nicht unterkriegen lassen und denkt bereits an die Zukunft: "Wir werden von nun an alles dafür tun, unsere geplanten Zeitpläne einhalten zu können, das zählt auch für die MotoGP im November."


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