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Marc Marquez: Das sagt er zum MotoGP-Aus in Jerez

Für Marc Marquez blieb das MotoGP-Comeback in Jerez nur ein kurzer Traum. Seine Rede nach finalen Aus hier im Wortlaut zum Nachlesen.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Marc Marquez musste seinen MotoGP-Comebackversuch am Samstag in Jerez während des Qualifyings abbrechen. Wenige Stunden später trat der Weltmeister erstmals seit seinem schlimmen Crash am vergangenen Sonntag, bei dem er sich einen Oberarmbruch zugezogen hat, vor die Presse. Hier sein Statement aus Jerez:

"Ich habe die ganze Woche versucht, meinem Instinkt zu folgen, auf meinen Körper zu hören und ehrlich zu mir selbst zu sein. Am Montag hätte ich noch gesagt, dass es unmöglich ist, das Rennen in Jerez zu bestreiten. Aber am Dienstag hat Dr. Mir bei der Operation ganze Arbeit geleistet, sodass ich schon am Mittwoch körperlich trainieren und in Cervera in Lederkombi auf einem Motorrad fahren konnte."

"Da dachte ich, dass es (ein Start in Jerez; Anm.) möglich ist. Ich habe begonnen, mit Honda darüber zu sprechen. Die wollten mich zwar eher schützen, aber wir haben eine Art Deal vereinbart: Ich durfte es am Samstag versuchen, musste im Gegenzug aber ganz offen zu ihnen sein. Das war ich letztlich auch."

"Schon der medizinische Test am Donnerstag war hart und ich muss mich bei Dr. Charte bedanken, der mich so weit gepusht hat. Die Kraft war da und der Muskel hat gut funktioniert, deswegen habe ich es heute versucht. Am Morgen habe ich mich sehr gut gefühlt und konnte auch auf gebrauchten Reifen gute Zeiten fahren."

"Am Nachmittag habe ich mich zunächst auch gut gefühlt und konnte ganz normal fahren. Dann ich an die Box gefahren und als ich wieder aufgestiegen bin, hat sich von einer Sekunde auf die andere irgendetwas verändert. Vielleicht hat es mit einer Entzündung zu tun oder mit einem eingeklemmten Nerv, aber plötzlich schwoll mein Arm an."

Plötzlich war die Kraft weg

"In meinem zweiten Stint ging mir immer wieder die Kraft aus - vor allem in Passagen, wo ich das nicht erwartet habe. In solchen Momenten musst du ehrlich zu dir selbst sein, daher bin ich wieder an die Box gefahren und habe sofort gesagt, was Sache ist, aber auch klargestellt, dass ich in Q1 antreten werde."

"Ich habe versprochen: Sollte ich in der ersten Runde ein ähnliches Gefühl erneut spüren, komme ich sofort wieder rein. Genau das habe ich im Q1 dann auch gemacht. Ich habe das nicht erwartet. Ich muss mich aber bei allen Ärzten, Physios und Honda bedanken: Ihr habt mir die Chance gegeben, meiner Leidenschaft und meinem Instinkt folgen zu dürfen. Heute Nacht werde ich gut schlafen, denn ich habe alles versucht. Es ging einfach nicht."

"Mein Hauptziel ist jetzt die Genesung meines Armes, damit ich so schnell wie möglich wieder wie gewohnt Motorrad fahren kann. Ich weiß, dass ich in Brünn nicht hundertprozentig fit sein werde, vielleicht am Red Bull Ring dann, aber wer weiß. Leider ist mein rechter Arm verletzt und die kommenden Rennstrecken drehen alle nach rechts. Das macht alles schwieriger."

"Der MotoGP-Titel ist aber immer noch mein Sekundärziel. Es gibt noch viele Rennen und da kann alles passieren. Ich bin hier, weil ich nie aufgebe. Daher werde ich auch in der WM nicht aufgeben, so lange ich noch eine Chance habe."


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