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MotoGP: Marc Marquez spricht erstmals über Zwangspause

Nur einen Tag nach der Hiobsbotschaft wendet sich Marc Marquez an die MotoGP-Fans und klärt über seine Genesung und seine WM-Tipps auf.
von Redaktion Motorsport-Magazin.com

Motorsport-Magazin.com - Marc Marquez wird der MotoGP für lange Zeit fehlen. Die Genesung von seinen zwei Oberarm-Operationen wird noch zwei bis drei Monate dauern und Marquez in dieser Zeit keine Rennen bestreiten, wie Honda am Samstag bekanntgab. Somit könnte er in der laufenden Saison eventuell überhaupt nicht mehr starten, da das Finale am 22. November stattfindet.

In einem fünfminütigen Video-Interview mit der offiziellen MotoGP-Webseite meldete sich Marquez am Sonntag kurz vor dem Rennen zum ersten Mal seit der zweiten Operation zu Wort. Seine Stellungnahme im Wortlaut:

"Es ist hart, die MotoGP nur vom Sofa aus zu verfolgen, natürlich wäre ich lieber dort. Wir Fahrer nehmen in unserer Karriere großes Risiko und in acht Saisons in der MotoGP habe ich das auf der Strecke immer getan, um meine Ziele zu erreichen und Titel zu gewinnen. Leider ist diese seltsame Saison die bislang schwierigste für mich. Ich habe das befolgt, was mir die Ärzte gesagt haben und das hat mir das Selbstvertrauen gegeben, wieder auf das Motorrad zu steigen und körperlich zu trainieren."

"Sie haben gesagt, dass die Platte widerstandsfähig genug wäre, daher habe ich mich an ihre Empfehlungen gehalten. Das werde ich jetzt auch tun, auch wenn sie mir nun raten, dass ich besser stillhalten soll. Ich hatte in meinem rechten Arm schon im Winter Probleme nach der Schulter-Operation. Daher will ich jetzt alles gut heilen lassen, um dann mit hundertprozentiger Fitness zurückzukommen."

"Alle Verletzungen sind schwierige Momente, die letzte ist immer der schwierigste. Als Menschen vergessen wir oft auf die Vergangenheit und vielleicht war meine Augenverletzung 2011/12 schwieriger. Ich wusste damals gar nicht, ob ich überhaupt jemals wieder fahren könnte. Jetzt geht es nur um einen Knochen und ich werde sicher wieder fahren können. Das ist meine Leidenschaft, nur muss ich nun geduldig bleiben."

"Aktuell kümmere ich mich um die Hunde von Alex (Bruder; Anm.) und ich trainiere im Fitnessstudio, allerdings nicht mit dem rechten Arm. Nächste Woche kann ich immerhin auf einem Hometrainer mit Radfahren beginnen. Ich habe jetzt Zeit und kann mich wieder mit Freunden treffen. Auch wenn ich mein Team und die MotoGP sehr vermisse."

Marquez über seine aktuelle MotoGP-Einschätzung

"Zu Beginn der Saison hat Fabio (Quartararo; Anm.) sehr stark ausgesehen, aber schon in Brünn hatte er Probleme. Wenn du plötzlich Druck hast, werden die Dinge manchmal schwieriger. Ohne Druck ist alles einfacher. Aktuell sehe ich sehr gerne zu, denn du weißt nie, wer gewinnt. Keiner hat einen echten Vorteil. Ich stehe in häufigem Kontakt zu Honda, um unsere Arbeit für das nächste Jahr fortzusetzen. Taka (Nakagami; Anm.) ist schnell, Alex (Marquez; Anm.) hat ein bisschen Probleme. Ich spreche aber sehr oft mit ihm und er weiß auch, dass er einen Schritt nach vorne machen muss."

"Wenn ich auf einen Weltmeister tippen müsste, hätte ich nach Jerez Fabio gesagt. Aber er hatte in Brünn zu viele Probleme und es reicht nicht, die Rennen einfach nur zu beenden. Du musst schon auf den vorderen Rängen liegen. Es wirkt so, als wäre er nicht mehr so konstant wie im Vorjahr. Aktuell sehe ich Fabio und Dovi in der aussichtsreichsten Position. Fabio hat den Speed, Dovi hat die Erfahrung. Mit einem Titelgewinn von Dovi wären alle zufrieden, er verdient das nach drei Jahren, in denen er jeweils Zweiter wurde."

"Aber Fabio ist ein junges, aufstrebendes Talent und hat schon im Vorjahr gezeigt, wie schnell er sein kann. Auch auf Vinales sollte man nicht vergessen. Um Weltmeister zu werden darf man aber nicht in vielen Rennen auslassen."


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