Fabio Quartararo schickt sich an, der neue Superstar der MotoGP zu werden. Nicht nur hat er in seiner Rookie-Saison 2019 mit sieben Podestplätzen brilliert, er war auch oftmals im direkten Zweikampf der einzige Herausforderer des späteren Weltmeisters Marc Marquez. Schon vor dem ersten Test der Saison 2020 in Sepang kam im Januar der nächste Paukenschlag: Quartararo hat bereits einen Vertrag im Werks-Team von Yamaha für 21/22 unterschrieben.
"Ich bin an einem sehr wichtigen Punkt in meiner Karriere", gab Quartararo auf der Pressekonferenz zur Präsentation seines Petronas Yamaha Teams in Sepang zu. "Ich freue mich wirklich sehr, dass ich meinen Vertrag mit Yamaha unterschreiben konnte und das jetzt schon letzte Woche verkünden konnte. Meine Zukunft ist daher klar und das freut mich. Ich kann mich jetzt auf die drei Jahre mit Yamaha voll konzentrieren."
Kontinuität für den Franzosen also, der ja bereits im letzten Jahr mit der M1 unterwegs war "und darauf können wir jetzt aufbauen", wie er sagt. Doch der Franzose weiß auch: "Wir haben viel Arbeit vor uns. Letztes Jahr war unsere erste Saison und da hatten wir viel zu lernen. Jetzt geht es an 2020 und wir müssen uns an das neue Motorrad gewöhnen, daher sind die sechs Testtage vor dem Saisonauftakt in Katar immens wichtig."
"Wir müssen jetzt mal Schritt für Schritt schauen und uns unsere Ziele überlegen", blieb der 20-Jährige bescheiden. "In Katar werden wir sehen, wo wir stehen - und wo die anderen stehen." Die Zeit seit dem letzten Test in Jerez Ende November letzten Jahres beschrieb Quartararo als "einfach viel zu lang".
Alle Augen sind auf Quartararo gerichtet, bereits letztes Jahr hoben ihn einige in den Status, der zukünftige Marquez-Bezwinger zu werden. In Sepang wurde er daher mit der Frage konfrontiert, ob er am Ende der Saison 2020 - wenigstens - als Zweiter in der Tabelle zu finden sein wird. "Wenigstens Zweiter?", zog Quartararo verblüfft die Augenbauen hoch und begann zu lachen.
"Letztes Jahr hatten wir ein richtig gutes Rookie-Jahr und ich habe von vielen Fahrern viel lernen können", begann er diplomatisch. "Aber dieses Jahr besteht uns ein großer Kampf bevor. Ich würde nicht sagen, dass ich bereit bin, um den Titel zu kämpfen, denn das bin ich nicht. Dieses Jahr können wir aber vielleicht ab Katar schon um Top-Platzierungen kämpfen, wo wir letztes Jahr noch nicht so weit waren. Letztes Jahr habe ich den Test auf Rang 16 abgeschlossen, da werden wir vielleicht etwas besser beginnen können." Am ersten Tag von Sepang wurde er Erster, rund eine halbe Sekunde hinter dem Streckenrekord.
"Ich habe Erfahrungen sammeln können und will nun natürlich versuchen, die Fehler vom letzten Jahr nicht wieder zu machen", sprach der Yamaha-Pilot weiter über seine Pläne. "Wenigstens Zweiter, das würde ich nicht sagen wollen. Aber natürlich will ich in allen Rennen um gute Platzierungen kämpfen. Ich will natürlich viel mehr auf dem Podest stehen und am Ende der Rennen auch um Siege kämpfen."
Auch wenn Yamaha alle Möglichkeiten für Alt-Star Valentino Rossi eingeräumt hat, sollte der sich für 2021 für ein Weitermachen entscheiden, so wird der Italiener dann nicht mehr im Werksteam fahren. Auch wenn er sich auf die volle Material- und Man-Power-Unterstützung von Yamaha verlassen darf, wird Rossi dann höchstwahrscheinlich ins Petronas-Team wechseln, von wo Quartararo kommt und aufsteigen wird. Fühlt er sich jetzt wie der Valentino-Rossi-Ersatz? "Ich kann ihn noch nicht ersetzen", sagte Quartararo. "Aber ich habe scheinbar einen guten Job gemacht, dass ich dieses Motorrad im Werksteam bekomme. Er tritt aber noch nicht zurück, also ersetze ich ihn auch nicht. Im MotoGP-Werksteam von Yamaha zu sein bedeutet nicht, dass ich seinen Platz nehme."
Teamchef Razlan Razali jedenfalls zeigte sich "stolz wie Bolle" über den Weg, den Quartararo und seine Mannschaft im ersten MotoGP-Jahr beschritten haben und wie es weiter gehen wird. "Wir sind stolz, dass er seine Karriere gesichert hat und zwei weitere Jahr für Yamaha fahren kann", so Teambesitzer Razlan Razali. "Das ist ja ein ganz natürlicher, normaler Werdegang für einen Satelliten-Piloten ins Werksteam zu wechseln. Und uns freut das und macht uns stolz."
"2020 wollen wir mit ihm auf die gute Arbeit vom letzten Jahr aufbauen und versuchen, noch besser zu werden", sagte Razali weiter. "Für ihn wird das ein prägendes Jahr, unsere Erwartungen sind jetzt natürlich höher."

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