MotoGP

Marcel Schrötter: So soll es mit dem MotoGP-Aufstieg klappen

Die MotoGP ist das große Ziel von Marcel Schrötter. Die deutsche Moto2-Speerspitze verrät, wie er den Weg in die Königsklasse zu Ende gehen will.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Mit 166 Grand-Prix-Starts ist Marcel Schrötter mittlerweile bereits ein echtes Urgestein der Motorrad-Weltmeisterschaft. Die 166 Renneinsätze verteilen sich auf die kleinste und mittlere Klasse der Motorrad-WM, ein Start in der MotoGP fehlt Schrötter noch. Geht es nach ihm, soll sich das ändern.

Im Vorjahr kam Schrötter nach vielen Jahren mit unterlegenen Teams oder wenig konkurrenzfähigem Material endlich im Spitzenfeld der Moto2 an. Mit der Kalex von Dynavolt Intact GP hatte er ein Paket gefunden, das ihm zum regelmäßigen Besucher Gast in der ersten Startreihe machte und ihm in den jüngsten 16 Rennen bereits vier Podiumsplatzierungen einbrachte.

Klar, dass Schrötter irgendwann auch im Geschäft der ganz Großen mitmischen will. "Die MotoGP ist für jeden Motorradrennfahrer das große Ziel. Es ist auch mein Traum", gibt er offen zu. Um jeden Preis will seine Moto2-Maschine aber nicht eintauschen: "Es muss schon ein Paket sein, mit dem es auch Sinn macht, in der MotoGP zu fahren. Ich will nicht ständig 20. werden, denn ich traue mir deutlich mehr zu."

Eine Einschätzung, zu der Schrötter aufgrund der Gegebenheiten in der MotoGP kommt: "Ich fühle mich auf großen Motorrädern sehr wohl. Ich bin schon oft zusammen mit Jonas Folger und Jack Miller, die ja beide viel Erfahrung in der MotoGP haben, Superbikes gefahren und war da sehr, sehr konkurrenzfähig."

In der Moto2 gehört Schrötter bereits zur absoluten Weltspitze - Foto: Intact GP - F. Glänzel

Marcel Schrötter: Sorgen wegen Alter

Der Weg in die Königsklasse wird für Schrötter aber definitiv kein einfacher. Auch, weil er mit aktuell 26 Jahren nicht mehr zu den jüngsten Anwärtern auf einen MotoGP-Platz zählt. Die Rookies des Jahrgangs 2019 waren bei ihrem Debüt 24 (Miguel Oliveira), 22 (Francesco Bagnaia), 21 (Joan Mir) und 19 (Fabio Quartararo) Jahre alt.

"Am besten wäre es gewesen, schon vor zwei Jahren aufzusteigen", lacht Schrötter. "Dass ich schon 26 bin, ist natürlich ein negativer Punkt. Ein Johann Zarco war aber auch schon 28 Jahre alt. Andrea Dovizioso ist auch erst mit über 30 wirklich in Hochform gekommen. Ich will mich nicht mit diesen Fahrern vergleichen, aber es zeigt doch, dass noch genug Zeit ist. Ich denke, dass ich noch etwa zehn Jahre im Motorradsport vor mir habe."

Kein Pay-Rider: Schrötter will durch Leistung punkten

Schrötter weiß, dass ihn aber nur absolute Spitzenleistungen in die MotoGP führen können. "Ich brauche konstant Ergebnisse wie am Sachsenring", verweist er auf seinen dritten Platz beim Heimrennen. "Achte Ränge reichen da nicht." Vor allem auch, weil sich Schrötter im Gegensatz zu Fahrern wie Karel Abraham oder im Vorjahr Xavier Simeon nicht durch finanzielle Mitgift in die Königsklasse einkaufen will. "Ich möchte nicht bezahlen, um MotoGP zu fahren. Motorradfahren war einmal mein Hobby, aber mittlerweile ist es auch mein Beruf und ich muss davon leben. Ich will auch nicht wegen Geld aufsteigen, sondern weil die Leistung stimmt."

Schrötter kann also weder durch sein Alter, noch durch millionenschwere Sponsoren punkten. Was ihm aber helfen könnte, ist seine Nationalität. "Momentan gibt es keinen einzigen Deutschen in der MotoGP, obwohl das für alle Beteiligten wichtig wäre, vor allem für die Dorna", überlegt der Bayer. "Ich gehe also davon aus, dass es aus dieser Richtung schon Unterstützung geben würde. Zuallererst müssen aber natürlich die Leistungen passen."


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