MotoGP

MotoGP 2019 - KTM beliefert Tech3: Viel mehr Arbeit, aber nötig

Schon im dritten MotoGP-Jahr wird KTM mit Tech3 ein Kundenteam beliefern. Eine gewaltige Aufgabe für die kleine Rennsportabteilung aus Österreich.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - KTM stieg im Vorjahr mit großen Erwartungen in die MotoGP ein. Nicht weniger als der Gewinn der Weltmeisterschaft wurde als langfristiges Ziel ausgegeben. Im ersten Jahr schlugen sich die Österreicher gut, machten große Fortschritte und übertrafen vor allem im Saisonfinish regelmäßig die Erwartungen der Fachwelt.

Um endgültig und langfristig den Anschluss an die absoluten Spitzenhersteller wie Honda, Yamaha oder Ducati zu finden, war man bei KTM aber davon überzeugt, mehr als nur die zwei Motorräder im Werksteam zu brauchen. So holte man für 2019 mit Tech3 das vielleicht am besten geführten Kundenteam der MotoGP ins KTM-Boot. Der Vertrag mit dem Rennstall von Herve Poncharal läuft vorerst für drei Jahre.

"Diese zwei zusätzlichen Plätze in der MotoGP waren für uns absolut notwendig. Nicht nur, weil es diesen Vertrag mit der Dorna gibt, dass man ein zweites Team beliefern muss wenn das gewünscht wird. Es entspricht einfach unserer Strategie", erklärt KTM-Motorsportchef Pit Beirer im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com.

KTM braucht MotoGP-Plätze für Nachwuchsfahrer

Als einziger Hersteller ist KTM in allen drei Klassen der Motorrad-Weltmeisterschaft - Moto3, Moto2 und MotoGP - vertreten. Außerdem stellt man die Motorräder für den Red Bull Rookies Cup, der als Vorstufe zur WM fungiert, zur Verfügung. "Aber wir haben ja nichts davon, wenn wir so viel Nachwuchs ausbilden und dann keinen Platz haben, um ihn in der MotoGP einzusetzen. Einen Rookie kann man nicht immer gleich ins Werksteam bringen. Da ist der Druck oft viel zu groß", gibt Beirer zu Bedenken.

Neben den Möglichkeiten, die sich für KTM durch die Erweiterung auf vier Motorräder bieten, bedeutet die neue Aufgabe aber auch eine Menge an zusätzlicher Arbeit. "Viele Leute denken: Die bauen ja eh schon MotoGP-Maschinen. Dann bauen sie halt ein paar mehr und stellen die einfach Tech3 hin. So funktioniert das in der MotoGP aber nicht", klärt Beirer auf. "Wir sind schon am Limit mit dem, was wir aktuell machen. Bei uns arbeiten die Leute jetzt schon teilweise 18 Stunden am Tag. Um jetzt auch noch das Projekt für einen zweiten Rennstall zu stemmen, müssen wir ein zusätzliches Team mit rund zehn Mitarbeitern bei uns aufbauen."

Pit Beirer und KTM suchen wieder nach MotoGP-Personal - Foto: KTM

KTM muss sich laut Beirer in praktisch allen Bereichen personell verstärken: "Wir brauchen Experten an der Strecke für Motor, Getriebe oder Elektronik, außerdem einen Gesamtverantwortlichen. Zuhause im Werk brauchen wir Leute für Logistik, Qualitätsmanagement, Einkauf und Mechaniker. Das ist eine große Truppe, die da im Hintergrund arbeitet. Da müssen wir jetzt unsere Hausaufgaben machen und das wird uns einige Wochen beschäftigen."


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