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MotoGP-Blog: Das lange Warten - ein harter Corona-Februar

Üblicherweise sollten MotoGP-Tests und der WSBK-Auftakt direkt vor der Tür stehen. Doch im Corona-Winter 2020/21 ist nichts kalkulierbar.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Die Geduld der MotoGP-Fans wird in diesem Winter auf eine harte Probe gestellt. Bereits 69 Tage sind vergangen, seit zum letzten Mal Live-Bilder aus der Motorrad-WM über die Bildschirme flimmerten. War in den vergangenen Jahren stets der Februar der Monat des "Frühlingserwachens" im internationalen Motorrad-Sport, so sieht es 2021 in den kommenden Wochen leider trostlos aus.

Üblicherweise würden sich die MotoGP-Fahrer in diesen Tagen auf den Testauftakt in Sepang vorbereiten und Motorsport-Magazin.com sich auf die Reise nach Malaysia machen, um hautnah vom ersten Rollout nach der Winterpause zu berichten. Danke Facebook, dass du uns über dein Feature "Heute vor X Jahren..." in der Timeline heute Morgen schmerzlich daran erinnert hast, dass das 2021 nicht der Fall sein wird.

Denn erst am 5. März werden die Motoren in Katar angelassen, wo sich der komplette Testwinter samt der beiden Auftaktrennen abspielen soll. Das Coronavirus hat die MotoGP somit nach wie vor fest im Griff und wir alle dürfen uns glücklich schätzen, wenn wir am Ostersonntag tatsächlich das zweite Rennen des Katar-Doppels erlebt haben.

In der Zwischenzeit kann nicht einmal die Superbike-WM Abhilfe schaffen. Deren Saison begann zuletzt stets in den letzten Februar-Tagen auf Phillip Island, doch diesmal bleiben die Wecker der Frühaufsteher unter den Motorrad-Fans aus. Corona sorgt dafür, dass die Saison diesmal erst am 24. April in Assen eröffnet wird und stellt in Zweifel, dass die Superbikes in Australien in diesem Jahr überhaupt fahren werden.

Das Ende fixer Termine

Generell sind Rennkalender in den aktuellen Zeiten eher unverbindliche Planungen, denn feste Termine. Leider ist nach wie vor unkalkulierbar, wann und wo Grenzen auf oder zu gehen, Veranstaltungen erlaubt oder verboten sind und Flugzeuge landen dürfen oder eben nicht. Die Dorna kann nur versuchen, so rasch und früh wie möglich auf die jeweilige Lage zu reagieren und Anpassungen vorzunehmen.

So geschehen bei der Absage des Sepang-Tests und bei der Verschiebung der Rennen in Austin und Argentinien auf unbestimmte Zeit. Es ist zu befürchten, dass dies nicht die einzigen Verschiebungen (bzw. Absagen) im MotoGP-Rennkalender bleiben werden. So schwingt sich derzeit etwa Portugal, wo in zehn Wochen der MotoGP-Tross mit seinen Hundertschaften aufschlagen soll, zum weltweiten Corona-Hotspot auf.

Immerhin hat die Dorna im Vorjahr bewiesen, dass sie auch unter widrigen Bedingungen einen Rumpf-Kalender hinbekommt und somit nicht die komplette Saison - wie in einigen anderen Sportarten - ins Wasser fallen musste. Eine MotoGP-Saison 2021 wird es somit auf jeden Fall geben. Im Februar bleiben vorerst nur die Präsentationen der Teams, die allesamt online stattfinden werden und teilweise via öffentlich zugänglichem Livestream übertragen werden.

Immerhin ein kleiner Trost in einem ansonsten Motorrad-freien Februar. Hoffen wir, dass wenigstens ab März ein Hauch MotoGP-Normalität zurück in unsere Wohnzimmer kommt.


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