MotoGP

MotoGP - Erklärt: Deshalb ist Yamaha in Misano stark

Nach dem Trainings-Freitag der MotoGP in Misano sieht es für die Yamaha-Piloten nach einem vielversprechenden Wochenende aus. Deshalb sind sie so stark.
von Sophie Riga

Motorsport-Magazin.com - Vier Yamahas in den Top-5 des ersten Trainingstages der MotoGP in Misano - ein erfreulicher Schnitt für den japanischen Hersteller. Maverick Vinales schnappte sich die Tages-Bestzeit, Fabio Quartararo, Valentino Rossi und Franco Morbidelli landeten auf den Rängen zwei, vier und fünf. Nur Marc Marquez unterbrach die Yamaha-Parade auf P3. Dieses gute Ergebnis verdanken die Piloten mehreren Faktoren.

In Misano profitiert der, der in den Kurven Zeit gutmachen kann. Das gelingt niemand im aktuellen MotoGP-Fahrerfeld so gut wie den Piloten auf einer Yamaha M1. "Die einzige Möglichkeit, irgendwo Zeit herauszuholen, ist, wenn man in der Mitte der Kurve schnell ist und mit etwas mehr Speed durch den Scheitelpunkt geht", erklärt Ducati-Pilot Andrea Dovizioso, der an Tag eins in Misano nur auf Platz zehn landete. Im vorherigen Jahr klappte dieses Manöver auch noch mit der GP18. Die GP19 tut sich damit schwerer, denn - da sind sich alle Fahrer einig - der Griplevel ist im Vergleich zum Vorjahr und sogar zu den Tests vor ein paar Tagen gesunken.

Die Yamaha-Piloten hingegen sind in der Lage, in der Kurve gutzumachen, während sie dafür auf der Geraden gegen die Power der Ducati immer noch einen Nachteil haben. "Das können wir nicht wegreden", stellt Vinales klar. Ein Schritt nach vorne ist aber getan, denn in den vergangenen Jahren hätten die Bikes des japanischen Herstellers schon allein wegen des niedrigen Grips keine Chance gehabt, nach ganz vorn zu fahren. "Die Situation hat sich seit dem letzten Jahr sehr geändert", weiß Rossi. "Wenn wir in der Vergangenheit weniger Grip hatten, haben wir Probleme gekriegt. Hier in Misano sind wir schnell."

Scheinbar ist also doch ein Aufwärtstrend bei Yamaha zu erkennen. Altmeister Rossi zumindest lobt den Fortschritt, den man seit den Tests in Brünn gemacht hat. "Seit dem Ende von 2016 bis zum Test in Brünn haben wir eigentlich nichts Neues ausprobiert oder zumindest nichts, was einen Unterschied gemacht hätte", gesteht er. "Seit Saisonbeginn tut sich aber etwas." Neues Personal in Japan als auch in Europa scheint neuen Wind ins Yamaha-Lager zu bringen.

Fabio Quartararo war am Freitag in Misano stark unterwegs - Foto: LAT Images

Und dieser neue Wind bringt viele Updates mit sich: Einen neuen Auspuff, eine Karbon-Schwinge und neue Bremsen hat Rossi in den letzten Tagen ausprobiert. Viel mehr als in den vergangen Jahren. "Für mich ist es sehr offensichtlich, dass die neuen Sachen besser sind", erklärt der Doktor außerdem. "Deshalb haben wir uns darauf konzentriert. Ich denke, dass das unser Weg ist. Alles, was ich teste, gefällt mir."

Doch schon auf der anderen Seite der Box ist man anderer Meinung. Vinales fühlt sich aktuell auf der Standard-M1 wohler. Der Erfolg gibt ihm Recht, immerhin sicherte sich der Spanier an Tag eins die Bestzeit. "Ich habe zurzeit ein gutes Gefühl mit dem normalen Bike und das möchte ich eigentlich nicht verlieren", grübelt Vinales. "Wir waren von der ersten Runde an konkurrenzfähig und haben uns unter den ersten Plätzen widergefunden."

Doch wenn es nicht die neuen Teile sind, weshalb kommt Vinales dann in diesem Jahr besser in Misano zurecht? Der Yamaha-Pilot ist überzeugt, dass es größtenteils an ihm selbst liegt. "Während des Tests haben wir einen guten Job gemacht", erklärt er. "Ich bin viel mit dem harten Reifen gefahren und habe versucht, das Bike zu verstehen, auch wenn es sehr rutschig war. Dadurch habe ich mich selbst unter diesen Bedingungen verbessert, denn das Bike war ja dasselbe."

Das er trotz allem die neuen Teile im Laufe des Wochenendes ausprobieren wird, will Vinales nicht ausschließen: "Wenn es notwendig ist, werde ich die neuen Teile ausprobieren. Zum Beispiel, wenn Valentino damit konstant schnell ist."


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