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MotoGP-Vorschau: Gelingt KTM der Durchbruch?

2020 wird für KTM zum MotoGP-Schicksalsjahr. Gelingt unter erschwerten Bedingungen der Durchbruch noch bevor das Zugpferd den Rennstall verlässt?
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Noch vor Saisonstart der MotoGP 2020 ist klar: Teamleader Pol Espargaro wird KTM zu Saisonende verlassen. Damit verliert man nicht nur den erfolgreichsten Piloten, sondern auch jenen Mann, der seit dem Einstieg des österreichischen Herstellers ein Fixpunkt des Projektes war.

KTM droht aber auch darüber hinaus eine schwierige Saison. Einerseits besteht das vierköpfige Aufgebot 2020 zur Hälfte aus MotoGP-Neulingen, andererseits musste man aufgrund der Corona-Krise einen Teil seiner Vorteile aus dem "Concessions"-Reglement aufgeben. Ein wahres Schicksalsjahr für KTM, das richtungsweisend für das ambitionierte Projekt der Österreicher sein wird.

DIE MOTORRÄDER

Alle vier Fahrer bekommen 2020 die aktuellste Version der RC16 zur Verfügung gestellt. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren wird sich das MotoGP-Bike von KTM während der Saison nicht wesentlich verändern, denn die Zugeständnisse im Technischen Reglement fallen aufgrund der Corona-Krise weg.

So darf KTM - wie auch alle anderen Hersteller - bis inkl. Saisonstart 2021 weder seinen Motor, noch die Aerodynamik verändern. Eine neue Ausgangssituation für die Ingenieure, denen immerhin zugestanden wurde, erst Ende Juni die finale Version des Motors homologieren zu lassen. Ducati, Honda, Yamaha und Suzuki mussten dies bereits vor dem abgesagten Saisonstart in Katar erledigen.

Eine Einschätzung über die KTM RC16 zu treffen, ist schwierig. Bei Testfahrten im Juni war man zwar schneller als Aprilia - der direkte Vergleich unter Einsatz der neuesten Motor-Variante mit den anderen Herstellern fehlt allerdings völlig. Fix ist nur: Sollte man zu Saisonbeginn den Rückstand auf die Konkurrenz nicht verkürzt haben, wird dieses Unterfangen im weiteren Verlauf deutlich schwieriger als in den vergangenen Jahren.

DIE FAHRER

KTM hat auf den Zarco-Flop des Vorjahres reagiert und anstatt eines neuerlichen Sensationstransfers zwei Rookies für das vierköpfige Aufgebot verpflichtet: Iker Lecuona (20) und Moto2-Vizeweltmeister Brad Binder (24). Binder übernimmt das Motorrad von Zarco im Factory-Team, während Lecuona den glücklosen Hafizh Syahrin bei Tech3 ersetzt. Angeführt wird die KTM-Armada im vierten Jahr in Folge von Pol Espargaro, der auch bei den Testfahrten zumeist schnellster Pilot auf einer RC16 war. Miguel Oliveira geht bei Tech3 in seine zweite Saison.

Red Bull KTM Factory Racing 2020: #33 Brad Binder - #44 Pol Espargaro
Red Bull KTM Tech3 2020: #27 Iker Lecuona - #88 Miguel Oliveira

TRANSFERMARKT FÜR 2021

Der Abgang von Zugpferd Pol Espargaro ist bereits beschlossene Sache, denn am 25. Juni verkündete KTM sein Lineup für 2021: Binder bleibt im Werksteam und darf dort seinen einstigen Moto2-Teamkollegen Oliveira begrüßen, der nach Beendigung seiner zweiten Saison bei Tech3 aufrücken darf. Als Ersatzmann für Espargaro verpflichtet KTM Danilo Petrucci, der allerdings bei Tech3 ran muss und nicht direkt in die Factory-Mannschaft wechselt. Iker Lecuona darf in der Nachbarbox sein Motorrad für 2021 behalten. KTM schaffte somit bereits Klarheit über alle Fahrer-Platzierungen für die nächste Saison.

KTM Factory Racing 2021: #33 Brad Binder - #88 Miguel Oliveira
KTM Tech3 2021: #9 Danilo Petrucci - #27 Iker Lecuona


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