MotoGP

MotoGP Assen - Marc Marquez: Warum er am Ende wegfahren konnte

Marc Marquez' Pace war an diesem MotoGP-Wochenende in Assen unantastbar, dennoch musste er im Rennen lange kämpfen. Der Repsol-Honda-Pilot verrät, warum.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - So eng es am Freitag und Samstag in der MotoGP-Klasse auch herging - Marc Marquez war doch der große Favorit auf den Grand-Prix-Sieg am Sonntag. Zu schnell, zu konstant, einfach zu beeindruckend war seine Renn-Pace, die er in den Freien Trainings an den Tag legte. Und doch führte Marquez die Dutch TT nur in acht von 26 Runden an, lag phasenweise nur auf dem vierten Platz.

Wie war das möglich? Marquez sieht mehrere Gründe dafür, allen voran seine Linienwahl in Assen: "Meine Zeiten im Training bin ich mit einer sehr runden Linie gefahren. Ich habe in den Kurven also relativ viel Platz gelassen. Wenn ich so im Rennen gefahren wäre, hätten mich alle Fahrer überholt. Ich musste mich also ständig verteidigen."

Erst als Marquez in Runde 22 ein Scharmützel zwischen Andrea Dovizioso und Valentino Rossi nützte, um an beiden vorbeizugehen, konnte der Repsol-Honda-Pilot seine Karten richtig ausspielen. Marquez konnte schnell eine kleine Lücke aufmachen und jetzt wie im Training die schnellste, und nicht die im Zweikampf effektivste, Linie fahren.

Marquez mit Trainings-Linie zum Assen-Sieg

"Als ich wieder wie im Training gefahren bin, waren auch die Rundenzeiten wieder dieselben", meinte Marquez im Anschluss. Und tatsächlich: In Runde 24 von 26 fuhr er seine schnellste Runde im gesamten Rennen, auch die Umläufe davor und danach waren bärenstark. Da hatte die Konkurrenz nichts mehr entgegenzusetzen.

Sein extrem hohes Tempo im Finale der Dutch TT machte Marquez aber auch selbst mächtig zu schaffen. "Die Pace im Rennen war lange Zeit ziemlich niedrig, weil man ständig attackieren oder verteidigen musste. Das macht es extrem schwierig, die Konzentration zu halten, fordert dir aber körperlich nicht so viel ab. Was das angeht waren die letzten fünf Runden dafür extrem hart. Ich habe wirklich alles gegeben und bin richtig müde geworden", gesteht Marquez, der zu den fittesten Piloten im MotoGP-Feld zählt.

Marquez war der strahlende Sieger in einem legendären Rennen - Foto: Repsol

Am Ende brachte Marquez den Sieg mit über zwei Sekunden Vorsprung auf Alex Rins souverän in Ziel. Da sein erster WM-Verfolger Valentino Rossi im Zweikampf sprichwörtlich unter die Räder kam und nur Fünfter wurde, machte Marquez in Assen auch einen großen Schritt in Richtung der erneuten MotoGP-Titelverteidigung. 41 Punkte beträgt sein Vorsprung nun auf Rossi. "Ich habe vor dem Wochenende damit gerechnet, hier vielleicht Punkte zu verlieren. Stattdessen haben wir eine Menge gewonnen. Das ist extrem wichtig. Jetzt müssen wir genau so weitermachen."

Am nächsten Rennwochenende sollte das Marquez nicht schwerfallen. Dann geht es nämlich an den Sachsenring, wo er seit 2010 ungeschlagen ist.


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